Wirtschaft
UBS: «Ausserordentliche Lohnerhöhungen»
«Wir stellen fest, dass wir in wichtigen Branchen systematisch Leute verlieren, die wir brauchen (...). Das wirkt sich negativ auf unsere Konkurrenzfähigkeit aus. Ich stütze das Management, wenn es nun Gegenmassnahmen trifft, um diese Leute zu halten.» Dies sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger in dieser Zeitung vom Samstag.
Und weiter sagte er: «Wir müssen reagieren. In schwierigen Zeiten braucht man gute Leute, die besten Leute. Und die Besten sind immer gefragt.»
Dies gilt offenbar auch für die UBS. Wie nun die von Kaspar Villiger genannten Gegenmassnahmen aussehen, beschrieb gestern die Zeitung «Sonntag». Hunderte von Managing Directors, die im Schnitt etwa 270000 Franken verdienten, erhielten 50 Prozent mehr Lohn als Kompensation für den Verlust der bisher üblichen Boni. UBS-Sprecher Andreas Kern wollte diese Zahl zwar nicht bestätigen, gestand aber dem «Sonntag», dass es im Investmentbanking der UBS «ausserordentliche Lohnerhöhungen gegeben habe, um gute Mitarbeiter bei der Bank zu halten».
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr kürzte die UBS wegen des Rekordverlusts ihre Bonuszahlungen um 80 Prozent.
Der «Sonntag» stützt sich im weiteren auf einen Bericht der «New York Times» vom März 2009, wonach Investmentbanker der UBS erstaunliche Lohnerhöhungen erhielten. So habe die Bank die Fixlöhne gewisser Kader von 193'000 auf 480'000 Franken erhöht. Laut dem britischen «Daily Mail» geschehe nun in London das Gleiche. Denn auch bei der Royal Bank of Scotland seien die Löhne erhöht worden.
3000 Demonstranten
Derweil zogen am Samstag in Genf gegen die 3000 Demonstranten durch die Stadt. Auf Transparenten prangten Slogans wie «Wir werden ihre Krise nicht bezahlen» oder «68 Milliarden für die UBS, wie viel für die Arbeitnehmer?».
Die Demonstration in Genf war Teil eines europaweiten Aktionstags der Gewerkschaften. Insgesamt haben sich laut Agenturmeldungen 300000 Menschen beteiligt und gegen Stellenabbau und für soziale Gerechtigkeit demonstriert. Nie wieder dürften die «Exzesse des Kapitalismus» die Weltwirtschaft derart schädigen, forderte John Monks, Generalsekretär des europäischen Dachverbands der Gewerkschaften. (Berner Zeitung)
Erstellt: 18.05.2009, 12:44 Uhr






