UBS: Oswald Grübel macht Schluss mit der Ära Ospel
Aktualisiert am 28.04.2009 14 Kommentare
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Es war ein kurzer und teurer Auftritt: Im März 2008 wechselte Jerker Johansson von Morgan Stanley zur UBS, jetzt, dreizehn Monate später, räumt er sein Pult. Per sofort scheidet der Investmentbanking-Chef aus der Schweizer Grossbank aus.
Weshalb, bleibt offiziell offen: Die UBS will den Wechsel nicht erklären, und der neue Konzernchef Oswald Grübel verabschiedet den gebürtigen Schweden mit dem freundlich-distanzierten Satz: «Ich danke Jerker Johansson für seinen grossen Einsatz und seinen wertvollen Beitrag zur Neuausrichtung unserer Investment Bank.»
Er räumte auf. Aber noch nicht genug.
So oder so: Der Entscheid zeigt zuerst einmal, dass sich Oswald Grübel tatsächlich mit Volldruck an den Umbau der Bank macht. Letzte Woche verkaufte er das Brasilien-Investmentgeschäft der UBS, vorletzte Woche leitete er den Abbau von 8700 Stellen ein, und in der Woche zuvor hatte er bereits eine erste Top-Rochade angekündigt: Anfang April holte Grübel den Turnaround-Manager Ulrich Körner von der Credit Suisse, der als Chief Operating Officer und als Leiter des Corporate Center die Schrumpfkur der Bank steuern soll.
Grübel hatte gleich nach seinem Amtsantritt im Februar verlangt, dass die Investmentbank ihr Geschäftsmodell überprüfe und auf gewisse Bereiche verzichte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jerker Johansson bereits erste Schritte unternommen und in seinem Bereich knapp 5000 Stellen gestrichen. Denn immerhin war der gebürtige Schwede im März 2008 engagiert worden, um das Investmentbanking aufzuräumen. Doch die Sparte blieb unprofitabel
Zugleich konnte sich der neue Mann bei den eigenen Leuten keinen Rückhalt schaffen. Denn Johansson musste zwangsläufig mit Stellen- und Bonusstreichungen durchsetzen – während er sich selber nicht beklagen konnte über seine eigenen Arbeitsbedingungen. Schon vor Amtsantritt erhielt er gut 5 Millionen Franken in Bargeld und Aktien, es war eine Art Ablösesumme für seinen Vertrag bei Morgan Stanley. Mit der Folge, dass er im letzten Jahr der bestbezahlte Manager der UBS war.
Liebeserklärung ans Investmentbanking
Dass dies vor wenigen Wochen bekannt wurde, festigte Johanssons Stellung kaum. Denn derselbe Johansson hatte kurz zuvor seine Mitarbeiter in den USA dazu aufgerufen, «eine Investition in die Firma» zu machen, und angesichts der Bonus-Kürzungen stellte er gegenüber seinen Leuten fest: «Wir stecken hier alle gemeinsam drin.» Seine Untergebenen munkelten denn umso lauter, dass Johansson selber einige unglückliche Deals zu verantworten hatte.
Gewiss wird mit der Entlassung auch ein symbolischer Schlusstrich unter der Ära Rohner/Ospel gezogen: Das Engagement von Jerker Johansson war eine der wichtigsten Personalien dieser Zeit; Johansson folgte direkt auf Rohner, der das Investmentbanking neben dem CEO-Posten interimistisch geleitet hatte. Mit Carsten Kengeter, übernimmt ein recht neuer Mann einen Teil von Johanssons Aufgaben: Die UBS hatte den 42-jährigen Deutschen vor kurzem von Goldman Sachs eingewechselt. Der andere neue Co-Leiter des Investmentbanking, Alex Wilmot-Sitwell, 48, arbeitet seit 1996 für UBS, zuletzt unterstand ihm das Investmentbanking in Europa.
Grübel nutzt die Neubesetzung, um Mutmassungen zu widersprechen, wonach die UBS ihren Investmentbanking-Arm abstossen wolle. Der Konzernchef hatte sich erst vorletzte Woche an der Generalversammlung dagegen ausgesprochen, aber nach dem Verkauf des Brasiliengeschäfts zogen dieselben Gerüchte wieder durch die Weltbörsen. Jetzt sagt Grübel zum Engagement von Kengeter und Wilmot-Sitwell: «Unter ihrer gemeinsamen Führung werden wir weiter auf dem starken Kerngeschäft der Investment Bank aufbauen und die noch bestehenden Risikobestände reduzieren. Die Investment Bank ist für UBS als globales Unternehmen und für unser integriertes Geschäftsmodell unabdingbar.»
Erstellt: 28.04.2009, 18:36 Uhr
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14 Kommentare
Grübel besetzt eine wichtige Schlüsselposition neu. Da ist gut. Um die UBS wieder in die schwarzen Zahlen zu führen, braucht es dringend bessere Leute. Dass der Grund der Personalentscheidung nicht wirklich kommuniziert wurde ist normal. Man kann ja nicht rauslassen, dass sich Johansson als Blender und Versager entpuppt hat. Ausserdem war er noch ein Mann von Rohner. Antworten
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