Renault, Nissan und Daimler spannen zusammen
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Sparzwang und Erfolgsdruck lassen den deutschen Autohersteller Daimler (DAI 38.05 -0.12%) nach mehreren gescheiterten Partnerschaften einen neuen Versuch wagen: Mit dem französischen Hersteller Renault (RNO 33.685 1.40%) und dessen japanischen Compagnon Nissan ( 7.657 2.11%) planen die Schwaben eine Allianz.
Die Unternehmen luden am Dienstag zu einer Pressekonferenz mit den Konzernchefs Carlos Ghosn von Renault und Dieter Zetsche von Daimler für Mittwochmorgen nach Brüssel ein.
Erwartet wird, dass die drei Hersteller eine Kooperation bei Kleinwagen eingehen, die vor allem für Daimlers lange verlustträchtigen Cityflitzer Smart Vorteile bringen könnte.
Industrieminister bestätigt Beratung
Der Renault-Verwaltungsrat hatte dem französischen Industrieminister Christian Estrosi zufolge am Dienstagvormittag über die Partnerschaft beraten. Der Staat, der am Autohersteller mit rund 15 Prozent beteiligt ist, könne bei dieser Partnerschaft seinen Einfluss wahren, sagte er.
Renault pflegt seit elf Jahren eine Kooperation mit dem Nissan- Konzern. Die Franzosen halten gut 44 Prozent daran. Die Japaner wiederum sind mit 15 Prozent an Renault beteiligt.
Mit Allianzen wollen die Hersteller vor allem Kosten sparen. Entwicklung und Produktion werden immer teurer, schärfere Emissionsregeln tun ein Übriges. Grosse Konzerne wie Volkswagen, Europas grösster Autohersteller, profitieren von niedrigeren Kosten.
Zukunft Kleinwagen
Weil sich die Autobranche erst allmählich von der tiefen Krise erholt, wird der Konkurrenzkampf zusätzlich befeuert. Viele Premiumhersteller wie Daimler oder der Münchner Konkurrent BMW hoffen, künftig mit Kleinwagen mehr Geld zu verdienen.
Das japanische Wirtschaftsblatt «Nikkei» berichtete, Nissan wolle von Daimler leistungsstarke Motoren sowie umweltfreundliche Diesel- Maschinen beziehen. Im Austausch sollten die Japaner Teile für Elektroautos und wiederaufladbare Batterien an die Deutschen liefern.
Eher symbolische Beteiligung
Zudem planten die Unternehmen eine Kooperation bei Umwelttechnologien. Dem Blatt zufolge ist ausserdem eine gegenseitige Kapitalbeteiligung vorgesehen. Daimler und Renault würden jeweils drei Prozent am anderen Unternehmen übernehmen, auch mit Nissan sei Ähnliches geplant.
Damit würde es sich eher um eine symbolische Beteiligung handeln. Die Deutschen hatten nach der gescheiterten Zusammenarbeit mit Chrysler eigentlich Partnerschaften mit Massenherstellern abgeschworen.
Daimler hatte den US-Autokonzern 1998 übernommen und nach Milliardenverlusten 2007 die Mehrheit an den Finanzinvestor Cerberus abgegeben. Heute hält der italienische Autokonzern Fiat 20 Prozent an Chrysler. (jak/sda)
Erstellt: 07.04.2010, 14:34 Uhr
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