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UBS schrumpft das Investmentbanking

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 17.11.2011 19 Kommentare

Handel nur im Dienst des Kunden, Vermögensverwaltung als Kerngeschäft: Bankchef Sergio Ermotti hat in New York die neue Strategie präsentiert. Der Investorentag im Protokoll.

1/4 Philip Lofts wird wieder Risikochef der UBS. Er war bereits von 2008 bis 2010 im Amt, bis ihn Oswald Grübel absetzte. (1. Dezember 2011)

   

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

  •  

    Zusammenfassung UBS-Investorentag

    Die Verwaltung der Vermögen reicher Kunden auf der ganzen Welt wird eindeutig zum Hauptpfeiler der UBS. Das Nachsehen bei der Neuorientierung hat die Investmentbank: Sie wird nach dem Willen von Konzernchef Sergio Ermotti kleingestutzt, bekommt weniger Kapital und muss auf risikoreiche Geschäfte verzichten.

    Stattdessen sollen die UBS-Investmentbanker ihre Fähigkeiten mehr den reichen Privatkunden zur Verfügung stellen. Sie sollen Privatleuten, Unternehmen und auch institutionellen Kunden den Zugang zu den Finanzmärkten erleichtern und Kapitalmarktangebote bereitstellen.


    Schon heute gehört die UBS mit 1400 Milliarden Franken verwalteten Vermögen zu den führenden Vermögensverwaltern der Welt. Nicht zur Debatte steht trotz Welt-Ambitionen der Heimmarkt: Aus historischen Gründen ist die Schweiz das einzige Land, wo die UBS Kleinkunden betreut und auch viele kleine Unternehmen finanziert.

    Der Umbau der Bank sei ein ehrgeiziges Ziel, sagte Konzernchef Sergio Ermotti am Donnerstag in New York, wo die UBS im legendären Luxushotel Waldorf-Astoria den diesjährigen Investorentag durchführte. «Wir können es aber erreichen.»


    Weniger Risiken

    In der Investmentbank will Ermotti die sogenannten risikogewichteten Aktiven in der Bilanz von heute rund 300 Milliarden Franken auf etwa die Hälfte reduzieren. Zurückgestuft wird dabei vor allem das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen.

    Trennen will sich die UBS auch just von jenen Risiken, die ihr die Milliardenverluste in der Finanzkrise 2007/2008 eingebrockt haben. So sind die Verbriefung von festverzinslichen Wertpapieren und komplexe strukturierte Produkte, die zudem viel Kapital brauchen, laut Investmentbank-Chef Carsten Kengeter nicht mehr attraktiv.

    Mit dem Wegfall gewisser Geschäfte bindet die Investmentbank auch weniger vom Kapital der UBS. Den Handel auf eigene Rechnung muss Investmentbank-Chef Kengeter einschränken. An den Geschäften, an denen viele der teilweise superreichen Kunden der Grossbank interessiert sind, hält die jedoch UBS fest. Ganz oben auf der Liste stehen beispielsweise Anlagen in Schwellenländern.

    Stellenabbau

    Für viele Investmentbanker bedeuten die Schrumpfungspläne der UBS- Führung den Jobverlust. Schon im August hatte die UBS angesichts der harzigen Geschäfte an den Finanzmärkten angekündigt, dass sie ihren globalen Mitarbeiterstamm von knapp 66'000 um 3500 Stellen kürzen will.

    Nun ist im Detail bekannt, wie sich das auf die Investmentbank auswirken wird: Der Bestand der Sparte mit heute knapp 18'000 Stellen soll bis 2016 auf rund 16'000 Stellen sinken. Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, fallen rund 400 Stellen mehr als ursprünglich mitgeteilt dem Rotstift zum Opfer.

    Wieder Dividende

    Die Anleger überraschte die UBS mit der Neuigkeit, dass sie für das Jahr 2011 eine Dividende von 10 Rappen pro Anteilschein zu zahlen bereit sei. Zuletzt hatte die UBS für 2006 eine Bar-Dividende ausbezahlt. Nachdem die US-Hypothekenkrise der UBS bereits Verluste eingebrockt hatte, gab es 2007 noch eine Aktiendividende.

    Mit dem angekündigten Rückbau der Investmentsparte wird die UBS auch bescheidener. Unter dem im September zurückgetretenen Konzernchef Oswald Grübel hatte die Bank noch darauf abgezielt, 15 bis 20 Prozent Rendite auf dem eingesetzten Kapital hereinzuholen. Nun spricht sie noch von einem Renditeziel zwischen 12 und 17 Prozent.

    Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich Ermotti und die Bank dennoch anstrengen: Auf das Jahr gerechnet erzielt die UBS für 2011 eine Eigenkapitalrendite von 10,7 Prozent. (sda)

  • 22:05 Uhr  

    Sergio Ermotti schliesst den Investorentag und ruft dazu auf, im Waldorf Astoria die Cocktails zu geniessen.

  • 22 Uhr  

    Frage: Wozu braucht es die Festzins-Abteilung im Investmentbanking noch, die doch so kapitalintensiv ist?

    Ermotti: Weil sie wichtige Dienstleistungen für die Kunden erbringen. Die Vermögensverwaltung wäre nicht so profitabel, wie sie es ist, wenn diese Abteilungen nicht wären. «Man muss die UBS als Ganzes sehen.» Die Sparten gegeneinander zu stellen, bringe nicht viel – «auch wenn solche Überlegungen intellektuell spannend sein mögen». Wenn die UBS auf Festzins-Geschäfte verzichten würde, so würde das wohl die Konkurrenz freuen, sicher aber nicht die Aktionäre.

  • 21:58 Uhr  

    Wichtige Frage: Wie kann es sein, dass nicht mehr Leute entlassen werden, wenn doch die Investmentbank geschrumpft wird?
    Ermotti: Bereits im August wurde angekündigt, 1600 Stellen im Investmentbanking abzubauen, tatsächlich kämen jetzt nur 400 dazu. Das liege daran, dass die Felder, die gestrichen werden, zwar extrem kapitalintensiv, aber nicht unbedingt personalintensiv seien.

  • 21:53 Uhr  

    Frage: Inwiefern war der zukünftige VR-Präsident Axel Weber involviert in die neue Strategie?

    Ermotti: Er habe mit Weber mehrmals diskutiert. «Es gibt keinen Zweifel, dass er die Strategie stützt.»

  • 21:46 Uhr  

    Potenzieller Geldabfluss in Europa

    Eine Frage von einem deutschen Analysten: Der Geldabfluss, mit dem die UBS rechnet – betrifft das nur Deutschland und England, mit denen die Schweiz Steuerabkommen abgeschlossen hat, oder auch andere Staaten?

    Zeltner: Die 12 bis 30 Milliarden Franken, die in Gefahr sind abzufliessen, kommen aus verschiedenen europäischen Staaten.

  • 21:30 Uhr  

    Bankchef Sergio Ermotti, Vermögensverwaltungschef Zeltner und Robert McCann, Chef der Vermögensverwaltung Amerikas, stellen sich nun den Fragen der Analysten und Investoren.

  • 21:20 Uhr  

    Gute Nachrichten erreichen die Investoren soeben aus Italien: Dort hat der Senat die Übergangsregierung unter Mario Monti definitiv eingesetzt. Monti kann nun anfangen, das angekündigte Sparpaket auszuarbeiten.

  • 21:20 Uhr  

    Die gesamte Präsentation von Vermögensverwaltungschef Zeltner finden Sie hier.

  • 21:10 Uhr  

    Aussicht Vermögensverwaltung

    Die UBS rechnet mit 11'300 Milliarden Franken an neuem Vermögen bis 2016, davon 6'800 in Asien/Pazifik. Dort sollen bis dahin schätzungsweise 290 Dollar-Milliardäre leben. UBS investiert in die Hubs in Hongkong und Singapur, von wo aus viele Kunden offshore bedient werden. Ausserdem soll die Präsenz in China und Indien wachsen.

    Bezüglich der Schwellenmärkte konzentriere sich die UBS auf die Beratung von Superreichen (UHNW Individuals). Viele von ihnen werden von New York, London oder Zürich aus bedient (offshore).

    Bezüglich Europa sagt Zeltner, die Bank habe «fantastische Möglichkeiten». Die neuen Steuerabkommen mit europäischen Ländern führen dazu, dass Onshore- und Offshore-Angebote sich angleichen. Die UBS will darum Präsenz vor Ort bieten (in zehn Ländern bislang) sowie Offshore-Beratung in Schweiz, UK, Luxemburg.

    Insgesamt will die UBS jedes Jahr 3 bis 5 Prozent Neugelder gewinnen und 40 Prozent Rendite auf den Einnahmen erzielen.

  • 20:58 Uhr  

    Das Ziel: Die «Investment Management Bank»

    Langsam wird klarer, wohin es mit der neuen UBS-Strategie gehen soll: Eine konsequente Ausrichtung auf den Kunden, kein Handel nur im Dienste des Individuums oder der Bank.

    Zeltner geht etwas näher darauf ein, wie das Investmentbanking die Vermögensverwaltung unterstützen soll: Finanzmarkt-Produkte liefern, gemeinsame Stellungnahmen entwickeln, Marktforschung und Beratung bieten. Das Ziel sei eine «Investment Management Bank», sagt Zeltner an einer Stelle.

  • 20:50 Uhr  

    Wichtige Märkte in Asien/Pazifik

    Zeltner nennt China, Taiwan und Japan als wichtige Wachstumsmärkte. Auch Australien sei wichtig. In Indien würden in den nächsten Monaten 100 neue Kundenberater eingestellt. Insgesamt habe man in den letzten Jahren 400 neue Berater in der Region Asien/Pazifik eingestellt.

  • 20:45 Uhr  

    Zeltner geht darauf ein, dass «immer noch Europäer ihr Geld nach Hause abziehen». Die UBS gehe aber davon aus, dass sie das mit ihrem Wachstum in anderen Regionen kompensieren könne.

  • 20:44 Uhr  

    Zeltner dankt seinen Mitarbeitern für ihren Einsatz. Die UBS sei die Nummer 1 nach Grösse und «wir glauben auch nach Qualität».

  • 20:40 Uhr  

    Jürg Zeltner, Chef der Vermögensverwaltung, tritt ans Rednerpult. Er ist der erste Redner, der einen auffallend starken schweizerdeutschen Akzent hat.

  • 20:30 Uhr  

    Geldabfluss wegen Weissgeldstrategie

    Ein Vorabblick in die Rede von Vermögensverwaltungschef Jürg Zeltner zeigt: Die UBS rechnet aufgrund der Weissgeldstrategie damit, dass möglicherweise Geld europäischer Kunden abfliesst.

    Das steht in einer Fussnote zur Präsentation Zeltners. 12 bis 30 Milliarden Franken könnten «als Folge von Neuerungen im Steuerrecht für Kunden mit Wohnsitz Westeuropa» abfliessen, heisst es.

  • 20:22 Uhr  

    Auch Bloomberg geht darauf ein, dass bald eine ganze Reihe von Banken ihr Investmentbanking schrumpfen wird: «Ermotti muss aufpassen, dass die Reduktion nicht zu teuer wird», zitiert die Nachrichtenagentur einen Analysten in Frankfurt. «Das wird ziemlich schmerzhaft für alle Banken.»

  • 20:18 uhr  

    «Das Blutbad im Investmentbanking geht weiter», kommentiert Neil Hume von der «Financial Times».

  • 20:17 Uhr  

    «Der schmerzliche Abschied vom Investmentbanking», titelt das deutsche Handelsblatt.

    «Nach den wiederholten Fehltritten seiner Investmentbanker muss der neue Chef den Bereich gesundschrumpfen und vor allem risikoärmer machen», heisst es. «Die UBS soll und wird sich wieder auf ihr altes Kerngeschäft, die Vermögensverwaltung, konzentrieren.

    Mit dieser Herausforderung steht die Bank jedoch nicht alleine da – die ganze Branche sehe sich mit einem «strukturellen Umbruch» aufgrund der schärferen Kapitalregeln konfrontiert. Sie würden die Banken zwingen, «riskantere Geschäfte mit deutlich mehr Eigenkapital abzupuffern». Und weil es angesichts des aktuellen Misstrauens der Investoren schwierig sei, frisches Kapital zu besorgen, müssten die Institute nun Risikoaktiva abbauen.

    Das berge auch eine Gefahr, schreibt das «Handelsblatt». «Weil derzeit eine ganze Reihe europäischer Investmentbanken gleichzeitig ihre Bilanzen schrumpfen wollen, fürchten Analysten, dass sie ihre Positionen nur mit hohen Verlusten schnell abbauen können. Denn es gibt mehr Verkäufer als Käufer für diese Kredit-Aktiva. »

  •  

    Wir nutzen die Zeit für eine kurzen Blick in die internationale Wirtschaftspresse – in wenigen Minuten folgt mehr.

  • 20 Uhr  

    Übersicht über die Beschlüsse

    Die UBS trennt sich wie erwartet von Geschäften in der Investmentbank und will die Risiken in ihrer Bilanz reduzieren.

    Die heute knapp 18'000 Mitarbeiter zählende Einheit soll 2016 noch etwa 16'000 Stellen enthalten. Dies sei allerdings Teil jener Abbaupläne, welche die UBS schon im August bekannt gegeben habe, sagte eine Sprecherin der UBS der Nachrichtenagentur sda. Damals hatte die Bank angekündigt, dass von den über 65'000 Stellen im Konzern etwa 3500 gestrichen würden, 1600 davon in der Investmentbank. Jetzt kommen also ein Abbau von rund 400 weiteren Stellen hinzu.

    In der Investmentbank will Ermotti die so genannten risikogewichteten Aktiven in der Bilanz von heute rund 300 Milliarden Franken auf etwa die Hälfte reduzieren. Dies bedeutet, dass gewisse Geschäfte der Handelsabteilung wegfallen, und dass die Sparte weniger vom Kapital der UBS in Anspruch nehmen wird.

    Die Grossbank will für 2011 zudem den Aktionären vom Gewinn 10 Rappen pro Anteilschein ausschütten. Die Bank plant ebenfalls, Kapital an die Aktionäre zurückzuführen.

    Zuletzt hatte die Bank im Geschäftsjahr 2006 eine Dividende in bar ausgezahlt. 2007, als die UBS bereits in der Krise des US- Hypothekenmarktes steckte, gab es für die Anteilseigner noch eine Aktiendividende.

    Das weltweite Geschäft mit vermögenden bis ultrareichen Privatkunden, in das die Bank in ihrer jüngeren Geschichte stark vorgestossen ist, wird eindeutig zum Hauptpfeiler der UBS. Die Investmentbanker sollen ihre Tätigkeiten im Anlage- und Beratungsgeschäft mehr auf die reichen Privatkunden ausrichten. Ein Kleinkundengeschäft hat die UBS aus historischen Gründen nur in der Schweiz. Dieses steht laut den Ankündigungen nicht zur Debatte.

    Mit dem angekündigten Rückbau der Investmentsparte wird die UBS auch bescheidener. Unter dem im September zurückgetretenen Konzernchef Oswald Grübel hatte die Bank noch darauf abgezielt, 15 bis 20 Prozent Rendite auf dem eingesetzten Kapital hereinzuholen. Nun spricht sie noch von einem Renditeziel zwischen 12 und 17 Prozent. (sda)

  • 20 Uhr  

    Es ist Kaffeepause in New York. Um 20:30 Uhr geht es weiter. Es spricht dann Jürg Zeltner, Chef der Sparte Vermögensverwaltung.

  • 19:30 Uhr  

    Kengeter betont auffallend oft, wie wichtig ihm die Zusammenarbeit mit der Vermögensverwaltungssparte sei. Diese finde auf oberster Ebene statt; gerade letzte Woche habe er, Kengeter, mit Jürg Zeltner sich zur Sitzung getroffen. «Wir müssen unseren Kunden integrierte Lösungen bieten», sagt Kengeter.

    Den gesamten Vortrag von Kengeter finden Sie hier.

  • 19:10 Uhr  

    Kengeter präsentiert die neue Investmentbank-Strategie. Das Wichtigste: Die UBS steigt aus dem Eigenhandel (Handel auf Rechnung der Bank) und aus dem Handel mit komplexen strukturierten Produkten aus.

  • 19:03 Uhr  

    Jetzt spricht Investmentbank-Chef Carsten Kengeter. Er hat eine schwierige Aufgabe – steht er doch einerseits für die alte Strategie, muss nun aber den Wandel im IB verkünden. Kengeter wirkt nervös.

    «Es fühlt sich nicht an, als sei ein Jahr vorbei gegangen seit dem letzten Investorentag», sagt Kengeter. Die Branche sehe sich heute «deutlich mehr Unsicherheiten gegenüber».

  • 18:50 Uhr  

    UBS erwägt Einführung von Cocos

    Inzwischen spricht Tom Naratil, Finanzchef der UBS. Die spannendste Aussage: Die UBS will bis 2013 13 Prozent Eigenkapitalquote auf den risikogewichteten Anlagen. Die vom Parlament vorgeschriebenen gesamten 19 Prozent will die Bank mit zusätzlichem Kapital füllen – möglicherweise mit Cocos. Das sind Papiere, die im Notfall zu Eigenkapital gewandelt werden.

    Ermottis Vorgänger Oswald Grübel hatte sich gegen Cocos ausgesprochen, im Gegensatz zu CS-Chef Brady Dougan.

    Naratils Rede finden Sie hier.

  • 18:37 Uhr  

    Sergio Ermotti schliesst. Seine ganze Präsentation zur Übersicht finden Sie hier.

  • 18:34 Uhr  

    Die UBS betont, dass ein Grossteil des Stellenabbaus bereits im August bekannt gegeben worden sei. Damals kündigte UBS einen Abbau von 3500 Stellen an. Jetzt kommen im Investmentbanking 400 Stellen hinzu. Insgesamt beschäftigt die Bank rund 64'000 Mitarbeiter.

  • 18:30 Uhr  

    Ermotti präsentiert technische Details zum Investmentbanking und Er schliesst: «Noch einmal – Wealth Management Americas steht nicht zum Verkauf». Dabei blickt er ins Publikum.

  • 18:18 Uhr  

    Warum das Investmentbanking geschrumpft wird

    Die Investmentbank brauche zwei Drittel des Kapitals, habe aber über die letzten vier Quartale nur 26 Prozent an den Gewinn geliefert. «Wir stellen dem Investmentbanking weniger Risikokapital zur Verfügung», sagt Ermotti.

    Ermotti spricht lange über die Konsequenzen der Basel-III-Regulatorien für die Bank. Fazit: Wenn diese heute in Kraft wären, würden in einigen Geschäftsfeldern die Kapitalkosten den Ertrag übersteigen. «Risk adjusted return» heisst das, was dann noch übrig bleibt – der Gewinn, wenn das risikogewichtete Kapital bezahlt ist.

    Der Abzug der risikogewichteten Aktiven aus dem Investmentbanking erfolgt schrittweise: Von 300 Milliarden Franken auf 180 Milliarden Franken bis 2013, dann auf 155 Milliarden Franken bis 2016.

  • 18:12 Uhr  

    Ermotti spricht über die einzelnen Geschäftsfelder

    Ermotti betont, dass die UBS über eine herausragende Stellung in der Vermögensverwaltung innehabe. «Alleine in den ersten neun Monaten dieses Jahres hat sie 50 Milliarden Franken Neugelder akquiriert», sagt Ermotti.

  • 18:10 Uhr  

    Bankchef Ermotti präsentiert die wichtigsten Punkte, die von der UBS bereits vor wenigen Minuten bekannt gegeben wurden: Die Investmentbank wird geschrumpft und konzentriert sich auf ihre Rolle als Dienstleisterin für die Vermögensverwaltung.

    Die ganze Medienmitteilung finden Sie hier.

  • 18:05 Uhr  

    Der Investorentag beginnt

    Sergio Ermotti tritt ans Rednerpult.

  • 17:58 Uhr  

    Kerngeschäft Vermögensverwaltung

    Die UBS betont, dass ihr Kerngeschäft Vermögensverwaltung wichtiger werden soll. Insbesondere soll die Stellung der Bank in der Schweiz, in Asien-Pazifik sowie in den Schwellenmärkten gestärkt werden.

    «Wir wollen einen erhöhten Anteil unseres Geschäfts mit Geschäften generieren, die einen stabileren Ergebnisbeitrag liefern, und in Verbindung mit weniger Risiko und strengerer Kostenkontrolle attraktivere Renditen für unsere Aktionäre erwirtschaften», heisst es in der Medienmitteilung zum Investorentag.

  • 17:55 Uhr  

    Geschrumpftes Investmentbanking

    Das Investmentbanking soll sich künftig auf die Bedürfnisse der Vermögensverwaltung konzentrieren, insbesondere auf Beratung, Kapitalbeschaffung sowie Handel für Kunden.

    «Dagegen werden mehrere ihrer Geschäfte stark redimensioniert oder ganz liquidiert», schreibt die UBS-Spitze.

  • 17:50 Uhr  

    Stellenabbau

    Die Verkleinerung des Investmentbankings bringt einen weiteren Stellenabbau mit sich. Bis Ende 2016 soll der Stellenbestand um rund 2000 Stellen auf unter 16'000 sinken. Bislang war bereits ein Abbau von 1600 Stellen in der Investmentbank bekanntgegeben worden.

    Ende 2010 beschäftigte das Investmentbanking 16'800 Mitarbeiter (Vollzeitstellen).

  • 17:40 Uhr  

    Die wichtigsten Punkte der neuen Strategie

    Soeben hat die UBS eine erste Zusammenfassung der Strategie publiziert, die sie in wenigen Minuten in New York präsentieren wird. Die wichtigsten Punkte:


    • Das Investmentbanking wird geschrumpft, die risikogewichteten Aktiven sollen bis 2016 von heute 300 Milliarden Franken auf 155 Milliarden Franken reduziert werden


    • Die UBS «konzentriert sich auf das Wealth-Management-Geschäft»


    • Die Eigenkapitalquote nach Basel III soll bis zum Jahr 2013 13 Prozent betragen (Vorgabe: 10 Prozent)


    • Angestrebte Eigenkapitalrendite: 12 bis 17 Prozent bis 2013 (entspricht früher genannten Zielen)


    • 2011 soll eine Dividende von 0,1 Franken pro Aktie ausgezahlt werden (in den vergangenen Jahren wurde keine Dividende bezahlt)

  •  

    1/4 Philip Lofts wird wieder Risikochef der UBS. Er war bereits von 2008 bis 2010 im Amt, bis ihn Oswald Grübel absetzte. (1. Dezember 2011)

       

  • Die Ausgangslage  

    Was passiert mit dem Investmentbanking?

    Mit Spannung wird erwartet, was der neu bestätigte Bankchef Sergio Ermotti den Investoren und Journalisten in New York präsentiert.

    Ermotti hat bereits angekündigt, dass die UBS an der Sparte Investmentbanking festhalten will, dass diese allerdings verkleinert und weniger riskant werden soll. Details sollen heute Abend folgen.

    Die UBS operiert mit drei wichtigen Abteilungen: Wealth Management (Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden), Asset Management (Anlagenverwaltung für institutionelle, also kollektive Kunden) und Investmentbanking (Kapitalbeschaffung, Wertpapierhandel).

    Im Wealth Management arbeiteten Ende 2010 44'000 Angestellte, im Asset Management 3400 Angestellte, und das Investmentbanking beschäftigte 16'800 Mitarbeiter. Einen Abbau von 3500 Stellen hat die Bank dieses Jahr bereits bekannt gegeben, weitere Runden dürften folgen.

    Das Investmentbanking ist deutlich risikoreicher als die anderen beiden Sparten und verbraucht viel Kapital. Investmentbanker sind überproportional gut bezahlt: Im Bericht zum dritten Quartal 2011 schreibt die UBS, dass sie 90 Prozent der Einnahmen in dem Bereich für Löhne und Boni zurückstellt. Gewinn bleibt dann nicht mehr viel übrig.

    Bankchef Ermotti hat im Vorfeld des Investorentages angedeutet, dass der so genannte Eigenhandel verkleinert werden soll, also jene Wetten, welche die Händler auf Rechnung der Bank eingehen. Zu einer Neustrukturierung des Geschäfts zwingen auch die neuen Regulatorien (Basel III), welche die Banken zu mehr Eigenkapital bei risikoreichen Geschäften verpflichten – was diese stark verteuert.

  • Der Investorentag  

    Die UBS führt jedes Jahr einen Investor Day durch, an dem sie ihren Aktionären und den Medien ihre Strategie präsentiert. Letztes Jahr fand der Investorentag in London statt, 2009 in Zürich. Dieses Jahr lädt die Grossbank ihre Eigentümer ins geschichtsträchtige Waldorf Astoria an der Park Avenue in New York.

    Die Konferenz beginnt um 18 Uhr Schweizer Zeit. Bereits um 17:40 Uhr stellt die UBS die Folien zum späteren Vortrag von Bankchef Sergio Ermotti bereit. Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtet von diesem Zeitpunkt an live mit Web-TV vom Investorentag. Dieser soll voraussichtlich um 21:45 Uhr Schweizer Zeit zu Ende sein.

Erstellt: 17.11.2011, 17:39 Uhr

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19 Kommentare

Stefan Marti

17.11.2011, 19:24 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Aha, die Aktionäre bekommen also wieder eine Dividende. Wie sieht das denn mit den Steuern aus? Werden die nun auch wieder bezahlt oder berappt der Steuerzahler die Dividende der Aktionäre? Ich trau diesem Ermotti sowenig wie Ospel und anderen Bankstern. 12 bis 17 % EK-Rendite? Anders herum: nach 6 bis 8 Jahren das EK verdoppelt? Einfach nur krank das gesamte System. Antworten


Max Meier

17.11.2011, 19:14 Uhr
Melden 26 Empfehlung

Nun können die entlassenen Investmentbänker Buse tun und sich in Jobs anstrengen, welche ehrliche Arbeit sind und keine Boni ausgeschütet werden: Strassenkehrer, Taxifahrer, Kellner, etc. Antworten



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