Wirtschaft
Statistikfehler verzerren seit Jahren den Ölpreis
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Jede Woche wird er erwartet: der Bericht zu den amerikanischen Ölvorräten. Die Statistik ist ein Indikator für die Energienachfrage in westlichen Industriestaaten – und beeinflusst die Preise: Je nachdem, wie hoch der Bestand ist, steigt oder sinkt der Ölpreis.
Nicht immer sind aber Spekulanten für die Schwankungen des Ölpreises verantwortlich, wie sich jetzt herausstellte. Neu geriet nämlich ein bisher ungescholtener Akteur ins Visier, die Preise massiv zu verzerren: das US-Energieministerium.
Gravierende Mängel
In den letzten drei Jahren habe es mehrere Fehler im Lagerbericht gegeben, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtet. Sie stützt sich dabei auf interne Mails des Ministeriums sowie eine Analyse einer Beratungsgesellschaft.
Das Resultat: Amerikanische Unternehmen weisen ihre Vorräte oft höher aus, als sie tatsächlich sind – teilweise um über zwei Millionen Barrel (ein Barrel entspricht 159 Liter). Das sind keine vernachlässigbaren Werte. Denn oft steigen oder fallen die gesamten US-Vorräte pro Woche um weniger als zwei Millionen Barrel.
Ferner seien Technik und Methode der Datenerhebung hoffnungslos veraltet, heisst es in der Analyse. Die Daten würden noch manuell eingetragen, die Sicherheit sei äusserst mangelhaft.
Korrektur verzerrte die Statistik
Diese Erkenntnis schwächt die Bedeutung des Lagerberichts beträchtlich. Möglich ist, dass viele Preissprünge auf dem Ölmarkt nur auf falsche Lagerzahlen zurückzuführen sind.
So zum Beispiel am 16. September 2009, wie die Studie ausweist: Hier verzerrte eine Korrektur die Statistik. Ein Unternehmen hatte in der Vorwoche einen zu hohen Bestand ausgewiesen. Dieser wurde von der Statistikabteilung des Energieministeriums korrigiert, worauf der Ölpreis in die Höhe stieg. (reh)
Erstellt: 19.03.2010, 16:26 Uhr






