SBB-Chef Meyer will «dem Schrecken ein Ende setzen»
Von Norbert Raabe. Aktualisiert am 31.05.2011 30 Kommentare
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
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Zusammenfassung
Die SBB mustern den pannenträchtigen Pendelzug ETR-470 per Ende 2014 aus. Die mit 4,2 Millionen gefahrenen Kilometern bald fällige Grossrevision ihrer vier Züge führten sie nicht mehr durch, teilen die SBB mit. Für früheren Ersatz fehle das Rollmaterial.
Von den einst neun ETR-470-Zügen des schweizerisch-italienischen Joint-Venture-Unternehmens Cisalpino AG waren vier an die SBB übergegangen. Seitdem diese die Wartung übernommen haben, seien die Störungen dieser Züge halbiert worden. Der Unterhalt des Pannenzuges bleibe aber «sehr wartungsintensiv».
Normale Züge einsetzen
Mangels Rollmaterial sei nicht möglich, den ETR-470 früher aus dem Verkehr zu ziehen. Damit diese Züge bis 2014 brauchbar bleiben, investiere die SBB weitere 12 Millionen Franken. Zudem wollten sie zwischen Zürich und Mailand neben den ETR-470 auch normale Züge einsetzen, was die Wartungsintervalle erweitere und die ETR schone.
Vom verbesserten Nachfolger-Zug des ETR-470, dem ETR-610, fahren gemäss dem am Dienstag präsentierten Fahrplanentwurf nur noch SBB- Züge dieses Typs auf Schweizer Boden - auf der Simplon-Linie zwischen Mailand und Basel oder Genf. Trenitalia setzt ihre sieben ETR-610-Züge laut SBB künftig nur noch im nationalen Verkehr ein.
Das hat indes Folgen für die Gotthard-Linie Basel-Luzern-Mailand: Dort löst ab Dezember 2011 ein ETR-470 den ETR-610 ab, womit die Verlängerung nach Venedig nicht mehr weitergeführt werden könne. Es gebe Anschlussverbindungen in Mailand. (sda) -
14:14 Uhr
Damit ist die Pressekonferenz beendet.
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14:12 Uhr
Auf eine kritische Nachfrage des Pro-Bahn-Präsidenten Kurt Schreiber nach der Haltung der italienischen Bahngesellschaft gegenüber den Schweizer Kollegen beteuert Meyer, dass dort keine Probleme lägen.
Als Hauptgrund für das kommende Ende des Pendolinos auf Schweizer Bahnstrecken sieht er offenbar den Zug selbst. Mehrfach hat er auf der Pressekonferenz eingestanden, dass der Zug letztlich ein Problem sei, dass die SBB nicht bewältigen konnten. -
14:09 Uhr
Zu den Pendolino-Zwischenfällen in Ambri und früher im Zimmerberg-Tunnel: Ein Jounrnalist fragt Meyer, ob er die Sicherheit für die Fahrgäste garantieren könne. Der SBB-Chef antwortet mit einem Ja, und Flottenleiter Schenk betont in diesem Zusammenhang, dass die Ursachen für beide Probleme nicht identisch seien.
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14:06 Uhr
SBB-Personenverkehrschefin Pilloud erwidert, dass es tatsächlich nicht allein um die Neigetechnik gehe. Es gebe weitere Probleme mit den Zügen. Meyer setzt hinzu, dass er nie bestritten habe, dass bei den alten Pendolinos auch eigene Fehler gemacht worden sind.
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14:02 Uhr
Laut Meyer ist auch noch offen, ob die SBB auch künftig auf Neigetechnik setzen werden. Womöglich wird das Unternehmen im Zweifel eher auf bewährte Technik setzen. Ein anwesender Journalist kritisiert diese Worte: Nicht die Technologie sei das Problem, sondern schwache Wartung und eine "ungenügende Zusammenarbeit" der beiden Bahnen SBB und Trenitalia.
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13:58 Uhr
Fragen der anwesenden Journalisten: Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber will wissen, wie die SBB die Qualität bei schlechtem Rollmaterial sicherstellen wollen.
Pilloud antwortet: Die anfälligen Pendolinos sollen teils mit Lok-bespannten Zügen entlastet werden, die dank einer Sondererlaubnis von Italien bis nach Mailand fahren dürfen. -
13:55 Uhr
Pendolino-Pannen: SBB-Chef Meyer will "dem Schrecken ein Ende setzen". Der Weg zurück zur "Schweizer Qualität" soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein - im Zusammenhang mit den Plänen anlässlich der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels.
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13:50 Uhr
Laut Walter Schenk, Leiter Flotte International, haben die SBB die Probleme mit dem alten Pendolino mit eigener Instandhaltung um 50 % reduziert. Die Kosten dafür belaufen sich auf das Vierfache des Aufwands für einen anderen vergleichbaren ICN. Die Wartung der Pendolinos soll bis Ende 2014 rund 12 Millionen Franken kosten.
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13:48 Uhr
Zum Nord-Süd-Verkehr: Italien hat die neuen Pendolinos, also die ETR-610, für eigene Zwecke reserviert. Die alten Pendolinos vom ETR-470 bleiben im Betrieb. Zusätzlich wollen die SBB im nationalen Verkehr doppelte Züge einsetzen, vor allem von Zürich nach Chiasso, um Problemen vorzubeugen und die Pünktlichkeit zu sichern.
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13:47 Uhr
SBB-Personenverkehrsleiterin Jeannine Pilloud ergreift das Wort. Die neuen Spartickets sind ihr zufolge "ein Riesenhit".
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13:40 Uhr
Meyer erinnert von sich aus an die Probleme mit den berüchtigten Pendolinos. «Solche Bilder will ich nicht mehr sehen», sagt Meyer anlässlich des Zwischenfalls am 17. Mai auf der Gotthardstrecke. Er konstatiert auch bei der Pünktlichkeit ein zu schwaches Niveau.
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13:35 Uhr
SBB-CEO Meyer begrüsst die Gäste und beginnt seinen Vortrag. Ihm zufolge hat sich die Pünktlichkeit der SBB-Züge verbessert.
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13:30 Uhr
Bei einer Medienkonferenz im Basler Lokdepot haben die SBB soeben mitgeteilt, dass der Betrieb des pannenträchtigen Cisalpino zum Ende des Jahres 2014 eingestellt werden wird. Die bei 4,2 Millionen Kilometern Laufleistung fällige Grossrevision wird nicht mehr durchgeführt.
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Die Ausgangslage
Der jüngste Zwischenfall mit den Cisalpino-Neigezügen hatte erneut heftige Kritik ausgelöst. Am 17. Mai war in einem der Neigezüge ein Brand ausgebrochen. Der Zug musste zwischen Airolo und Ambri stoppen, rund 70 Fahrgäste mussten per Bus weiterreisen. Der betreffende Pendolino gehört zu jenen fünf Zügen, deren Wartung in der Verantwortung der italienischen Staatsbahn Trenitalia liegt. Zu diesem Zeitpunkt war dort nur noch ein Cisalpino einsatzbereit, während von den vier Zügen in der Obhut der SBB drei funktionstüchtig waren.
Proteste der Schweizer Eisenbahner
Am 27. Mai forderte das Lok- und Zugpersonal der SBB in einer Resolution, die Cisalpinos vom Typ ETR-470 aus dem Verkehr zu ziehen. Die Bahnangestellten hätten «die Nase voll» von diesen Zügen, wurde mitgeteilt. Seit die Neigezüge 1993 in Betrieb genommen worden sind, so die Kritik, seien die regelmässig wiederkehrenden Probleme nicht gelöst worden. Und wegen der spät oder gar nicht fahrenden Kompositionen gerate das Personal vonseiten der Kunden unter Druck.
Laut den SBB war in den vergangenen Monaten dank der Wartung in der Schweiz zwar eine Verbesserung gelungen. Doch unter dem Strich erfüllen die Kompositionen die Anforderungen noch immer nicht. Die Cisalpino-Pendolino- Züge sind in der Schweiz und in Italien unterwegs. Das Nachfolgemodell ETR 610 ist seit Juli 2009 in Betrieb. Von den sieben bestellten Zügen sind bisher sechs ausgeliefert. Die Erfahrungen mit ihnen sind laut den SBB bisher gut.
Erstellt: 31.05.2011, 13:32 Uhr
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30 Kommentare
Pendolino-Züge sind der Tribut an die italienische Schaffenskultur. Ich glaube nicht, dass ein Ausstieg es bringt. Mit der Lancierung der EU, oder der EU-Idee der PFK, geht auch die Rücknahme von besonderen Qualitäts-Ansprüchen einher. Man kann überall die Grenzen brechen, aber besser wird damit nichts. Schon gar nicht sollten wir andere Kulturen "erziehen", eigene Qualitäten sind nicht das Mass. Antworten
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