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UBS-Aktionäre schreiben Wirtschaftsgeschichte

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 14.04.2010

Das Risiko der Märkte hat die neue UBS-Leitung im Griff, das politische Risiko hingegen nicht. Mit gegen 53 Prozent haben die Aktionäre die Décharge für das Jahr 2007 verweigert.

1/27 Viele UBS-Aktionäre stimmten dreimal Nein an der GV.
Bild: Reuters

   

Die UBS-Aktionäre stellen sich gegen den Verwaltungsrat: Nach einem stundenlangen, emotionsgeladenen Redemarathon an der Generalversammlung in Basel haben die Aktionäre der Grossbank der UBS-Spitze die Entlastung für 2007 verweigert. Die Entlastung für die Geschäftsjahre 2009 und 2008 hatte noch deutliche Mehrheiten gefunden. Bei der dritten Abstimmung drehte dann der Wind: Gegen die so genannte Décharge waren 52,75 Prozent der vertretenen Aktionärsstimmen. Damit haben die Aktionäre der Grossbank Schweizer Wirtschaftsgeschichte geschrieben.

Grosse symbolische Bedeutung

UBS-Präsident Kaspar Villiger hatte schon in seiner Eröffnungsrede offenbar kein gutes Gefühl. Politisch sei es wohl ungeschickt, dem Management eine Décharge zu erteilen, sagte er. Ungeschickt ist milde ausgedrückt: Villiger und die UBS haben mit diesem Nein ein Waterloo erlebt. Materiell bedeutet dieses Nein zwar wenig bis nichts, symbolisch hingegen sehr viel. Nicht einmal die Aktionäre sind gewillt, das Debakel von Marcel Ospel & Co. zu schlucken. Sie haben sich auch nicht vom Argument überzeugen lassen, dass die «Schwamm drüber»-Lösung für ihre Anliegen das beste sein. Die Verletzungen sind zu tief. Die Aktionäre wollen ebenfalls, dass die Verantwortlichen sich endlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Villiger und Grübel mögen eine kräftige Ohrfeige erhalten haben, die UBS und der Finanzplatz haben hingegen gewonnen. Reputation und Vertauen, Werte die an dieser GV bis zum Erbrechen bemüht worden sind, können jetzt hergestellt werden, gerade weil das alte Management nicht entlastet wurde. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.04.2010, 18:20 Uhr

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