Post: Bald 1000 Elektroroller im Einsatz
Helm ist Pflicht, aber...
Ob Elektroroller oder Benzinmofa: Grundsätzlich besteht für jeden Briefträger der Post wie auch für Kuriere anderer Zustelldienste eine Helmpflicht. Nun sind in den Quartieren aber die Pöstler immer wieder ohne Helm unterwegs. Damit verstossen sie jedoch gegen keine Regel: Im Zustellquartier, wenn die Pöstler von Briefkasten zu Briefkasten unterwegs sind und nicht schneller als 25 Stundenkilometer fahren, müssen sie keinen Helm tragen. Hingegen gilt das Helm-Obligatorium für den Weg von der Zustellzentrale ins Quartier und zurück.
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Wer kennt ihn nicht, den vertrauten Lärm, wenn der Briefträger morgens im Quartier mit seinem Benzinmofa vor jedem Hauseingang Halt macht und die Post verteilt. In naher Zukunft könnte dieses klassische Pöstler-Geräusch jedoch verschwinden: Die Schweizerische Post ist seit zwei Jahren damit beschäftigt, die lauten Töffli durch leise Elektroroller zu ersetzen. Grund dafür sind aber nicht in erster Linie die Lärmklagen von genervten Kunden, sondern vielmehr ökologische Überlegungen. Die Elektroroller laufen mit modernsten Lithium-Batterien, kommen mit wenig Strom aus und werden an der Steckdose aufgeladen. Der Strom stammt – wie im ganzen Konzern üblich – zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien. «Als staatsnaher Betrieb ist sich die Post auch punkto Energieverbrauch ihrer Vorbildfunktion bewusst», erklärt Sprecher Oliver Flüeler.
118 Elektroroller in Bern
Im Moment sind schweizweit 500 Elektroroller im Einsatz. Bis Ende Jahr werden es 1000 sein, bis 2012 bereits 2000. Die Post unterhält schon heute die weltweit grösste Zweirad-Elektroflotte dieser Art. Bis alle 7500 Benzinmofas durch Elektrofahrzeuge ersetzt sein werden, dürfte es noch einige Jahre dauern.
Im Kanton Bern sind derzeit 118 Elektroroller unterwegs. Demgegenüber stehen nach wie vor 1000 Benzinmofas. In einigen Gemeinden wie Ittigen, die besonderen Wert auf Ökologie legen, wird die Post nur noch mit den neuen Fahrzeugen verteilt, die alten Benziner kommen dort nicht mehr zum Einsatz.
Kosten in Millionenhöhe
Ein Grund dafür, dass es noch länger dauern wird, bis alle Pöstler ökologisch unterwegs sind, ist der relativ hohe Preis der Elektroroller. Während ein Post-Benzinmofa für knapp 4000 Franken zu haben ist, kostet ein Elektroroller des italienischen Herstellers Oxygen mit rund 8000 Franken gleich doppelt so viel. Die Post rechnet jedoch damit, dass die Investition erstens nachhaltig ist und sich aufgrund der zu erwartenden steigenden Benzinpreise langfristig Einsparungen erzielen lassen. Die ersten 2000 Roller, die die Post bis Ende 2012 in Betrieb nehmen will, werden Anschaffungskosten von rund 16 Millionen Franken verursachen.
Darfs auch ein Dreirad sein?
Neben dem zweirädrigen Elektroroller testet die Post aktuell noch ein zweites Modell: Ein Dreirad-Elektrofahrzeug des Schweizer Ingenieurbüros Kyburz. Das Gefährt ist einem Behindertenfahrzeug nachempfunden und zeichnet sich im Vergleich zum Elektro-Zweirad durch eine grössere Stabilität und besseren Komfort aus. Wegen den beiden Hinterrädern ist die Balance kein Problem mehr, und der Briefträger muss auch nicht mehr 200 bis 300 Mal pro Tag den Roller auf den Ständer hieven. Das Dreirad ist im Kanton Bern in sechs Gemeinden probeweise im Einsatz: In Bern, Biel, Burgdorf, Thun, Schüpfen und Grindelwald. «Die Briefträger sind bis jetzt von dem Modell begeistert», sagt Renato Ercolani, Leiter Fahrzeugmanagement bei der Post. Ob die Post die Dreiräder dereinst in die Zustellungsflotte aufnehmen wird, ist nicht entschieden. Grund: Mit einem Preis von über 10'000 Franken pro Stück sind sie nochmals deutlich teurer als die Elektro-Zweiräder.
Post glaubt an Marktvorteil
Egal, ob sich neben dem Elektro-Zweirad auch das Dreirad durchsetzen wird: Die Post ist überzeugt davon, dank dem Umrüsten auf umweltfreundliche Technologien nicht nur einen ökologischen Beitrag zu leisten, sondern zudem noch konkurrenzfähiger zu sein. «Die Auftraggeber verlangen von ihren Dienstleistern zunehmend nachhaltige Lösungen», ist Post-Sprecher Flüeler überzeugt. «Wer sich dieser Entwicklung verschliesst, gerät mittel- bis langfristig im Wettbewerb ins Hintertreffen.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 25.06.2010, 07:20 Uhr
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