Spione machen Jagd auf Schweizer Bankdaten
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«Wir stellen eine Zunahme der Spionagetätigkeit gegen den Schweizer Bankenplatz fest», sagt Jürg Bühler, interimistischer Chef des Schweizer Nachrichtendienstes, des Dienstes für Aufklärung und Prävention (DAP), gegenüber der «NZZ am Sonntag». «Für ausländische Nachrichtendienste gehört es zum Business, an Bankdaten heranzukommen (…), zum einen, um der Terror-Finanzierung auf die Spur zu kommen, aber auch wegen der Steuerfahndung», führt Bühler aus. «Aus diesem Grund haben wir unsere Abwehranstrengungen intensiviert.»
Starke Zunahme an verdächtigen Diplomaten
Im Jahr 2008 wurden eine Einreisesperre gegen 21 ausländische Diplomaten verhängt, bei denen der Verdacht bestand, dass sie in der Schweiz spionieren wollten. Der Vergleich mit den Vorjahren unterstreicht die starke Zunahme: 2007 wurde bloss acht Diplomaten die Einreise in die Schweiz verweigert, 2006 waren es lediglich zwei.
Laut Bühler kamen die betroffenen Diplomaten «vorwiegend aus Oststaaten»; genauere Angaben über die Herkunft auch der übrigen mutmasslichen Spione macht Bühler «aus diplomatischen Gründen» nicht.
Finanzsektor neu im Visier
Bis anhin wurden vor allem Hightech-Firmen und Forschungsinstitute auf die Gefahren der Spionage aufmerksam gemacht. «Wir werden diese Aktivitäten nun vermehrt auch Richtung Finanzsektor ausrichten», führt Bühler gegenüber «NZZ am Sonntag» weiter aus. (mbr)
Erstellt: 24.05.2009, 15:35 Uhr
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