Wirtschaft

Qadhafis Raketenauto geht in Serie

Ende August hatte der libysche Diktator den Prototypen seines von ihm selbst gestalteten Autos vorgestellt. Die westlichen Medien spotteten. Doch nun geht das futuristische Auto tatsächlich in Serie.

Schnittig und nicht billig: «The Rocket» in der weissen Ausführung.

Schnittig und nicht billig: «The Rocket» in der weissen Ausführung.
Bild: Keystone

230 PS, 5,5 Meter lang und innen ausgestattet mit heimischen Teppichen: Zum 40. Jahrestag seiner Machtübernahme liess Moammar al-Qadhafi nicht nur sich selbst feiern, sondern auch seine automobile Erfindung namens «The Rocket».

Die libyschen Marketingfachleute frohlockten Ende August: Der Herrscher habe nichts weniger als die «Zukunft der Automobilindustrie» entworfen. Sie sprachen vom «perfekten Auto». Doch die meisten westlichen Beobachter hielten das Projekt für nicht viel mehr als das Spielzeug eines Diktators.

Täglich bis zu 500 Fahrzeuge

Nun berichtet aber die «Welt», die italienische Firma Tesco Ts habe angekündigt, den an ein Rennboot erinnernden Sportwagen in Serie zu bauen. Gebaut wird das Auto in einer ehemaligen Produktionsniederlassung von Daewoo in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Es ist eine Kooperation zwischen der Libyan Investment & Development Company (LIDCO) und der italienischen Konstruktions-, Forschungs- und Zulieferfirma Tesco Ts, die auch schon für den Bau des Konzepts verantwortlich zeichnete.

Tesco existiert seit 1968, gehört seit drei Jahren zu dem japanischen Mischkonzern Arrk und verfügt nicht nur über gute Kontakte nach Tripolis. In der Referenzliste der Turiner tauchen auch Autohersteller wie Mitsubishi, Audi, BMW, Saab oder Lamborghini auf.

Montiert werden nach Worten von Tesco-Hauptgeschäftsführer Domenico Morali ab Dezember täglich bis zu 500 Fahrzeuge. Der Sportwagen soll 75’500 Franken kosten. Über Vorbestellungen und Vertriebswege ist nichts bekannt. (bru)

Erstellt: 13.10.2009, 12:07 Uhr

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12 Kommentare

Hansjürg Ruch

21.10.2009, 18:03 Uhr
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Naja also wenn ich schon so viel Geld für einen Sportwagen ausgeben würde, müsste da schon ein wenig mehr PS vorhanden sein.. Mit diesem Auto sieht man ja noch gegen eine Saxo Kompressor uralt aus... Und das soll ein Sportwagen sein? Möchte ja nicht wissen wie Schwer die Kiste ist mit 5,5 Metern Länge.. Eine Rakete ist es auf jeden fall nicht. Antworten


Marcel Zürcher

13.10.2009, 19:31 Uhr
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@Marvin Heider,,,auch Japanische Autos waren mal das untere Ende, und heute? Sie gehören zur Sorte Mensch welche ach so aristokratisch europäisch denken, dass sie gar nicht merken wie der Rest der Welt Sie überholt :-) Antworten


Beni Reinhardt

13.10.2009, 19:16 Uhr
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hahaha! kauf ich sofort. nicht nur, dass ich von allen beneidet werde, sondern ich nehme auch stellung zu den letzten merz-moves. ich glaub ich lass mir eins schenken. ich finde es schade, dass viele so kleinlich sind, wegen qadhafi ein auto nicht zu kaufen. irgendwie überkommt mich da fremde scham Antworten


Markus Winter

13.10.2009, 16:00 Uhr
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Für diesen Raketen-Spider müssen unsere Parkfelder dann noch neu ausgemessen werden. Glück für Otto-Normalverbraucher, dann können wir auch wieder "normal parkieren". André Bisang @ Wenn der Wagen im Sommer über den Julier gekommen ist, dürfte in Chur Pneuwechsel angesagt sein. Antworten


Tom Kuhn

13.10.2009, 14:49 Uhr
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Täglich 500 Autos sollten zusammengeschraubt werden? Wer stellt die Motoren her, wer vertreibt und repariert die Blechkisten und wer kauft für 75'000 Fr. eine unbekannte Marke? Ohne Händlernetz kann das Auto wohl nur in Lybien vertrieben werden. Dort ist das Benzin ja so billig, da spielt der Spritverbrauch fast keine Rolle. In Europa können nur Nischen von so teueren Automarken besetzt werden. Antworten


Marcel Aegerter

13.10.2009, 14:31 Uhr
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Wenn ich mir so die Fotos anschaue, die man im Web von diesem Auto findet, muss ich sagen: Sieht toll aus! Da traut sich wenigstens designmässig mal einer was. Wäre ein echter Hingucker und eine willkommene optische Aufhellung in diesem tristen Autodesigner-Einerlei, das auf unseren Strassen so herumkurvt. Ach so ja: Das arme Auto kann ja nix dafür, dass es für Ghaddafi gebaut wird. ;-) Antworten


Stefan Baumgartner

13.10.2009, 14:25 Uhr
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Für jemand der wie Herr Gadaffi mit seiner Denkweise soweit zurück liegt ist das definitiv ein Auto der Zukunft. Für uns ein Rückschritt mit Lacheffekt. Antworten


Rugdba Mascolovian

13.10.2009, 14:09 Uhr
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Schau mer mal, wie sich dieses Gefährt verkaufen lässt. Sollte die Marketingstrategie aufgehen, sind in ein paar Jahren die Strassen voll, vorausgesetzt es kann auch geleast werden. Antworten


André Bisang

13.10.2009, 14:08 Uhr
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Ein 'Sportwagen' von 5,50 Metern Länge mit gerade mal 230 PS? Damit kommt man ja kaum über den Julier. Dies ist doch eher ein Spottwagen, auch was das 'Design' betrifft (schon jemals was Hässlicheres gesehen?) Antworten


Marvin Heider

13.10.2009, 14:06 Uhr
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Ha, und ich dachte immer, chinesische Autos sind das untere Ende des Leistungsspektrums. Aber für diesen Mistkarren muss man sogar das Wort "Schrott" neu definieren. Antworten


Peter Affolter

13.10.2009, 13:17 Uhr
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Ein Presige-Scheusal; und es ist anzunehmen, dass er mit einem Schleudersitz ausgestattet ist... Antworten


Peter Heidenreich

13.10.2009, 12:56 Uhr
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Ich hoffe, dass kein Schweizer so eine 'Schwarte' des Libyschen Führers kauft... Antworten




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