Reiseverbote für Schweizer Banker
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Wie die Zeitung «Financial Times Deutschland» auf ihrer Webseite berichtet, sagten mehrere hochrangige Schweizer Bankmanager, das harte Vorgehen gegen das Bankgeheimnis habe die Geldhäuser eingeschüchtert. Deshalb wurde ein Reiseverbot für Banker ausgesprochen.
Angst vor den Behörden
Besonders gross sei die Sorge wegen der Entwicklungen in Washington und Berlin. Die Zeitung zitierte den Chef einer führenden Privatbank, ohne dessen Namen zu nennen. Die USA und Deutschland hätten ihre Prüfungen verschärft – man müsse deshalb befürchten, dass man bei Reisen unter einem Vorwand festgehalten würde.
Ein anderer Topmanager einer Schweizer Privatbank sagte laut dem Zeitungsbericht: «Wenn ich heute nach Deutschland zu zwei Banken reise, mit denen ich Geschäfte mache, kann mich der deutsche Zoll aus purer Willkür festhalten und befragen.»
Keine der betroffenen Banken wollte sich gegenüber der «FTD» öffentlich zu der Angelegenheit äussern.
Im Ausland den Sündenbock suchen
Bei den Massnahmen handelt es sich nicht um die ersten Reisesperren für Bankiers aus der Schweiz. Im vergangenen Jahr hatte die UBS wegen der amerikanischen Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung mehreren Mitarbeiten untersagt, in die USA zu reisen.
Die «Financial Times Deutschland» schreibt weiter: Schätzungen zufolge liege ein Drittel der weltweit 11'000 Milliarden Dollar an geheimem Privatvermögen in der Schweiz. Die Branche sehe durch die Angriffe aus dem Ausland ihr Geschäftsmodell bedroht. Und zitiert einen «führenden Banker»: «Im Grunde geht es überhaupt nicht um das Bankgeheimnis, sondern darum, ein internes Problem zu lösen, indem man im Ausland einen Sündenbock sucht.»
Über die Reiseverbote hinaus würden die Privatbanken bislang noch keine Massnahmen ergreifen. (raa)
Erstellt: 27.03.2009, 13:45 Uhr
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