Schindler kündigt Stellenabbau an
Aktualisiert am 26.10.2011 4 Kommentare
Eine Rolltreppe von Schindler in einem Einkaufszentrum im Tessin. (Bild: Keystone )
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Die Lifte und Rolltreppen von Schindler (SCHN 108 -0.46%) sind weltweit weiterhin gefragt. Wegen der ungewissen Aussichten will der Konzern aber stärker auf die Wachstumsmärkte setzen und weltweit 4 Prozent der Stellen abbauen. Die Schweiz soll davon nur marginal betroffen sein.
Schindler erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2011 einen Gewinn von 528 Millionen Franken, nur 2 Millionen Franken weniger als in der Vorjahresperiode. Im dritten Quartal belief sich der Gewinn auf 175 (2010: 191) Millionen Franken. Belastet wird der heute publizierte Semesterabschluss vom starken Schweizer Franken. Die Währungseffekte drückten die Zahlen um rund 12 Prozent.
Grosse Nachfrage
Von Januar bis September gingen bei Schindler Aufträge von 6,2 Milliarden Franken ein, 6,4 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. In lokalen Währungen resultierte aber ein Wachstum von 5,4 Prozent. Alle Regionen, am stärksten der asiatische und pazifische Raum, hätten zu dem Wachstum beigetragen, schreibt Schindler.
Ähnlich sieht es beim Umsatz aus. Mit 5,7 Milliarden Franken ist dieser 5,6 Prozent kleiner als in der Vorjahresperiode. In Lokalwährungen nahm der Umsatz aber um 6,3 Prozent zu. Das Betriebsergebnis Ebit sank um 7,7 Prozent auf 661 Millionen Franken. In Lokalwährungen wird ein Wachstum von 5,0 Prozent ausgewiesen. Die Ebit-Marge war mit 12,1 (2010: 12,2) Prozent stabil.
Schindler erwartet einen Jahresgewinn von 580 bis 610 Millionen Franken. Die Einschätzung der weltweiten Wirtschaftsentwicklung bleibe wegen der Schuldenkrise unsicher, schreibt der Konzern. Für Südeuropa und die USA seien die Konjunkturaussichten ungünstig.
Mehr in Asien – weniger in den USA
Um in diesem schwierigen Umfeld bestehen zu können, will Schindler in den nächsten Monaten Massnahmen umsetzen, die zu mehr Wachstum und Produktivität führen. Das Massnahmenpaket mit dem Namen Leap soll bis Ende 2013 positive Effekte von 150 Millionen Franken bewirken. Als mittelfristiges Ziel gesetzt ist eine Ebit-Marge von 14 Prozent.
Vorgesehen ist, in den strategischen Wachstumsmärkten China und Indien zu investieren und dort die Produktions- und Entwicklungskapazitäten auszubauen. Schindler beziffert das Investitionsvolumen auf 130 Millionen Franken. In den schwächeren Märkten will Schindler dagegen zurückfahren, um die Profitabilität zu sichern. Die Restrukturierungskosten dürften sich auf 100 bis 150 Millionen Franken belaufen und vor allem im vierten Quartal 2011 anfallen.
Konzernsprecherin Barbara Schmidhauser sagte auf Anfrage, dass etwa 4 Prozent des Personalbestandes reduziert werden dürfte. Besonders betroffen sein würden schwache Märkte wie Spanien, Portugal oder die USA.
Schweiz nur marginal betroffen
Schindler beschäftigte Ende September weltweit 44'300 Personen, 3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Schmidhauser sagte, dass die Schweiz nur marginal vom Stellenabbau berührt werde. Schindler sehe bis Ende 2012 eine Reduktion von 1 Prozent vor. Es würden Abgänge nicht ersetzt und es komme zu internen Verschiebungen. Die Produktionsstandorte Ebikon und Locarno seien nicht betroffen. (jak/sda)
Erstellt: 26.10.2011, 06:34 Uhr
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4 Kommentare
Es wird auf dieser Welt gebaut und gebaut ... In Asien, Mittelamerika und Afrika schiessen die Gebäude aus dem Boden und in den Himmel. Worum es geht? Es geht einmal mehr um Lohnkosten die dorthin verlagert werden und andererseits die Senkung der hiesigen Lohnkosten durch PFZ ... so bereitet man die CH auf den Abschwung vor. Normale CH Büäzer Löhne lässt man aussterben! Antworten
Jetzt wird es unheimlich: Novartis, Roche, Banken, Schindler.... alle bauen Arbeitsplätze ab! Was läuft falsch, was kann die Schweiz tun? Ist der hohe CH? Sind es zu hohe Lohnkosten? Was kann in der CH verbleiben, wenn der Lift/Rolltreppe in Indien mit den halben Kosten produziert werden kann und die Kunden ebenfalls nicht mehr in Europa sind? Antworten
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