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Nach Sieg bei der UBS geht Biedermann auf die CS los

Von Andreas Flütsch und David Schaffner. Aktualisiert am 15.04.2010

Bei der Credit Suisse seien die Exzesse bei der Vergütung noch schlimmer als bei der UBS, sagt der Ethos-Chef. Von der UBS fordert der Aktionärsschützer, über Boni-Exzesse zu diskutieren und die alte Garde zu verklagen.

Hat nach dem gestrigen Sieg Rückenwind: Ehtos-Chef Dominique Biedermann.

Hat nach dem gestrigen Sieg Rückenwind: Ehtos-Chef Dominique Biedermann.
Bild: Keystone

Gestern haben die Aktionäre der UBS der alten Garde um Marcel Ospel für 2007 die Entlastung verweigert. Der Chef von Ethos, der wichtigsten Interessenvertreterin der Aktionäre in der Schweiz, hält sich nicht lange mit dem Sieg an der Generalversammlung der UBS in Basel auf. Dominique Biedermann nimmt als nächste Grossbank die Credit Suisse ins Visier: «Bei der Credit Suisse sind die Exzesse bei der Vergütung noch schlimmer als bei der UBS.» Ethos wird an der GV der Credit Suisse gegen den Vergütungsbericht stimmen und auch den Präsidenten des Vergütungsausschusses im Verwaltungsrat nicht mehr wählen. Dort ändere sich erst etwas, wenn dieses Gremium einen neuen Vorsitz erhalte, begründet Biedermann seine nächste Offensive gegen überrissene Bankerlöhne und Boni.

Auch die UBS muss laut Biedermann über die Bücher. Nach vielen Reden erboster Aktionäre stimmten gestern in der Basler St.-Jakobs-Halle 40 Prozent Nein zum Vergütungsbericht 2009, 6 Prozent enthielten sich der Stimme. Nach diesem starken Signal müsse sich die UBS «der Entschädigungsdiskussion neu stellen». Weiter fordert Biedermann, die UBS müsse gegen Marcel Ospel und andere, die für das Debakel der Bank verantwortlich sind, Zivilklage einreichen. Der Verwaltungsrat sei nur glaubwürdig, wenn er einen Schnitt mache. Dies tue er nur, wenn er klage.

«Zivilrechtliche Schritte einleiten»

Politiker von links bis rechts reagierten erfreut auf den Sieg der Aktionäre. Die SP fordert, die UBS müsse sofort Klage gegen das alte UBS-Regime einreichen. «Die Aktionäre haben gestern Oswald Grübel und Kaspar Villiger den klaren Auftrag erteilt, zivilrechtliche Schritte einzuleiten», sagt Parteipräsident Christian Levrat.

Mindestens eine seriöse Prüfung von Klagen fordern Nationalräte von CVP und FDP. «Unabhängig von einer Klage muss das Management sofort Schritte unternehmen, um die allfällige Verjährung von Delikten zu verhindern», sagt CVP-Mann Pirmin Bischof. Marcel Ospel, Marcel Rohner oder Peter Kurer sollten eine Erklärung unterschreiben, in der sie auf die Verjährung verzichten. FDP-Nationalrat Philipp Müller glaubt, dass die UBS mit einer Klage verlorene Sympathien zurückgewinnen könnte.

«Aktionäre sind mündig»

Die SVP kommentiert die gestrige GV zurückhaltend. Die Politik solle sich nicht einmischen. «Die Abstimmung zeigt, dass die Aktionäre mündig sind», sagt Generalsekretär Martin Baltisser. «Wir müssen ihnen künftig unbedingt mehr Entscheidungsspielraum geben.» Über eine schnelle Revision des Aktienrechts oder allenfalls über die Abzocker-Initiative von Thomas Minder. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.04.2010, 06:24 Uhr

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