UBS: Verlust von 1,4 Milliarden, 40 Milliarden Geldabfluss

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 04.08.2009

Die UBS weist für das zweite Quartal dieses Jahres einen Reinverlust von 1,4 Milliarden Franken aus. Die Analysten haben mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Der Personalabbau geht wie angekündigt weiter.

Das Resultat entspricht etwa den Analystenerwartungen. Im Vorquartal hat die Bank einen Verlust von 1,975 Milliarden ausgewiesen. Positiv am Ergebnis fällt auf, dass die UBS rein operativ einen Gewinn (vor Steuern) von 971 Millionen Dollar zu erwirtschaften vermochte.

Belastet haben das Ergebnis vor allem Verluste auf den eigenen Verbindlichkeiten von 1,213 Milliarden Franken, was ebenfalls kaum überrascht. Umso mehr, als die UBS selbst schon früh darauf hingewiesen hat. Immerhin hat dieser rein buchhalterische Verlust eine positive Ursache: Er muss gebucht werden, weil die Schuld der Bank dank einer höheren Bonität wieder einen höheren Marktwert ausweist und damit in der Buchhaltung steigt.

Als weitere nicht operative Sonderfaktoren kommen Restrukturierungskosten von 582 Millionen Franken und eine Wertberichtung auf dem Goodwill im Zusammenhang mit dem angekündigten Verkauf des brasilianischen Vermögensverwalters UBS Pactual von 492 Millionen Franken.

Dramatischer Geldabfluss

Die Nettoneugeldabflüsse im zweiten Quartal sind so dramatisch, wie von den Analysten befürchtet. Für die gesamte Bank beliefen sie sich auf 39,4 Milliarden Franken. Erwartet wurde ein Abfluss von 40 Milliarden. Überraschend ist der Abfluss auch deshalb nicht, weil die Bank auch davor im Vorfeld bereits gewarnt hat.

Die Abflüsse betreffen alle Vermögensverwaltungseinheiten der Grossbank: Aus dem Bereich «Wealth Management & Swiss Bank» flossen 16,5 Milliarden Franken ab, 5,8 Milliarden Franken aus dem amerikanischen Geschäft «Wealth Management Americas» und 17,1 Milliarden aus dem Bereich «Global Asset Management». Per Quartalsende verwaltet die Bank total noch Vermögen im Umfang von 2,25 Billionen Franken.

Bilanz gestärkt

Postitiv überascht hat die UBS bei der Bilanzstärke. Diese konnte sie über Erwarten verbessern. Die risikogewichtete Kernkapitalquote (Tier 1) liegt neu bei 13,2 Prozent. Die Konsensschätzung der Analysten belief sich auf lediglich 11,9 Prozent. Die Credit Suisse liegt hier allerdings noch immer weit vorne, sie weist eine Quote von 15,5 Prozent aus.

Weiterer Personalabbau

Bis zum 30. Juni hat die UBS den Personalbestand bereits um 4400 Mitarbeiter reduziert. An diesem Datum waren noch 71'806 Personen bei der Grossbank beschäftigt. Bis 2010 wird der Personalbbau nach Plänen der Bank um weitere 4306 Mitarbeiter fortgesetzt. Auch dies hat die Bank schon im voraus mitgeteilt. Der gesamte Personalbbau beläuft sich dann auf 11,4 Prozent der ursprünglichen Belegschaft. Zieht man noch das Personal des brasilianischen Vermögensverwalters Pactual ab, dessen Verkauf die UBS im 3. Quartal abschliessen will, ergibt sich am Ende noch ein Personalbestand von 67'000.

Ausblick wenig konkret

Zum Ausblick lässt sich die UBS in ihrer bisherigen Verlautbarung nicht auf konkrete Zahlen und Zielvorgaben ein. Zu erfahren ist allerdings, dass die Bank auf ihren Märkten noch keine nachhaltige Erholung im rezessiven Umfeld sieht. Daher bleibt laut UBS der Ausblick «vorsichtig». Grundlage dafür ist die Einschätzung, dass die Kreditschöpfung gering bleibe und die geschwächte Finanzlage von Konsumenten und Staaten die wirtschaftliche Erholung einschränke. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.08.2009, 12:08 Uhr

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