Peter Kurer soll Sunrise-Präsident werden

Der Aktienkurs des Telecomunternehmens ist um drei Prozent gestiegen. Zuvor hatte Sunrise das Jahresergebnis und Wechsel an der Konzernspitze bekannt gegeben.

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Sunrise wechselt die Führung aus. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vor, Peter Kurer zum Präsidenten zu wählen. Kurer war 2008 als Nachfolger von Marcel Ospel an die Spitze der UBS gewählt worden, stellte sich ein Jahr später aber nicht mehr zur Wiederwahl. Er freue sich auf diese Aufgabe, so Kurer. «Nach dem erfolgreichen Turnaround und dem gelungen Börsengang ist Sunrise bestens für die Zukunft gerüstet.»

Ausserdem wird der amtierende Sunrise-Chef Libor Voncina die Leitung des Unternehmens an Olaf Swantee übergeben. Swantee hat in den vergangenen viereinhalb Jahren den britischen Mobilfunkanbieter EE geleitet, davor war er Chef von Orange Europe. «Als Schweizer ist er bestens vertraut mit den Anforderungen und Chancen des hiesigen Marktes», lässt sich Verwaltungsratspräsident Lorne Somerville in der am Donnerstag publizierten Mitteilung zitieren. Libor Voncina, der das Unternehmen während mehr als drei Jahren geführt hat, wird sein Amt am 9. Mai abgeben.

113 Millionen Verlust

Im vergangenen Geschäftsjahr schrieb Sunrise jedoch noch rote Zahlen. Gemäss Mitteilung war der Verlust von insgesamt 113 Millionen Franken aber vor allem eine Folge des Börsenganges, der mit 157 Millionen Franken zu Buche schlug. Ohne diesen hätte ein Gewinn von 45 Millionen Franken resultiert.

Abgesehen davon musste Sunrise 2015 in fast allen anderen Kennzahlen eine Rückgang hinnehmen. So sank der Umsatz von 2,08 Milliarden Franken 2014 auf 1,98 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis ohne Amortisationen und Abschreibungen (Ebitda) reduzierte sich um 23 Millionen Franken auf 616 Millionen Franken.

Grund für diese Rückgänge sind vor allem der starke Franken und die tieferen Roaminggebühren. Bei der Anzahl Kunden konnte Sunrise zulegen. So hat der Telecomanbieter jetzt 1,4 Millionen Mobilfunkkunden mit einem Monatsabo. Beim Internet und beim TV-Angebot stieg die Kundenzahl um 4,5 respektive 25 Prozent. Nach wie vor rückläufige sind die Kundenzahlen dagegen in der Festnetztelefonie und im Prepaid-Bereich.

Aktienkurs steigt um 3 Prozent

Der Aktienkurs des Telecomanbieters hat überdurchschnittlich zugelegt. Das Jahresergebnis wurde von Analysten als solid bezeichnet. Moniert wird von Experten lediglich der ihrer Ansicht nach vorsichtige und wenig überraschende Ausblick.

Bis 10 Uhr gewannen die Aktien bei hohem Handelsvolumen 3 Prozent an Wert. Der Gesamtmarkt gemessen am SPI gab bis dahin um 0,1 Prozent nach.

Sunrise habe solide Resultate vorgelegt, die die Konsenserwartungen übertroffen hätten, schreiben die Analysten der Bank Vontobel und von Morgan Stanley in einer Ersteinschätzung. Im TV-Geschäft sei es gelungen, die Kundenzahl zu erhöhen. Allerdings habe die Zunahme unter ihren Erwartungen gelegen.

Wechsel an Spitze kaum kommentiert

Auch die UBS sieht das Resultat über den Erwartungen. Die Experten streichen insbesondere die Kosteneffizienz des Unternehmens als positiv hervor, was zu einer Verbesserung der Ebitda-Marge geführt habe.

Während das Zahlenset insgesamt leicht über den Konsenserwartungen ausgefallen sei, habe der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr kaum Überraschendes geboten, schreiben die Experten der Bank Vontobel. Als positiv zu bewerten sei darin allerdings die Bestätigung des Trends zu tieferen Kapital-Ausgaben.

Kaum erwähnt von den Analysten werden die Veränderungen an der Unternehmensspitze. Lediglich die Analysten der UBS gehen auch davon aus, dass der Markt den Management-Wechsel positiv aufnehmen wird. (ij)

(Erstellt: 10.03.2016, 10:39 Uhr)

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