Nun redet der Chef von Coop doch noch
Von Claude Chatelain. Aktualisiert am 14.11.2011 1 Kommentar
Coop-Chef Joos Suter äussert sich zum Fleischskandal. (Bild: Keystone )
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Bundes- und Regierungsräte lässt man traditionellerweise 100 Tage in Ruhe, damit sie sich einarbeiten können. Auch der neue Coop-Chef Joos Suter wähnte sich als Magistrat, als er sich zum Fleischskandal nicht äussern wollte und darauf verwies, er sei noch keine 100 Tage im Amt.
Stattdessen schob er seinen Vize Philipp Wyss vor, der dieser Zeitung erklärte: «Es geht nicht, dass sich einige Angestellte nicht an Vorgaben halten und unsere Kunden betrügen. Das akzeptieren wir nicht, und da greifen wir auch konsequent durch.» Nun ist der Druck offenbar zu gross geworden. Entgegen seiner früheren Absicht meldete sich Joos Suter doch noch. Lieber spät als nie, mochte er sich gesagt haben, etwa so, wie Coop mit dem Fleisch verfährt: Lieber spät als nie soll es verkauft werden. Also wird das abgepackte Fleisch mit abgelaufenem Datum ausgepackt und im Offenverkauf vertrieben.
Neutrale Kontrollen
Genau das soll bei Coop passiert sein. Dafür entschuldigte sich Joos Sutter im «SonntagsBlick». Damit Ähnliches nicht mehr vorkomme, soll eine externe Frischezertifizierung aufgebaut werden. Ein unabhängiges Unternehmen werde bei den Coop-Metzgereien Kontrollen vornehmen – und zwar unangemeldet. «Auch die bisherigen internen Kontrollen und die des Kantons finden immer unangemeldet statt», erklärt Suter, der seinen Job am 1.September angetreten hat. Jährlich würden 1300 bis 1500 interne Inspektionen durchgeführt, bei denen 5000 bis 6000 Proben genommen würden. Hinzu kämen 400 bis 500 Inspektionen der kantonalen Labors.
Kein schlechtes Fleisch
Joos Suter hält fest, dass bis jetzt kein einziger Fall von schlechtem Fleisch aufgetreten sei, sondern nur Berichte von Mitarbeitern über Manipulationen mit Verkaufsdaten. «Was uns betroffen macht, ist, dass die Aussagen im ‹Kassensturz› anonym waren», erklärt der im bündnerischen Thusis aufgewachsene Suter. Deshalb werde jetzt eine Ombudsstelle geschaffen, bei welcher Mitarbeiter Ungereimtheiten deponieren könnten – anonym und geschützt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 14.11.2011, 08:08 Uhr
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1 Kommentar
So so, es macht Herrn Suter betroffen, dass die Aussagen anonym waren, aha. Mich macht betroffen dass Herr Suter erst jetzt versteht, dass die Leute trotz zweifelhafter Mauscheleien halt ihren Job behalten wollen und dass es so einen PR-GAU braucht, bis Coop endlich einen internen Ombudsmann schafft. Damit wäre der Fleischskandal sehr wahrscheinlich gar nie passiert. Antworten
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