Novartis-Schweiz-Chef: «In Zug finden wir leichter Fachkräfte»
Von Philippe Müller. Aktualisiert am 29.06.2011 35 Kommentare
Armin Zust, Leiter Novartis Schweiz. (Bild: zvg)
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Herr Zust, bisher hat Novartis
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in der Öffentlichkeit stets den hohen Stellenwert der Stadt Bern als Standort des Konzerns betont. Jetzt schliessen Sie den Ableger an der Monbijoustrasse. Was hat sich so fundamental verändert?
Armin Zust: In Bezug auf Bern hat sich überhaupt nichts verändert. Es waren vielmehr die äusseren Rahmenbedingungen, die uns zu diesem Schritt gezwungen haben.
Mit anderen Worten: Novartis will die Kosten senken und legt deshalb verschiedene Standorte zusammen.
Wir spüren tatsächlich einen starken Druck auf die Medikamentenpreise, auch im Zusammenhang mit dem starken Franken. Dazu kommt, dass wir durch den Kauf von Alcon heute mit 13 Standorten in der Schweiz präsent sind. Das konnte für uns keine Dauerlösung sein.
Offenbar hält Novartis die Rahmenbedingungen für Pharmakonzerne im Kanton Zug für besser als in Bern. Was macht der Kanton Bern falsch?
Ich möchte betonen, dass wir uns in Bern immer wohlgefühlt und mit den Behörden gut zusammengearbeitet haben. Wir wollen Novartis in der Schweiz weiter stärken, und dazu brauchen wir vor allem hoch qualifizierte Fachkräfte. Diese sind in der Region Bern bedeutend schwieriger zu rekrutieren. Es ist ein Fakt, dass wir diese Leute im Wirtschaftsraum Zug-Zürich leichter finden. Das war einer der Hauptgründe für die Verlagerung nach Rotkreuz.
Warum ist es so schwierig, Fachkräfte aus Zürich oder Zug nach Bern zu locken?
Heute spielen sich über die Hälfte der wichtigsten Pharmageschäfte der Schweiz im Raum Zürich oder Zug ab. Dieser Cluster übt auf die Fachkräfte wohl eine gewisse Anziehungskraft aus. Und dann darf man die Nähe zur ETH Zürich nicht unterschätzen, die viele dieser Leute ausbildet. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Im Raum Bern benötigen wir im Schnitt viereinhalb Monate länger als in Zürich oder Zug, um eine Kaderstelle zu besetzen.
Die tiefen Steuern im Kanton Zug dürften auch einen Einfluss gehabt haben.
Die Steuerbelastung hat wirklich nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Wir sind auch sehr zufrieden mit den Steuerbedingungen, die wir in Bern haben.
Wie sah der Steuerdeal mit dem Kanton Bern aus?
Dazu äussere ich mich nicht.
Sie haben am Dienstagmorgen die 180 betroffenen Büromitarbeiter sowie die 103 Aussendienstmitarbeiter informiert. Wie haben sie den Entscheid aufgenommen?
Natürlich waren sie betroffen. Ich hatte aber dennoch den Eindruck, dass ein Grossteil des Personals den Entscheid nachvollziehen kann. Mehrere Mitarbeiter haben sich positiv darüber geäussert, dass wir mit 20 Monaten Vorlaufszeit orientierten.
Rund 110 der 180 betroffenen Mitarbeiter wohnen im Grossraum Bern. Mit welchen Anreizen will Novartis versuchen, diese Angestellten zu einem Wechsel nach Zug zu bewegen?
Wir gehen im Frühherbst in den Konsultationsprozess und versuchen, für jeden Einzelnen eine gute Lösung zu finden. Sicher ist: Wir bieten allen eine neue Arbeitsstelle an und wären glücklich, wenn möglichst alle Mitarbeiter mitkommen würden.
Welche Einsparungen erhofft sich Novartis von der Zusammenlegung mehrerer Standorte?
Wir erhoffen uns in erster Linie strategische Synergien. Aber Sie haben recht: Müssten wir weiter alle Standorte unterhalten, wäre das viel teurer als eine Konzentration. Auch am Standort Bern hätten wir sehr viel in die Renovation investieren müssen.
Novartis ist Besitzerin der Liegenschaft an der Monbijoustrasse. Was geschieht damit?
Das ist völlig offen. Die Pensionskasse der Novartis wird als Besitzerin nun die Situation analysieren.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 29.06.2011, 06:34 Uhr
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35 Kommentare
Bern verkommt zur Provinz. In Bern gibt es zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Stimmt schon. Wer etwas Geld hat und seinen Kindern gute Schulen und eine Ausbildung bieten möchte, der geht weg von Bern. Wer zum oberen Mittelstand gehört hat es in Bern verdammt nicht einfach. Gebühren und Steuern sind enorm. Nur die RG Regierung meint noch immer Bern seih Top. In den Schulen sind zT 70% Ausländer Antworten
Ich kenne 7 hochqualifizierte Zürcher, 2 Mediziner aus Zug Appenzell, 5 hochqualifizierte Deutsche Informatiker, 3 holländische Bauingenieure, die mir letzten Monat an einer Grillparty an der schönen Aare mitteilten, dass sie sehr glücklich, zufrieden und froh sind, dass sie in dem wundervollen Bern eine Heimat gefunden haben. Antworten
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