Streit um Milliarden: Lehman attackiert Barclays

Aktualisiert am 19.03.2010 2 Kommentare

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers sorgt weiter für Zündstoff. Besonders der Notverkauf des nordamerikanischen Kerngeschäfts an die britische Barclays Bank erregt die Gemüter.

Die Lehman-Pleite sorgt immer noch vor Ärger: Ein entlassener Angestellter verlässt das Bankengebäude in New York am 15. September 2008.

Die Lehman-Pleite sorgt immer noch vor Ärger: Ein entlassener Angestellter verlässt das Bankengebäude in New York am 15. September 2008. (Bild: Reuters)

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Das heutige Management wirft Barclays vor, durch Kungeleien einen viel zu niedrigen Preis gezahlt zu haben. Den «Schaden» bezifferte Lehman Brothers in einem Schreiben an das Insolvenzgericht in New York auf mittlerweile elf Milliarden Dollar.

Vor einem halben Jahr, als der Streit zum ersten Mal hochkochte, war noch von 8,2 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Seitdem, so sagt Lehman Brothers, seien neue Posten aufgetaucht. Die Aufarbeitung des Bankrotts, der im September 2008 die Finanzwelt erschütterte, gipfelte jüngst in einem 2200 Seiten starken Bericht eines Sonderermittlers. Lehman Brothers hatte sich wie so viele andere Insitute mit komplizierten Hypothekenpapieren verspekuliert.

Mehr Geld für die Gläubiger

Das jetzige Management von Lehman Brothers will den Verkauf an Barclays nachverhandeln, um für die Gläubiger mehr Geld herauszuschlagen. Es wirft Barclays vor, vielen damaligen Entscheidungsträgern der Investmentbank lukrative Posten im eigenen Hause versprochen zu haben.

Die Bankmanager hätten daraufhin einen «Rabatt» gewährt. Dieser Umstand sei dem Insolvenzrichter und dem Verwaltungsrat, die beide dem Verkauf zustimmen mussten, verschwiegen worden.

Barclays hatte die Vorwürfe bereits als «opportunistisch» und ohne Aussicht auf Erfolg zurückgewiesen. Lehman Brothers wolle jetzt, wo sich die Wirtschaft stabilisiere, schlicht einen höheren Preis herausschlagen.

Die Briten hatten keine 2 Milliarden Dollar für den dicksten Batzen an einer der ehemals mächtigsten Banken der Welt gezahlt. Das Geschäft, das bestreitet auch Barclays nicht, hat sich gelohnt: Gleich nach dem Zukauf floss ein milliardenschwerer Sondergewinn. (bru/sda)

Erstellt: 19.03.2010, 11:22 Uhr

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2 Kommentare

Karin Zink

19.03.2010, 09:54 Uhr
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Verkauft ist verkauft, die Tinte längst trocken. Der skandal ist doch, dass Lehmann nach dem Crash, der die globale Finanzwelt schädigte, überhaupt wieder da ist. Es ist Zeit, dass die geschädigten Staaten im Namen ihrer Volkswirtschaften (Steuerzahler) eine Straf- und Schadenersatzklage gegen die USA einreichen. Antworten


marie berner

19.03.2010, 09:17 Uhr
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Wer den Sondergewinn für die Barclays-Banker bezahlen musste, ist ja klar: Die Kunden von Lehmann. Die gucken jetzt in die Röhre. Antworten



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