Schweizer Börse baut sechzig Stellen ab
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 22.11.2011 16 Kommentare
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Es war eine böse Überraschung, die die SIX-Mitarbeiter vergangene Woche erlebten. 60 Stellen baut die SIX-Gruppe insgesamt ab. 30 Leute wurden in Zürich Knall auf Fall freigestellt, 11 Personen verloren in Deutschland ihren Job, der Rest wird über natürliche Abgänge eingespart. Teilweise mussten die Mitarbeiter ihre Büros bereits am Tag danach räumen, im Beisein von Mitarbeitern des Personaldienstes. SIX-Sprecher Alain Bichsel bestätigt die Kündigungen: «Das wirtschaftliche Umfeld hat sich im Zuge der Finanz- und Währungskrise in den letzten Monaten drastisch verschlechtert. Dies hat uns veranlasst, unsere Kostenbasis zu überprüfen.»
Der Abbau betrifft den Bereich Zahlungsverkehr. In diesem Bereich arbeiten etwa 1000 Leute. Neben der Reduktion von administrativen Kosten und des Marketingbudgets wurden Expansions-Projekte beerdigt. «Dazu kommt, dass wir in den letzten Monaten grosse Projekte abgeschlossen haben», sagt Bichsel. «Diese Massnahmen führen leider auch zu einem Stellenabbau in verschiedenen Bereichen. Dabei werden soweit möglich offene Stellen nicht mehr besetzt, die Aufträge an externe Mitarbeitende auf das Nötigste reduziert und die natürliche Fluktuation genutzt.»
Ausbau rechnet sich nicht
Hintergrund des Abbaus ist neben der Wirtschaftslage die Zusammenlegung jener zwei Divisionen, über die das Schweizer Kreditkartengeschäft organisiert ist: Multipay und Cards & Payments sollen per Anfang 2012 zusammengeführt werden. Im September wurde bekannt, dass Niklaus Santschi neuer CEO dieser Division werden soll. In den vergangenen Jahren wurden diese Bereiche noch massiv ausgebaut, allein letztes Jahr kamen rund 50 Stellen hinzu. Offenbar rechnet sich der Ausbau nun nicht.
Daneben läuft in diesen Divisionen ein Verfahren der Wettbewerbsbehörden. Dies, weil die SIX in der Abwicklung des Kartengeschäfts einen Marktanteil von rund 70 Prozent besitzt. Das hat bereits vor Jahren die Wettbewerbsbehörde auf den Plan gerufen, die SIX wurde mit einer Busse von sieben Millionen Franken bestraft. Dagegen hat die SIX zwar rekurriert, bis heute steht der Entscheid aus. Trotzdem überlegen sich die Verantwortlichen der SIX seit längerem, einen Teil der Division Cards & Payments zu verkaufen.
Kein Projekt spruchreif
Durchgespielt wurden Varianten wie ein Börsengang oder auch ein Verkauf an Private-Equity-Gesellschaften. Möglicherweise werde mit den Rationalisierungsmassnahmen ein Verkauf vorbereitet, heisst es hinter vorgehaltener Hand. Bichsel betont allerdings, im Moment sei kein solches Projekt spruchreif, der Bereich Cards & Payments sei ein wichtiger Bestandteil der SIX-Gruppe. Etwas befremdlich ist der Stellenabbau aus Mitarbeitersicht: Noch für das erste Halbjahr 2011 waren im Geschäftsfeld Zahlungsverkehr höhere Volumen gemeldet worden. Zudem hat die SIX erst kürzlich 800 Millionen Franken für den Verkauf von Eurex an die Deutsche Bank eingestrichen. Damals hiess es, die Aktionäre – im Fall der Börse sind dies die Banken – überlegten sich, wofür dieses Geld eingesetzt werden könnte. Dabei dachte man auch an die Ausbaupläne in Deutschland und Österreich, die nun offenbar auf Eis gelegt wurden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 21.11.2011, 19:11 Uhr
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16 Kommentare
Es ist einfach jedes Jahr das gleiche Trauerspiel. Immer ende Jahr werden die Entlassungsrunden eingeläutet, um denjenigen Normalverdienern das Maul zu stopfen, die allenfalls berechtigte Argumente für eine Lohnerhöhung hätten. Dafür füllen sich die Manager die Bonus-Taschen, weil sie die Entlassungsziele erreicht haben! Antworten
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