SBB gleisen Millionen-Sparprogramm auf
Aktualisiert am 07.09.2011 21 Kommentare
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Die SBB will trotz eines stabilen Halbjahresgewinnes ihre Kosten bis 2017 um über eine halbe Milliarde Franken senken. Das Sparpaket soll der SBB zusammen mit teureren Billetts helfen, neues Rollmaterial zu kaufen und die höheren Trassenpreise zu bewältigen.
Rund 220 Millionen Franken will die SBB bis 2017 bei den Struktur- und Verwaltungskosten einsparen, wie SBB-Chef Andreas Meyer am Mittwoch in Bern bekannt gab. Dies entspricht einer Reduktion in diesem Geschäftsteil um 20 Prozent. «Es werden Abläufe verbessert, aber auch Arbeitsplätze werden wegfallen», sagte Meyer.
Eine konkrete Zahl zum Stellenabbau wollte er nicht nennen. Er hoffe, die Reduktion bis 2017 über natürliche Abgänge und ohne Entlassungen zu schaffen. Gleichzeitig zum Abbau in der Verwaltung sollen in anderen Geschäftsteilen auch Stellen geschaffen werden.
Offen, aber skeptisch
Das Programm ist laut SBB im Grundsatz mit der Personalkommission und den Sozialpartnern abgesprochen. Im Gespräch mit ihnen werden nun die Details ausgearbeitet.
Die Bähnlergewerkschaft SEV zeigte sich in einer Reaktion «offen, aber skeptisch» zum Programm. Das erwartete Verkehrswachstum verlange eher nach einem Personalausbau. Die Gewerkschaft transfair erwartet ihrerseits eine sozialverträgliche Umsetzung.
Als weiterer Teil des Pakets strebt die SBB Effizienzsteigerungen über 250 Millionen Franken bei der Infrastruktur an. Mit dem gleichen Geld will die SBB mehr Leistungen erbringen und damit vor allem den Rückstand beim Unterhalt aufholen, wie Meyer sagte.
Sanierungsmassnahmen sind auch im chronisch defizitären Güterverkehr geplant: Sie sollen auf 80 Millionen Franken zu stehen kommen. «Ziel ist eine schwarze Null», sagte Meyer. Details dazu nannte er nicht.
Alle gefordert
SBB-Chef Meyer bezeichnete das Paket zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung als Beitrag der Bahn zu den absehbaren Zusatzkosten im Bahnverkehr. Wie Bund, Kantone und Nutzer müsse auch die Bahn ihren Beitrag leisten.
Der VCS verlangte in einer Reaktion, dass die SBB die höheren Trassepreise nicht vollumfänglich auf die Kundschaft überwälze. Meyer sagte dazu, die SBB sei bemüht, dies «im erträglichen Rahmen» zu halten.
Erfreuliches Halbjahresergebnis
Gleichzeitig gab die SBB auf der Fachmesse suissetraffic in Bern für das erste Halbjahr 2011 einen Gewinn von 166,5 Millionen Franken bekannt. Das Ergebnis liegt damit praktisch gleich hoch wie in der Vorjahresperiode (165,9 Millionen Franken).
Ohne Sondereffekte in der Höhe von 45 Millionen Franken unter anderem aus Immobilienverkäufen wäre das Ergebnis jedoch geschrumpft. Das Ergebnis sei «eher stagniert», sagte Finanzchef Georg Radon. Umsatzmässig ist die SBB dagegen wiederum gewachsen. Sie erwirtschaftete einen Ertrag von 3,96 Milliarden Franken ( 2,7 Prozent).
Dämpfer im Personenverkehr
Obwohl die SBB 3,5 Prozent mehr Passagiere beförderte (total 175 Millionen), musste der Personenverkehr einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Das Ergebnis ging zwischen Januar und Ende Juni trotz höheren Billettpreisen um 61,2 Millionen auf 94,4 Millionen Franken zurück (-39,3 Prozent). Den höheren Einnahmen standen unter anderem höhere Trassenpreise sowie Personalkosten gegenüber.
Dagegen verbesserte sich das Ergebnis im Güterverkehr deutlich, obwohl gerade dort die Frankenstärke ihre Spuren hinterlässt. Der Güterverkehr bleibt aber mit einem Minus von 7,2 Millionen Franken in den roten Zahlen (Vorjahr: -49,5 Millionen Franken) stecken.
Pünktlich wie nie
Einen Rekord vermeldete SBB-Chef Meyer schliesslich bei der Pünktlichkeit: 91,6 Prozent aller Züge seien weniger als 3 Minuten zu spät angekommen. Das sei ein «Allzeithoch», sagte Meyer. Verantwortlich dafür sei nicht zuletzt das gute Wetter. (bru/sda)
Erstellt: 07.09.2011, 10:08 Uhr
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21 Kommentare
In Deutschland wird auch neues Rollmaterial gekauft, aber das alte noch lange weitergefahren gelassen. Ob die Schweiz da ein Luxusproblem hat? Dafür sind dann auf kleinen Bahnhöfen auf einmal keine WCs mehr. Irgend etwas stimmt da nicht ganz. Und keiner analysiert die Lage objektiv. Aber den dummen Kunden kann man bis auf die Unterhose abzocken. Und in dreckige Züge mit kaputten WCs stecken. Antworten
Wo Gygi und Meyer auftreten werden in öffentlich-rechtlichen Betrieben reorganisiert und Stellen abgebaut. Zurück bleiben Investitionsleichen (Gygi: Post - Riesige unausgelastete Briefzentren ohne Zukunft, in diesem Fall hatten Béglé + Kunz recht) + niedrigere Einstandslöhne und weniger aber überdurchschnittlich gut bezahlte Kader! Dieses Duo kostet nachhaltig und produziert Arbeitslose. Antworten
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