Tui glaubt an Bern-Belp und Skywork

Der Reiseanbieter Tui Suisse baut sein Reiseangebot ab Bern-Belp diesen Sommer massiv aus. Profitieren davon wird auch Skywork. CEO Martin Wittwer erklärt, wieso sich Tui zu diesem Schritt entschieden hat.

Tui Suisse will die Kunden vermehrt von Belp aus in die Badeferien schicken. Unter anderem mit der Fluggesellschaft Skywork.

Tui Suisse will die Kunden vermehrt von Belp aus in die Badeferien schicken. Unter anderem mit der Fluggesellschaft Skywork. Bild: Christian Pfander

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Gleich zwölf Badeferien-Destinationen will Tui Schweiz diesen Sommer ab Belp bedienen. Wieso entdeckt Ihr Unternehmen den Berner Flughafen gerade jetzt für sich?
Martin Wittwer: Tui Suisse verfügt in der Schweiz über das grösste Flugangebot für Badeferien ab Basel, Friedrichshafen, Genf und Zürich. Auch Reisen ab Bern haben wird seit Jahren im Angebot – allerdings nur mit geringen Kapazitäten. Diese Lücke schliessen wir ab diesem Jahr. Wir haben die Kapazität prozentual zweistellig auf rund 2000 Plätze erhöht. Bern soll ab diesem Jahr ein fester Pfeiler in unserem Portfolio sein.

Sie stammen selbst aus Sigriswil. Wie sehr hat der Fakt, dass Sie selbst Berner sind, den Entscheid beeinflusst?
Ich weiss, dass der Flughafen ein Bedürfnis ist für die regionale Bevölkerung. Das höre ich auch immer wieder, wenn ich mit meiner Familie und Freunden rede. Woher ich komme, hatte mit unserem Entschluss aber nichts zu tun. Es war viel mehr ein strategischer Entscheid: Wir sehen einfach, dass unsere Ferien stark nachgefragt wird.

Worauf führen Sie die grosse Nachfrage zurück?
Wichtige Faktoren sind der Standort und die überschaubare Grösse des familiären Flughafens. Wir verfügen zudem in der Region über starke eigene Reisebüros und Vertriebspartner wie Globetrotter und Schär-Reisen.

Mit welchen Fluggesellschaften werden Sie in Bern kooperieren?
Unsere Kapazitäten werden wir bei Helvetic Airways und Skywork einkaufen.

Gerade Skywork steckte zuletzt in Schwierigkeiten. Selbst der neue Firmenchef Rolf Hartleb war sich im Herbst nicht mehr sicher, ob der Flugbetrieb eingestellt werden muss. Geht Tui hier nicht ein Risiko ein?
Unsere Rennstrecken und Dauerbrenner bei den Badeferien-Destinationen sind Mallorca und die griechischen Inseln. Dort haben wir die besten Produkte und mit Helvetic Airways einen sehr guten und sicheren Partner. Die strategisch weniger wichtigen Destinationen mit weniger Volumen ergänzen unser Angebot – dort kommt Skywork zum Zug.

Hat Skywork Ihrer Meinung nach den Turnaround also geschafft?
Uns war und ist bewusst, dass es mit Skywork in alle Richtungen gehen kann. Wir glauben an Skywork und fliegen nur mit Airlines, von denen wir überzeugt sind, dass deren Flugzeuge abheben werden.

Sollte der Flughafen Bern-Belp ausgebaut werden?
Der Flughafen hat aus touristischer Sicht und wegen den Geschäftsreisen eine Berechtigung und wirtschaftliche Bedeutung. Wachstumspotential gäbe es beispielsweise auch beim Skitourismus. Ob es dazu allerdings einen Ausbau braucht, weiss ich nicht. Das ist ein politischer Entscheid.

Sie nennen Mallorca und die griechischen Inseln als beliebte Reisedestinationen. Wie sieht es mit dem politisch kriselnden Ägypten aus?
Das Geschäft hat sich schneller als erwartet erholt. Ägypten ist eine der Top-3-Destinationen von Tui. Wir glauben sehr stark an diese Destination. Die Kunden fassen wieder Vertrauen. Ich selbst war im November auch dort, um ein paar Tage auszuspannen. Alle Leistungen werden wie gebucht erbracht. Die Gäste fühlen sich sicher und wohl.

Wie sieht es mit Tunesien aus, dem Gastland der diesjährigen Berner Ferienmesse?
Tunesien hatte für uns nie die gleiche strategische Wichtigkeit wie Ägypten – entsprechend läuft das Geschäft verhaltener. Mir ist es unerklärlich, dass die Nachfrage derart zurückging. Ich sehe keinen Grund, der total gegen Tunesien spricht, im Gegenteil. Das Land hat die Grundlagen für Wachstum gelegt – das Produkt passt, die Leute und Mitarbeiter im Tourismus sowie deren Familien zählen auf uns. Doch es sind nicht wir, die die Trends setzen, sondern die Konsumenten.

Tui selbst setzt ab Bern nur auf Badeferien. Städtereisen sind kein Thema?
Wir bieten als Veranstalter klassische Ferienflüge an. Städtereisen werden entweder in den Reisebüros oder online gebucht. Die Basis dafür sind jedoch die Angebote der Fluggesellschaften, welche Bern anfliegen.

Tui betreibt in der Region elf eigene Reisebüros und arbeitet eng mit Partnern wie Schär-Reisen und Globetrotter zusammen. Geht überhaupt noch jemand in Reisebüros oder wird fast nur noch über das Internet gebucht?
Das Internet ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken – und das äussert sich selbstverständlich auch bei der Reiserecherche und der Buchung. Eine von Tui in Deutschland in Auftrag gegebene Untersuchung – deren Resultate bei uns in der Schweiz ähnlich sind – hat allerdings ergeben, dass jede zweite Buchung mit der Informationssuche im Internet beginnt, aber im Reisebüro endet. Gerade junge Familien und ältere Gäste kombinieren on- und offline. Wir von Tui versuchen diesem Trend gerecht zu werden und auf allen Kanälen präsent zu sein. Beispielsweise ist auch die Ferienmesse*, die zurzeit in Bern stattfindet, äusserst wichtig für uns.

*Die Ferienmesse in Bern findet vom 16. bis am 19. Januar statt. Gastland ist dieses Jahr Tunesien. Die Sonderbeilage der Berner Zeitung finden Sie hier. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

(Erstellt: 16.01.2014, 15:05 Uhr)

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Martin Wittwer (52), gebürtiger Berner Oberländer, kennt den Tourismus von der Pike auf. (Bild: zvg)

Zur Person

Martin Wittwer (51) leitet Tui Suisse seit 1999 als CEO. Der Berner Oberländer lernte den Tourismus ab 1983 zuerst als Leiter Sport im Hotel Tirreno auf Sardinien kennen. 1985 wechselte er zu Kuoni Schweiz. Dort war er unter anderem als Product Manager Twen Club, Leiter Werbung/Marketing Services und Direktor des damaligen Reisbüros Popularis in unterschiedlichen Funktionen tätig. Vor seinem Wechsel zu Tui führte er als Direktor/GL-Mitglied den Vertrieb.

Wittwer engagiert sich im Vorstand des SRV, als Stiftungsrat im Garantiefonds der Schweizer Reisebranche und der Laureus Foundation Switzerland. 2009 wurde er mit dem «Travel Manager Personality Award» als Persönlichkeit der Tourismusbranche ausgezeichnet. Wittwer ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Wollerau (SZ).

Mit Tui ab Bern

Im Geschäftsjahr 2012/13 steigerte Tui Suisse den operativen Gewinn auf 8,7 Millionen Franken. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz sank um 0,8 Prozent auf 604 Millionen Franken.

Auch für das neue Reisejahr zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Die Preise lägen auf dem Niveau des Vorjahres und seien damit attraktiv. Der Buchungseingang sei zudem erfreulich gut angelaufen.

Ab Bern bieten Tui Suisse Reisen zu folgenden Destinationen an: Mallorca, Brindisi, Rhodos, Heraklion, Kos, Ibiza, Menorca, Cagliari, Olbia, Split, Zadar und Rijeka.

Ab Bern nach Usedom

Wie der Flughafen Bern-Belp am Donnerstag mitteilte, wird ab Mai einmal pro Woche ein Flug auf die deutsche Ostseeinsel Usedom durchgeführt. Bedient wird die Strecke durch die polnische Fluggesellschaft Eurolot.

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