Tamiflu: Neue Kritik an Roche
Von Matthias Meili. Aktualisiert am 20.01.2012 2 Kommentare
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Die Wirkung des Grippemedikaments Tamiflu ist heiss umstritten. Kritische Forscher vermuten seit geraumer Zeit, dass die Wirkung des vor allem während der Schweinegrippe von vielen Staaten angeschafften Medikaments geringer ist, als dies Studien des Herstellers Roche (ROG 152.4 0.26%) weismachen wollen. Nun haben Forscher der renommierten Cochrane Collaboration – einem Institut, das sich auf die Meta-Analyse von Medikamentenstudien spezialisiert hat – und der amerikanischen John-Hopkins-Universität im Fachjournal «British Medical Journal» einen Artikel veröffentlicht, in dem sie dem Pharmaunternehmen erneut vorwerfen, entscheidende Daten zurückzuhalten. Denselben Vorwurf erhoben die Forscher um Thomas Jefferson bereits vor zwei Jahren, worauf Roche die Herausgabe wesentlicher Studien versprach.
In der Zwischenzeit konnten die Forscher tatsächlich mehrere Tausend Seiten weiterer Daten einsehen. Dabei stiessen sie nach eigenen Angaben jedoch auf Widersprüche zu bereits veröffentlichten Publikationen – auch bei Berichten über Nebenwirkungen. Zum Beispiel seien in einigen Studien schwere Nebenwirkungen in Form von psychischen Beeinträchtigungen oder Störungen des Nervensystems eingetreten. Diese Daten seien jedoch nicht veröffentlicht worden. Zudem kamen die Forscher nach einer sorgfältigen Analyse der Daten zum Schluss, dass Tamiflu die Antikörperproduktion beeinflusse – ein wichtiger Faktor, der die Wirksamkeit einer Grippeimpfung beeinflussen kann. Zudem hätten die einer unabhängigen Prüfung zugänglichen Daten nicht bestätigen können, dass das Medikament die Ansteckungsgefahr vermindere und Komplikationen wie eine bakterielle Lungenentzündung verhindere.
Roche kritisiert die Analyse
Roche weist die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Laut Mediensprecherin Silvia Dobry hätten zahlreiche Studien sowie die Erfahrungen aus der Praxis gezeigt, dass Tamiflu wirksam die Schwere und Dauer von Influenzasymptomen sowie auch spezifische Sekundärkomplikationen reduziere. Sie bemängelt zudem, dass die Datenanalyse von Cochrane auf Patienten mit Influenza-ähnlichen Erkrankungen beruhe. «Tamiflu wirkt aber auf das Influenzavirus als solches, weshalb die Untersuchungen nur mit Patienten durchgeführt werden sollten, die eindeutig mit einer Influenza diagnostiziert wurden», sagt Dobry. Sie betont zudem, dass den Gesundheitsbehörden weltweit die vollständigen Daten im Rahmen des Zulassungsverfahrens zur Verfügung gestellt worden seien. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.01.2012, 11:23 Uhr
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2 Kommentare
Eine humoristische Aufarbeitung eines punkto Patientensicherheit infolge fehlender politischer Einforderung des WZW-Kriteriums "Zweckmässigkeit" politisch im wirtschaftlichen Interesse der Leistungserbringer geförderte gesundheitliche Gefährdung , auch wenn es sich bei Tamiflu um ein Nicht-SL-Präparat handelt, zu finden auf der Facebook-Seite "Faire Medikamentenpreise" Antworten
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