Swatch will Smart Watches auf Bürgenstock einsetzen

Die Swatch Group und das Bürgenstock Resort arbeiten zusammen. Die Schweizer Uhrengruppe plant, auf dem Hotelgelände Smart Watches an die reiche Klientel zu bringen.

Swatch-Group-Chef Nick Hayek (links) überreicht Katara-Chef Bruno Schöpfer als Geschenk eine Swatch-Wanduhr mit Kuhzifferblatt.

Swatch-Group-Chef Nick Hayek (links) überreicht Katara-Chef Bruno Schöpfer als Geschenk eine Swatch-Wanduhr mit Kuhzifferblatt. Bild: Keystone

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Auf einer verschneiten Baustelle auf dem Bürgenstock oberhalb des Vierwaldstättersees besiegelten am Donnerstag die Swatch Group und die Katara Hospitality Switzerland AG ihre Kooperation. Nick Hayek überreichte Katara-Chef Bruno Schöpfer als Geschenk eine Swatch-Wanduhr mit Kuhzifferblatt. Umgekehrt erhielt der Swatch-Group-Chef Felsgestein vom Bürgenstock und eine Kiste Zigarren.

Die Zusammenarbeit zwischen dem weltgrössten Uhrenkonzern aus Biel und der Hotelgruppe aus Katar sieht vor, dass sich die Swatch Group im Resort Bürgenstock mit seinen vier Hotels auf 670 Quadratmetern einquartiert. Geplant sind fünf Fachgeschäfte für Uhren und Schmuck. Weiter stellt die Swatch Group den Hotels Kunstwerke zur Verfügung, die Kunstschaffende aus aller Welt in der Künstlerresidenz Swatch Art Peace Hotel in Shanghai erschaffen haben.

Schliesslich prüft die Uhrengruppe, inwiefern sich Zeitmesser mit Spezialfunktionen auf dem Hotelgelände einsetzen lassen. Hayek: «Ich stelle mir Uhren vor, mit denen die Kunden kontaktlos bezahlen oder Bonuspunkte für Dienstleistungen sammeln können.»

In der Schweiz, China, Brasilien und in den USA hat der Uhrenkonzern mit der Swatch Bellamy bereits einen Zeitmesser lanciert, mit dem die Konsumenten quasi mit dem Handgelenk zahlen können. Diese Uhren sind der Versuch der Swatch Group, im wachsenden Markt der sogenannten Smart Watches branchenfremden Konkurrenten wie Apple Paroli zu bieten.

«Schaden wird sichtbar»

Wie diese Zeitung erfuhr, ist Katara auf die Swatch Group zu­gegangen. Für Hayek ergibt eine Zusammenarbeit Sinn: «Hier tun sich zwei traditionelle Exportbranchen zusammen: der Tourismus und die Uhrenindustrie. Es ist ein Bekenntnis zum Standort Schweiz.»

Das Land müsse sein industrielles Erbe und seine Marken nicht zuletzt angesichts der ak­tuellen Wirtschaftslage pflegen. «Langsam wird der Schaden, den der starke Franken anrichtet, sichtbar», wetterte Hayek. Tourismus und Uhrenbranche müssten den Kunden ein emotionales Erlebnis bieten. «Berge und Tunnel allein reichen dafür nicht mehr», sagte er wohl auch mit Blick auf die Abstimmung über die zweite Gotthardröhre.

Das Bürgenstock Resort hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Weltstars wie Audrey Hepburn haben dort geheiratet. Seit dem Jahr 2008 besitzen Investoren aus Katar die Anlage, die allen offen steht. Katara wendet eine Milliarde Franken auf, um die Hotels zu sanieren und zu renovieren. Eröffnungstermin ist der Sommer 2017. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 26.02.2016, 10:14 Uhr)

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