UBS will vier Milliarden Franken Boni auszahlen

Trotz grossem Verlust sind die Bonustöpfe der Schweizer Grossbank voll. Laut einem Medienbericht greift nun die Finanzmarktaufsicht ein.

Die milliardenteure Boni-Kultur ist nicht vorbei: John Cryan, Finanzchef der UBS, und Konzernchef Oswald Grübel.

Die milliardenteure Boni-Kultur ist nicht vorbei: John Cryan, Finanzchef der UBS, und Konzernchef Oswald Grübel.
Bild: Keystone

Die UBS will ihren 69'000 Mitarbeitern einen Bonus in Höhe von rund vier Milliarden Franken auszahlen - dies trotz eines sich abzeichnenden Jahresverlusts von drei bis vier Milliarden. Laut Recherchen der «SonntagsZeitung» ist die Finanzmarktaufsicht (Finma) nur bereit, der Bank variable Lohnbestandteile von rund drei Milliarden zu bewilligen. Die Gesamtsumme der auszubezahlenden Boni wird jeweils im Januar für das abgelaufene Geschäftsjahr festgelegt. Erste Zahlungen erfolgen im März. Derzeit laufen Gespräche zwischen Vertretern der Grossbank und dem Bankregulator. Das bestätigen Sprecher von UBS und Finma, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Die UBS darf die variablen Lohnanteile nicht frei festlegen. «Die Finma kann im Rahmen der Kapitalplanung Einfluss nehmen», sagt Sprecher Alain Bichsel. Es ­gehört zum Grundauftrag der Finma, die Kunden einer Bank zu schützen. Wenn die UBS zu viel Geld an ihre Mitarbeiter ausschüttet, fehlt Kapital in der Bank.Letztes Jahr musste die Finma die ganze Bonussumme bewilligen. Sie wurde dazu im Rahmen der Stützungsmassnahmen des Bundes verpflichtet. Am Ende konnte die Grossbank zwei Milliarden Franken Boni auszahlen.

«Hohe Boni machen mich ratlos»

Peter Siegenthaler, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, hofft bezüglich den Banker-Boni noch immer, dass die Branche zu normaleren Verhältnissen zurückkehrt. «Die Tatsache, dass die Boni hoch bleiben, macht mich ein wenig ratlos», sagt Siegenthaler in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Eine staatliche Regelung von Höchstgrenzen sei aber schwierig. «Wo nehmen wir den Massstab her, um das festzulegen? Man kann aber das gesellschaftliche Problem nicht wegdiskutieren, dass ausgerechnet jene Branche, welche die Wirtschaftskrise mitverursacht hat, weiter sehr hohe Boni ausschüttet.»

Die Idee einer Sondersteuer auf Banker-Boni ist laut Siegenthaler nicht ausgereift: «Es hat bei dieser englischen Sondersteuer derart viele Ausweichmöglichkeiten, dass ich die Ernsthaftigkeit des Bemühens in Frage stellen muss.» Von der Finanzbranche fordert Siegenthaler ein Umdenken: «In erster Linie ist es eine Aufgabe der betroffenen Banken und Kunden, von den Praktiken der Vergangenheit Abstand zu nehmen.» Sie müssten das Geschäftsmodell der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung auf eine Basis stellen, die mit ausländischen Steuergesetz­gebungen kompatibel ist. «Sie dürfen nicht länger Lösungen anbieten, mit denen man gezielt Steuergesetze umgehen kann.» (vin)

Erstellt: 17.01.2010, 12:29 Uhr

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