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Neue Aufträge für HP – die Probleme bleiben

Von Philippe Müller. Aktualisiert am 13.12.2011 1 Kommentar

Hoffnungsschimmer für das HP-Bankzentrum in Bern: Es konnte für seine ins Hintertreffen geratene Banksoftware drei neue Kunden gewinnen. Die Probleme bleiben aber: Die Software ist immer noch nicht fertig entwickelt, und es fehlen die Grosskunden.

Der Firmensitz im Berner Liebefeld.

Der Firmensitz im Berner Liebefeld.
Bild: Urs Baumann

Während Jahren hatte die Berner Kantonalbank (BEKB) versucht, im Liebefeld eine Informatikfirma aufzubauen. Unter dem Namen RTC AG sollte die BEKB-Tochter eine eigene Softwarelösung für Banken entwickeln. Eine erste Version war noch erfolgreich, wegen massiver Verzögerungen bei der Entwicklung der neuen Version namens Ibis3G sprangen in den letzten Jahren jedoch fast alle Kunden wieder ab. Durch die Zusammenarbeit mit Computergigant HP versucht die RTC AG nun seit eineinhalb Jahren, den Turnaround zu schaffen.

Im Mai 2010 hat HP im Liebefeld das Kommando und alle RTC-Mitarbeiter übernommen. Der Schweizer Ableger des amerikanischen Informatikkonzerns baut im Liebefeld bei Bern ein Banking Service Center auf und bietet den Schweizer Banken neben der Softwarelösung Ibis3G auch andere Serviceleistungen an. Im Zentrum steht etwa die Unterstützung bei der Umsetzung von neuen Regeln und Vorschriften.

Ibis3G: Drei neue Kunden

Eine Zwischenbilanz nach 18 Monaten fällt durchzogen aus: Unter der Führung von HP ist es zwar gelungen, drei neue Kunden für Ibis3G zu gewinnen. Es sind dies die beiden Berner Institute DC Bank, welche der Burgergemeinde gehört, und die Spar+Leihkasse Gürbetal. Die dritte im Bunde ist die St.Galler Privatbank Vadian. Ende März 2012 soll bei den drei Banken die neue Software installiert werden. «Das ist ein Auftrag, über den wir uns sehr freuen», sagt Peer Volkmann, Chef des HP Banking Service Center Bern. Insgesamt setzen derzeit sechs Banken auf die Softwarelösung aus Bern: die drei neuen sowie die BEKB, die Jurassische Kantonalbank und die Sparkasse des Bundespersonals.

Trotz des neuen Auftrags stellt sich nach wie vor die Frage, ob der kleine Kundenstamm genügt, um die hohen Entwicklungskosten von Ibis3G aufzufangen. Denn: Die Software ist nach wie vor nicht fertiggestellt. Das neue Ibis3G-Modul für den Zahlungsverkehr, mit dem Bankkunden ihre E-Banking-Geschäfte abwickeln können, funktioniert immer noch nicht. Wegen Problemen mit einem Zulieferer wird dieses Modul erst im Juni 2012 zum Einsatz kommen. Bisher musste HP also mit einer unfertigen Software auf Kundenfang gehen. «Das war ein Handicap», sagt Volkmann. Er sei zuversichtlich, dass das Anwerben neuer Kunden ab nächstem Sommer einfacher werde.

Absage von Postfinance

Die Erfolgsbilanz des HP-Regimes im Liebefeld ist auch deshalb durchwachsen, weil sich bisher kein Grosskunde für die Software Ibis3G entschieden hat. HP war zwar nahe dran, mit Postfinance einen der ganz Grossen als Kundin zu gewinnen. Im Juni dieses Jahres verlor man in der Ausmarchung jedoch gegen einen indischen Konkurrenten. Das war ein arger Dämpfer für HP und die rund 400 Mitarbeiter im Liebefeld. Trotzdem: Die Berner Kantonalbank, welche über 90 Prozent der RTC-Aktien besitzt und damit direkte Vertragspartnerin von HP ist, ist zufrieden mit der Arbeit, die im Liebefeld geleistet wird: «Ibis3G läuft stabil und wird kontinuierlich weiterentwickelt, das ist in unserem Sinn», sagt BEKB-Sprecher Erwin Inniger.

Zwei Drittel aller Angestellten im Banking Service Center beschäftigen sich heute vollumfänglich mit der Software Ibis3G. Dieses Klumpenrisiko will HP künftig minimieren, indem der Konzern die anderen Dienstleistungen für Finanzinstitute ausbaut. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.12.2011, 07:04 Uhr

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1 Kommentar

Martin Schmidt

13.12.2011, 23:32 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Der 1. Satz vom Artikel ist peinlich, ehrverletzen für die Mitarbeiter der BEKB und der RTC - egal wie man zu Berner Firmen steht.
Wenn ich zum Beispiel schreiben würde, dass die Berner Zeitung seit Jahren versucht, Journalismus zu machen, wird aber immer unglaubwürdiger, sodass man sich noch fragt, wieso sie nicht einfach aufgibt, was würdet ihr denken? Klar, einfach nicht publizieren....
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