Ratingagentur Standard & Poor's knickt vor Banken ein
Aktualisiert am 23.07.2009 8 Kommentare
Unglaubliche Kehrtwende der Ratingagentur Standard & Poor's: Einer Reihe von Wertpapieren gab die Ratingagentur am Dienstag wieder das Toprating «AAA» - obwohl sie die Papiere, die unter anderem von Goldman Sachs, Credit Suisse und JP Morgan Chase stammen, erst vergangene Woche herabgestuft hatte. Ohne Toprating können die Papiere nicht im Rahmen eines Programms der Notenbank Federal Reserve als Sicherheit im Gegenzug für Kredite hinterlegt werden. «Financial Times Deutschland» führt den Rückzieher auf Druckversuche zurück und schreibt: «Angesichts der heftigen Proteste von Investoren über die Herabstufung, liegt der Verdacht nahe, dass S&P vor wichtigen Kunden eingeknickt ist.»
«Wir haben eine Reihe von Nachfragen von Marktteilnehmern erhalten in Bezug auf unsere Vorgehensweise bei der Einstufung, die uns veranlasst haben, unseren Ansatz klarzustellen», teilt S&P mit.
Der Kunde ist König
Es ist bekannt: Bonitätsprüfer von Ratingagenturen sind für den Ausbruch der internationalen Finanzkrise mitverantwortlich. Ratingagenturen prüfen die Kreditwürdigkeit von Staaten und Unternehmen, vergeben aber auch Noten für Investmentfonds und komplexe Finanzprodukte.
Dass Ratingagenturen einen erheblichen Einfluss auf das Marktgeschehen haben, zeigt sich darin, dass die Liquidität vieler strukturierter Produkte im Zuge der Kreditkrise trotz guter Ratings fast ausgetrocknet war. Dennoch investierten fast 63 Prozent der befragten Investoren in derartige US-Ramschhypotheken, was dazu führte, dass ein Grossteil der Finanzdienstleister diese Produkte in Milliardenhöhe abschreiben musste.
Bisher hat aber noch keine Regierung ein überzeugendes Konzept vorgelegt, wie man die Ratingagenturen besser überwachen und kontrollieren könnte. Das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Agenturen und Investoren bleibt bestehen: Die Investoren zahlen für die Ratings und sind deshalb an guten Bonitätsnoten interessiert.
Daran wird auch ein neuer Gesetzesentwurf der US-Regierung nichts ändern. Er sieht lediglich Beschränkungen und strenge Transparenzpflichten vor, denen sich die Agenturen künftig unterwerfen müssen.
In ihrem Leitartikel macht «Financial Times Deutschland» einen Vorschlag, wie das Problem zu lösen ist: Investoren sollten in einen Fonds einzahlen, aus dem die Agenturen honoriert werden. Das könnte ein direktes Abhängigkeitsverhältnis zwischen Bonitätswächtern und Investoren verhindern und die Gefahr der Einflussnahme mindern. (bru)
Erstellt: 23.07.2009, 10:00 Uhr
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8 Kommentare
Die Käuflichkeit von Meinungsmachern ist ein Desaster. Expertisen, Forschungsresultate, aber auch Medien können für Geld gekauft werden können. Ein Formum wie dieses hier sollte jedem zugänglich sein. Ich hoffe, dass dies immer so bleiben wird, es darf kein MEINUNGSDIKTAT geben. Sonst müssen wir uns nicht wundern wenn die Herde gekauften AAA in den Abgrund folgt. Antworten
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Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
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