Nestlé-Präsident droht mit Wegzug aus der Schweiz
«Das wäre der Anfang vom Ende», sagte er in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». «Dann müssen wir uns ganz klar die Frage stellen, ob die Schweiz noch weiterhin der richtige Standort ist für uns.» Die Schweiz müsse aufpassen, dass sie ihren Standortvorteil nicht verscherze, sagte Brabeck.
«Die Rechtssicherheit, die wie ein Granitblock war, ist aufgeweicht worden.» In letzter Zeit habe es Druck von aussen, aber auch populistischen Druck von innen auf die Schweiz gegeben. «Da hat man gesehen, dass Regierung und Parlament relativ schnell bereit waren, bisheriges Recht zu ändern.»
Die Schweizer Politik habe zu wenig vorausschauend gehandelt, kritisierte Brabeck weiter. «Dass die Schweiz hinsichtlich des Finanzplatzes unter Druck kommen würde, war absehbar. Die Zeichen standen an der Wand. Hätte man rechtzeitig reagiert, wäre es nicht so weit gekommen.»
«Es ist nicht gut»
Bei der Reform des Aktienrechts müsse die Schweiz aufpassen, warnte der Nestlé-Präsident wie bereits bei anderen Gelegenheiten. Die Verwaltungsräte würden geschwächt, wenn sie wie vom Bundesrat gewünscht künftig jedes Jahr neu gewählt werden müssten.
«Es ist nicht gut, wenn die Entscheidungshorizonte immer kürzen werden. Kein Verwaltungsrat kann in einem Jahr verstehen, um was es geht.»
Auch von einer direkten Wahl des Verwaltungsratspräsidenten durch die Generalversammlung hält der Österreicher «gar nichts». Wenn der Präsident seiner Aufgabe nicht gewachsen ist, habe der Verwaltungsrat keine Möglichkeit, ihn zu entlassen. (bru/sda)
Erstellt: 13.09.2009, 11:14 Uhr
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