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Schweizer Manager decken sich mit eigenen Aktien ein

Von Angela Barandun. Aktualisiert am 16.08.2011 51 Kommentare

Chefs und Verwaltungsräte haben seit Anfang August für 76 Millionen Franken eigene Aktien gekauft. Den grössten Kauf gabs bei Novartis.

In seinem Unternehmen wurden am meisten eigene Aktien gekauft: Daniel Vasella, Chef von Novartis.

In seinem Unternehmen wurden am meisten eigene Aktien gekauft: Daniel Vasella, Chef von Novartis.
Bild: Keystone

Insider-Transaktionen im August

Kauf und Verkauf eigener Aktien durch Miglieder der Verwaltungsrats oder der Geschäftsleitung.

Zukäufe explodieren

Verhältnis zwischen Zu- und Verkäufen eigener Aktien in der Schweiz und Europa (Werte über 1 bedeuten, dass es mehr Zukäufe als Verkäufe gibt). (Bild: TA-Grafik ib / Quelle: 2iQ Research)

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Wenn man auf das Verhalten von Verwaltungsräten etwas gibt, dann ist die Botschaft klar: Novartis-Aktien muss man kaufen. Eines der Mitglieder des 11-köpfigen Aufsichtsgremiums hat letzte Woche für 60 Millionen Franken eigene Aktien gekauft. Am letzten Dienstag waren es 500'000 Stück à 41.38 Franken, am Mittwoch die doppelte Menge für 40.89 Franken. Novartis (NOVN 49.92 0.89%) äussert sich nicht zum Kauf, man kann aber davon ausgehen, dass Präsident Daniel Vasella dahintersteckt. Er hält bereits 3,3 Millionen Aktien, kein anderer Verwaltungsrat besitzt mehr als 110 000 Titel.

Novartis ist der grösste, aber kein Einzelfall: Auch bei Richemont, dem Rieter-Abspalter Autoneum und bei Swatch investieren die Chefs gerade Millionenbeträge in eigene Aktien. Seit Anfang August haben Topmanager und Verwaltungsratsmitglieder von Firmen, die an der Schweizer Börse kotiert sind, für insgesamt 76 Millionen eigene Aktien gekauft. Demgegenüber stehen Verkäufe von 1,4 Millionen bei lediglich 7 Firmen. Damit wurde 53-mal so viel gekauft wie verkauft – so stark im Plus lag der Indikator, der seit 2006 vom Beratungsunternehmen 2iQ Research erfasst wird, noch nie. Selbst wenn man den 60-Millionen-Kauf bei Novartis ausklammert, wurde fast 10-mal mehr gekauft als verkauft.

Kompensationsprogramme sind in der Schweiz stark verbreitet

Nicht nur in der Schweiz sind die Insider in Kauflaune. Die gesamteuropäischen Zahlen zeigen dieselbe Entwicklung (siehe Grafik). Und auch aus den USA wird gemeldet, dass die Insiderkäufe stark angezogen haben. Der gemeinsame Nenner ist dabei die Börsenentwicklung: Die Insider nutzen den Kurssturz an den Börsen, um sich mit eigenen Aktien einzudecken – wie zuletzt während der Finanzkrise. Die Novartis-Aktien etwa waren zuletzt Anfang März 2009 so günstig wie heute. Fast gleichzeitig stieg der Insider-Indikator in der Schweiz zum letzten Mal deutlich über 1.

Traditionell liegt das Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen in der Schweiz bei 0,2, in Europa bei 0,8, sagt Patrick Hable von 2iQ Research: «Schweizer Manager kaufen etwa gleich viele eigene Aktien wie ihre europäischen Kollegen. Aber sie verkaufen deutlich mehr.» Meist stammen die Aktien aus Kompensationsprogrammen. «Innerhalb Europas ist diese Kultur in Grossbritannien und in der Schweiz am weitesten entwickelt», so Hable.

Der gute Riecher der Geschäftsführer

Bleibt die Frage, ob der Optimismus der Manager in ihre eigenen Unternehmen berechtigt ist. Tatsächlich haben die Schweizer Insider einen guten Riecher – oder einen wertvollen Informationsvorsprung. Das zeigt eine Studie von Swisscanto und der Uni Zürich. Topmanager kaufen besonders häufig Aktien, bevor der Kurs steigt, und verkaufen, bevor er wieder absackt. Statistisch sind die Transaktionen umso erfolgreicher, je näher ein Insider am Geschehen ist: Geschäftsleitungsmitglieder sind der bessere Indikator als Verwaltungsräte.

Für den Käufer der Novartis-Aktien hat sich der Deal auf jeden Fall bereits gelohnt. Gestern waren die Titel 43.45 Franken wert. Auf dem Gesamtpaket macht das 3,3 Millionen Gewinn. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.08.2011, 06:32 Uhr

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51 Kommentare

Dan Diekreide

16.08.2011, 07:46 Uhr
Melden 78 Empfehlung

Der Verdacht kommt auf, dass der ganze Börsencrash eine perfekt gemachte Inszenierung ist, um die Mächtigen noch mächtiger, die Reichen noch Reicher und die Politik noch abhängiger von der Finanzherrschaft zu machen.
Es bedeutet nichts weniger als das Ende der Politik.
Antworten


Amon Scherrer

16.08.2011, 08:12 Uhr
Melden 27 Empfehlung

@Dan Diekreide: Ob es beabsichtigt war oder nicht, das Resultat ist wohl so. Die Politik als lenkende, regulierende Instanz hat sich abgemeldet. Und zwar über alle Landesgrenzen hinweg. Antworten



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