Wirtschaft

UBS soll gezielt wertlose Papiere verkauft haben

In den USA hat ein Richter die UBS zur Rückstellung von 35,5 Millionen gezwungen. Ein Hedge-Fund beschuldigt die Schweizer Bank, ihn massiv geschädigt zu haben.

Die bösen Geister der jüngsten Vergangenheit bleiben: UBS-Gebäude in New York.

Die bösen Geister der jüngsten Vergangenheit bleiben: UBS-Gebäude in New York.
Bild: Keystone

Die Vergangenheit lässt die UBS nicht los. In den USA wurde die Schweizer Grossbank vom Hedge-Fund Pursuit Partners verklagt. Der Vorwurf: Die Bank hätte ihm 2007 noch komplexe Schuldderivate (CDS) verkauft, als intern bereits bekannt war, dass die Papiere nur noch Schrottwert haben.

Laut dem «Wall Street Journal» hat im US-Bundesstaat Connecticut ein Richter jetzt die Grossbank dazu verpflichtet, 35,5 Millionen Dollar für ein allfälliges negatives Urteil bereitzuhalten. Die Bank selbst gibt sich ob dieser vorläufigen Entscheidung des Richters laut dem US-Finanzblatt gelassen und erklärt, sie sei zuversichtlich, sich in dieser Angelegenheit durchzusetzen. Die Entscheidung des Richters gebe keinen Hinweis auf sein zu fällendes Urteil.

Genügend Belege für die Anschuldigung

Dennoch enthält die Geschichte Zündstoff. Als Begründung für die erzwungene Rückstellung der UBS erklärte Richter John F. Blawie, der Hedge-Fund Pursuit habe die standardmässig erforderlichen Belege für seine Anschuldigungen geliefert. Gemäss dem «Wall Street Journal» hat er aus einem E-Mail eines UBS-Bankers zitiert, in dem dieser davon schreibt, «mehr Schrott (‹Crap›) an Pursuit verkauft» zu haben. Auch als «Erbrochenes» (‹Vomit›) sollen UBS-intern die verkauften Derivate bezeichnet worden sein.

Pursuit beschuldigt die UBS überdies, die Bank habe bereits Kenntnis davon gehabt, dass Ratingagenturen die Schuldderivate abwerten werden. Auch dazu liegen Richter Blawie Mails vor. In diesen debattieren UBS-Banker noch vor dem Verkauf der Papiere an Pursuit über die mögliche Herabstufung durch die Ratingagentur.

Klage auch gegen die Ratingagentur

Der Hedge-Fund hat die Papiere zwischen dem Juli und dem Oktober 2007 gekauft. Im Oktober hat die Ratingagentur «Moody’s» dann tatsächlich das Rating dieser und weiterer CDO-Anlagen gesenkt. Das hat sie insgesamt um Milliarden von Dollar entwertet. Auch die von Pursuit gekauften Papiere verloren innerhalb von Monaten danach ihren gesamten Wert.

Der Hedge-Fund hat neben der UBS auch Moody’s eingeklagt. Die Ratingagentur habe die Papiere nur so lange mit einer guten Note versehen, weil dies ihren Profit erhöht habe. (mdm)

Erstellt: 11.09.2009, 06:09 Uhr