Wirtschaft
Tanken für 80 Rappen pro Liter: Aldi machts möglich
Von Samuel Reber. Aktualisiert am 30.06.2009 32 Kommentare
Die drei von der Billig-Tankstelle: Markus Friesacher (Mitte) mit seinen Partnern Stephan Pröll und Elisabeth Eder. (Bild: Keystone)
Seit Montag gibt es bei drei Filialen des Discounters Hofer (im Besitz von Aldi) in Salzburg einen Liter Diesel für 0,525 Euro und einen Liter Super für 0,592 Euro. Umgerechnet sind das rund 80 Rappen. Dies berichtet die Zeitung «Österreich».
Die Tankstellen kommen ohne Personal aus. Bezahlt wird mit der Karte an einem Automat. Das Angebot ist ein riesiger Erfolg. Vor den Parkplätzen hätten sich Schlangen mit bis zu 100 Autos gebildet. Auch aus Bayern seien Leuten zum Tanken hergefahren.
«Ein riesiger Erfolg»
Betrieben werden die Tankstellen in Zusammenarbeit mit Aldi von Unternehmer Markus Friesacher und seiner FE-Trading GmbH. «Von morgens früh an ein riesiger Erfolg», bilanziert der Mann.
Die Konkurrenz schaute nicht lange zu. Auch Shell und der Anbieter OMV senkten die Preise von rund einem Euro pro Liter auf etwas über einem halben Euro. «Dort, wo Discounter aggressiv in den Markt gehen, reagieren wir natürlich auf deren Preisniveau», heisst es laut «Österreich» seitens der Mineralölgesellschaften.
«Das hält keiner lange durch»
Werden die Benzinpreise in Österreich nun auf Dauer so günstig bleiben? Friesacher dementiert laut Nachrichten.at: «Diesen Preis werden wir aber so nicht halten können. Wir sind damit 30 Cent unter dem Einkaufspreis.»
«Wir sehen die niedrigen Preise als Einführungsangebot. Marketing ist in Ordnung, im Handel gibt es ja auch einen Ausverkauf. Derzeit sehe ich nicht, dass wir mitziehen müssten. Geht das allerdings längerfristig so weiter und wir verlieren Volumen, dann müssen wir sicher reagieren», sagt der BP-Österreich-Chef Manfred Killian. Er sieht ein baldiges Ende des Preiskampfes: «Das hält man nicht lange durch – wenn man seriös ist.»
«Nicht ausgeschlossen»
Wäre Discount-Benzin auch ein Geschäftsmodell für Aldi Suisse? «Es ist nichts ausgeschlossen», sagt Pressesprecher Sven Bradke zu Bernerzeitung.ch/Newsnet. Bereits bestehende Angebote wie Prepaid-Telefone, Günstigreisen und der Fotoservice würden zeigen, dass man den Detailhandel stets ausgeweitet habe. In Winterthur laufe zudem zudem zusammen mit der Stadt ein Versuch mit einer Gas-Tankstelle.
Bereits einmal habe es ein interessantes Modell von Hofer aus Österreich in die Schweiz geschafft. Und zwar dasjenige mit den Discount-Ferien. Erst nach Aldi Suisse hat dann auch die deutsche Aldi Süd diese Idee aufgenommen und umgesetzt. Vielleicht kommt das Benzin zu tieferen Preisen ebenfalls auf diesem Weg zu uns. Bradke will nichts bestätigen. Aber wiederholt: «Ausgeschlossen ist nichts.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.06.2009, 12:37 Uhr
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32 Kommentare
wenn die CH endlich das benzin verbilligen statt verteuern würde, wie das in anderen staaten der fall ist, könnte man in der klimadiskussion endlich auf gleicher höhe miteinander diskutieren. das künstliche verteuern und steuern-wollen (siehe agrarpolitik, tabak- und alkoholpreise) ist völlig daneben. aldi soll von mir aus eine solche tankstelle an jeder ecke eröffnen Antworten
30 Rp. billiger und im Umkreis von 10 km, das würde ich machen. Sonst nicht, denn der gefahrene km inkl. Amortisation kostet je nach Auto 0.5 - 1 CHF. An Hans Müller, Zeit 14.50 Uhr: Typisch CH-Denken!!! Siehe bitte $ 2500 Auto in Indien (Tata?). Davon werden 100'000e verkauft, das sind Dreckschleudern, bitte global denken, danke. Antworten
Menschlich, dass uns die Schnäppchenjagd gefällt, wir sind noch immer Jäger! Solche Rappenspaltereien führen doch meistens zu unnötigen Kilometer-Fahrten, welche die Umwelt eh bereits genug verschmutzen; -> schon absurd! Aber eben, schauen die meisten nur für die "eigene" Kasse. Umso tragischer, bezahlen wir alle jedem seinen verschwenderischer Fussabdruck im Kollektiv, eher bald als später! Antworten
»»BRAVO««!! Aufmerksamkeit erregen um jeden Preis. Und Viele stehen prompt an. Dererlei Marketing-Provokationen von wem auch immer helfen uns nicht! Zumindest solange wir nicht auf Eintagsfliegen fliegen. Aber dieser Trend nimmt offensichtlich stetig zu. Auf Kosten, rechnet man alles zusammen, der Allgemeinheit. Hauptsache wir sind suggeriert, billig Waren erwerben zu können, um jeden Preis. Antworten
@Jakob Funkhauser: Selten so gelacht. Übernahme vom Migros anordnen <-- das würde die EU sich nicht gefallen lassen. Der Wirtschaftskrieg wäre dann da und die kleine Schweiz würde bestimmt nicht auf der Siegerseite stehen. Denken Sie mal realistisch ! Antworten
Versagt der Markt oder eher die Politik ? Da wird Bundesbern nur staunen, wenn ein Billiganbierter nicht die errechneten Erträge "abgeben", welche sich wie folgt zusammensetzen 16.8 % Mineralölzuschlag, 24.1 % Mineralölsteuer und 7.6 % MWst. Denn der effektive Warenwert auf den Benzinpreis beläuft sich nur auf 42.1 %. Hinzu kommt eine marginale Handelsspanne von 9.4 % !! Antworten
endlich wird den Mineralölgesellschaften mal der kampf angesagt, ich habe zwar mein Auto abgeschafft, aber dennoch finde ich das es eine gute Idee ist der Discounter die Mineralölpreise rabide zu senken, denn eine abzockerei der Minalölgeschellschaften ist es alle mal, zu bestimmten Zeiten die preise zu bestimmten zeiten massiv zu erhöhen. Antworten
Wusste der Lieferant des Benzins zu welchen Schleuderpreisen Aldi es verkaufen wird? Wahrscheinlich eben nicht, deshalb wird der Lieferant weiteres Benzin wahrscheinlich gar nicht mehr an Aldi liefern! ;-) Aber es passt: Aldi hat 1A-Qualität und faire Preise, kaufe immer gerne dort ein! Antworten
Das ist nicht gut für uns Kunden in der Schweiz. Ich werde weiterhin lieber zur Migrol gehen. Höchste Zeit ,dass das eidgenösische Departament für Kundenschutz zusammen mit der Wettebewerbskommison (WEKO) einschreiten und per dekret dem Aldi die Lizenz entziehen oder eine Übernahme von der Migros anordnen (wie im Fall Denner). Antworten
Endlich einer der es wagt den "stillen" Preisabsprachen die Stirn zu bieten, hat sich nicht mal einer gefragt warum die Tankstellen grossflächig Ihre Preise publizieren und die nächste Tankstelle den gleichen Preis hat. Ich denke schon aber es wird einfach toleriert, ist doch klar höhere Benzinpreise ergeben mehr einnahmen in den Steuern. Bravo ALDI mit dem Vorstoss, auch wenn es nur zu MKT dient Antworten
Marketing hin oder her, wenigsten bleibt bei Aldi (und Lidl) nichts unversucht um an Kunden zu kommen. Warten wir mal ab, ob Aldi den Versuch auch in der Schweiz lancieren wird und somit nicht nur die Migros und Coop mit ihren Benzingesellschaften sondern die anderen Benzinanbierter in Zugzwang bringen werden. Der Konsument freut sich auf alle Fälle auf solche Aktionen !! Antworten
Sehr guter Marketing-Gag. Hoffentlich ist dann aber wirklich auch Benzin vorhanden, denn Aldi hat auch sonst einige gute Aktionen durchgeführt, allerdings nie in genügender Menge und daher oft Lockvogel-Angebot. Gerade kürzlich wieder super Koffer-Aktion. Allerdings bereits 1 Stunde nach Ladenöffnungszeit am Morgen früh bereits ausverkauft, eine ist eine Frechheit. Antworten
Aus unbestätigten Quellen wird berichtet, dass der elektrische Strom in der Romandie rund 30% günstiger angeboten wird als in der übrigen Schweiz. Dies hat die SBB dazu veranlasst, ihre Züge nur noch in den Kantonen Fribourg, Neuchâtel, Waadt und Genf verkehren zu lassen, was zu Überbelastung und teils dramatischen Szenen im welschen Schienennetz führte... Antworten
Das Marktgebaren mancher Discounter nimmt doch ziemlich groteske Formen an, um neue Kundschaft anzulocken! Ein Benzinpreis von CHF 0.80 widerspiegelt weder die Knappheit des Gutes noch externe Faktorkosten (neg. Umwelteinflüsse / Immissionen). Da werden unsinnige Anreize geschaffen und die falschen Produkte zu Ramschpreisen (40% unter EP) verhökert. Die Politik müsste schnellstens intervenieren. Antworten
Es ist eigentlich "lustig" zu sehen, wie immer just auf den Zeitpunkt der Sommerferien die Benzinpreise steigen. Mit dem heutigem Niveau des Ölpreises müssten die Benzinpreise viel tiefer sein. Wo bleibt der Gewinn? Wer verdient sich heute dumm und dämlich? Autofahrer(in) müsste konsequent nur noch Migrol- oder Coop- oder sonstige Billigsttankstellen benutzen und so die Grossen in die Knie zwingen Antworten
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Fritz Steiner
80 Rappen für einen Liter Benzin, wenn der Fiskus schon einen Franken Gebühren abkassiert. Da müsste der Sprit ja geklaut sein und an den Abgaben vorbeigeschmuggelt werden. Antworten