Prosecco schlägt Champagner

Schaumwein aus Italien und Spanien läuft dem teuren Champagner zunehmend den Rang ab – das zeigt die Zollstatistik vor dem Neujahrsfest.

Ihren Rich Prosecco gabs aus der Büchse: Paris Hilton.

Ihren Rich Prosecco gabs aus der Büchse: Paris Hilton. (Bild: Keystone)

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Spuren der Krise bei den Silvesterfeiern: Zwar sind die Importe von Schaumwein in den vergangenen drei Monaten weiter gestiegen. Die Zollstatistik bestätigt aber den schon vor Jahresfrist zu beobachtenden Trend: Günstiger Schaumwein aus Italien und Spanien läuft dem teuren Champagner aus Frankreich den Rang ab.

In den Monaten September bis November wurden 6,031 Millionen Kilogramm Schaumwein in die Schweiz eingeführt. Das sind 4,2 Prozent mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres, wie eine Zusammenstellung der Eidgenössischen Zollverwaltung auf Anfrage der AP ergab. Der Trend zu preisgünstigem Schaumwein wird beim Blick auf den Wert der importierten Ware deutlich: Für die um 4,2 Prozent gestiegene Menge musste 9,2 Prozent weniger bezahlt werden als letztes Jahr, nämlich noch 76,7 Millionen Franken.

Weniger bezahlt für mehr Schaumwein

Mengenmässig zogen die Schaumweine aus Italien erstmals fast mit den französischen Produkten gleich. 2,188 Millionen Kilogramm kamen aus Frankreich, was einen Rückgang um 4,1 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode bedeutete. Die Einfuhrmenge von Prosecco und anderem italienischem Spumante zog hingegen um 11,7 Prozent auf 2,177 Millionen Kilo an. Kosteten die italienischen Schaumweinimporte 14,4 Millionen Franken, musste für den Champagner aus Frankreich fast das Vierfache hingeblättert werden, nämlich 52,2 Millionen Franken.

Schaumwein wurde in den letzten drei Monaten aus insgesamt 23 Ländern in die Schweiz eingeführt. 94 Prozent stammten aber aus den drei Ländern Frankreich, Italien und Spanien. Auf sehr tiefem Niveau haben sich die Schaumweinimporte aus Österreich innert Jahresfrist mehr als verdoppelt, auf 64'440 Kilogramm.

Auch sonst wird gespart

Dass der Gürtel beim Silvestermenü enger geschnallt wird, bestätigt auch der Blick auf die Zollstatistik anderer Delikatessen. Die Einfuhren von frischen oder gekühlten Fettlebern von Enten, Gänsen oder Perlhühnern machten in den Monaten September bis November noch 63'864 Kilogramm aus. Das waren 7,7 Prozent weniger als in der gleichen Periode des letzten Jahres. Die eingeführte Ware kostete noch 2,434 Millionen Franken oder 13,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Importe von Kaviar und Kaviarersatz brachen innert Jahresfrist um 16,2 Prozent auf 4.737 Kilogramm ein. Der mittlere Kilopreis sank gleichzeitig von 181 auf 151 Franken.

Nicht gespart wurde hingegen beim Lachs. Die Einfuhren von pazifischem Lachs waren mit 1,078 Millionen Kilogramm in den Monaten September bis November leicht über dem Niveau der Vorjahresperiode, obwohl das Kilo mit 7,40 Franken gut 50 Rappen teurer war als letztes Jahr. Die Rotlachsimporte schnellten - allerdings auf viel tieferem Niveau - sogar um 57 Prozent auf 0,166 Millionen Kilo in die Höhe. (oku/ap)

Erstellt: 29.12.2009, 09:39 Uhr




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