Toyotas Pannenfahrt hat Europa erreicht
Aktualisiert am 28.01.2010 1 Kommentar
«Es wird einen Rückruf geben, das steht fest. Die Rückrufaktion ist aber noch nicht angelaufen, weil wir noch immer keine Klarheit haben», sagte eine Toyota-Sprecherin gegenüber Nachrichtenagenturen. Es werde geprüft, in welchen Modellen die problematischen Pedale des US-Zulieferers CTS eingebaut seien und um welche Produktionsjahre und Stückzahlen es gehe.
Obwohl die in Europa verkauften Fahrzeuge fast alle auch in Europa produziert werden - in Frankreich, England, Tschechien und Polen - prüft das japanische Unternehmen sicherheitshalber auch, ob in diesen Wagen die unsicheren Pedale eingebaut worden sein könnten. «Es gibt aber keine Pläne und keine Notwendigkeit, auch in Europa die Produktion zu stoppen», betonte Knechtges.
Falls in Europa tatsächlich zwei Millionen Autos in die Werkstätten müssen, würde sich die Rückrufaktion auf insgesamt acht Millionen Fahrzeuge erstrecken. Diese Grössenordnung entspricht fast dem gesamten Fahrzeugabsatz des Konzerns in einem Jahr.
Weitere Autos zurückgerufen
Am späten Mittwoch hatte Toyota ( 76.8 -0.52%) weitere knapp 1,1 Millionen US- Kunden aufgefordert, ihre Wagen in die Werkstatt zu bringen. Rutschende Fussmatten drohen sich derart mit den Pedalen zu verkeilen, dass der Wagen unkontrolliert beschleunigt. Wegen des gleichen Defekts hatte Toyota bereits im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Autos zurückgerufen.
Toyota habe sich entschieden, weitere fünf Modelle in den Rückruf einzubeziehen, teilte der Hersteller mit. Darunter befindet sich der Verkaufsschlager Corolla. Auch der US-Konkurrent General Motors ist in Mitleidenschaft gezogen: Der auf Toyota-Technik basierende Kompaktwagen Pontiac Vibe muss ebenfalls zur Reparatur.
Damit laufen zwei grosse Rückrufaktionen parallel: In der vergangenen Woche hatte Toyota einräumen müssen, dass in 2,3 Millionen Autos Gaspedale in der durchgetretenen Stellung festhängen bleiben können. Toyota hat den Verkauf aller betroffenen Modelle gestoppt und will auch seine Produktion anhalten, um den Fehler zu beseitigen.
Zulieferer weist Schuld von sich
Für Toyota ist neben dem Imagedebakel auch der finanzielle Schaden immens: Von dem Verkaufsstopp ist fast die halbe Modellpalette betroffen. Experten rechen mit Millionenverlusten jeden Tag.
Der Zulieferer CTS, von dem die klemmenden Gaspedale stammen, wies am Mittwoch jede Schuld von sich. Alle Produkte seien nach den Vorgaben von Toyota gefertigt worden, teilte das Unternehmen aus Elkhart im US-Bundesstaat Indiana mit. Zwischenzeitlich hat der Zulieferer die Gaspedale neu gestaltet, getestet und will mit der Auslieferung an Toyota beginnen. (bru/sda)
Erstellt: 28.01.2010, 13:35 Uhr
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