Wirtschaft

Strom wird ab 2011 um bis zu 10 Prozent teurer

Der Berner Energiekonzern BKW will auf das nächste Jahr seine Strompreise erhöhen. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen die langfristige Wahrung der Versorgungssicherheit. Die Preiserhöhung dürfte unter 10 Prozent bleiben.

Wegen der Wirtschaftskrise verzichtete die BKW in diesem Jahr auf höhere Strompreise.

Doris Baumann

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Im vergangenen Jahr habe die BKW-Gruppe wegen der Wirtschaftskrise auf eine Strompreiserhöhung verzichtet, teilte sie am Donnerstag mit. Doch schon damals habe sie darauf hingewiesen, dass sich eine Preisanpassung ab 2011 nicht mehr vermeiden lasse.

BKW-Chef Kurt Rohrbach hält eine Erhöhung des Strompreises trotz des Gewinnsprungs seines Unternehmens im 2009 für gerechtfertigt. «Im Moment leben wir wegen den Rahmenbedingungen von der Substanz», sagte er vor den Medien in Bern. Der BKW müsse es aber ermöglicht werden, ihre Mittel zu erarbeiten.

Wie bereits bekannt, betrug 2009 der Gewinn der BKW 298,5 Millionen Franken. Das ist mehr als doppelt so viel im Vergleich zum Vorjahr (&115 Prozent). Der Umsatz wuchs um 2,8 Prozent auf knapp 3,6 Mrd. Franken.

Profitiert hat das Unternehmen vor allem vom Finanzergebnis. Die Entspannung auf den Finanzmärkten wirkte sich im Umfang von rund 75 Millionen Fr. auf das Ergebnis aus. Dazu kam ein buchhalterischer Sondereffekt in der Höhe von 29 Mio. Franken.

Stromkonsum gesunken

Der Stromkonsum sei im vergangenen Jahr wegen der Wirtschaftskrise gesunken, sagte Rohrbach. Allerdings fiel dieser Rückgang in der Schweiz mit 2 Prozent wesentlich geringer aus als im übrigen Europa.

Im traditionellen Versorgungsgebiet der BKW betrug der Rückgang fast 6 Prozent, da einige grosse Kunden den Betrieb zurückfahren oder gar einstellen mussten. Ausserhalb ihres angestammten Versorgungsgebiets gewann die BKW aber Marktanteile dazu.

«Zum Glück dürfen wir auch in andere Gebiete liefern», sagte Rohrbach. Damit aber der Strommarkt wirklich völlig frei funktioniere, müssten die gesetzlichen Grundlagen zwingend überarbeitet werden.

Zu den grössten Herausforderungen für die BKW zählt Rohrbach die stark zunehmenden regulatorischen Eingriffe. Schwierigkeiten ortet er auch bei den erneuerbaren Energien. Hier zähle die BKW in der Schweiz zu den Pionieren, sagte er.

Allerdings rege sich immer mehr Widerstand, so dass die Projekte zunehmend auf unterschiedliche Bedürfnisse treffen. Das Dilemma einiger Organisationen, die sich zwar für die Förderung stark machten, aber nicht zu konkreten Projekten ja sagten, könne die BKW nicht lösen.

Weniger Gewinn erwartet

Für das laufende Jahr rechnet die BKW-Gruppe nun mit einer stabilen Entwicklung des Energiegeschäfts und einem Umsatz im Rahmen des Vorjahres. Beim Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA und dem Reingewinn dürfte das Unternehmen aber unter den Vorjahreswerten zurückbleiben.

Die BKW begründet dies mit der unsicheren Konjunkturentwicklung und den weiterhin tiefen Energiepreisen auf den internationalen Märkten. Auch die Aufwendungen für strategische Projekte und die regulatorischen Vorgaben dürften auf das Ergebnis drücken. (met/sda/)

Erstellt: 18.03.2010, 12:36 Uhr

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5 Kommentare

Müller Klaus

19.03.2010, 13:28 Uhr
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Die BKW soll momentan von der Substanz leben und auf Strompreiserhöhungen im vergangenen Jahr aufgrund der Wirtschaftskrise verzichtet haben. Die BKW hat im Jahr 2009 einen Reingewinn von 298 Mio. (Vorjahr 139 Mio. => +114%!!!) erwitschaftet, der Wirtschaftskrise zum trotz und ohne Erhöhung der Strompreise! Ein Gewinnsprung von 114% rechtfertigt natürlich eine Preiserhöhung für den Konsumenten.. Antworten


Werner Meer

19.03.2010, 08:20 Uhr
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Der Verbraucher-Strompreis kann erhöht werden. Dagegen sollten die Grundgebühren massiv gesenkt werden. Nur so können die Verbraucher zum Stromsparen angeregt werden. Bei diesen hohen Grundgebühren werden die Kleinbezüger unverhältnismässig belastet. Antworten


philipp glanzmann

18.03.2010, 17:00 Uhr
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also das wasser 18% der der strom 10%, also wer will das noch bezahlen können Antworten


Andreas Moser

18.03.2010, 13:48 Uhr
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Sonntagszeitung: "Elektrizitätswerke zocken wie die Banken mit Energiederivaten – 2008 hat das Volumen in der Schweiz 72 Milliarden betrogen" Auch da muss der Konsument für Verluste aufkommen. Elektizitäts- und Wasserwerke sollen dem Volk gehören! Mit der Privatisierung und Uebernahme des europäischen Preises soll Schluss gemacht werden: Ist Preistreibend! Mit Zockerei werden Bürger enteignet! Antworten


Bruno Mattli

18.03.2010, 12:57 Uhr
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Das ist aber eine der lustigsten Begründungen, die ich seit einiger Zeit! Bei einem sich abzuzeichnenden Gewinn von CHF 290 MIo. Hoffentlich werden jetzt so mehr Gelder frei für die Solarenergie subventionierung. Antworten




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