Muss die UBS bis 2011 darben?
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 10.09.2009 18 Kommentare
Der Verwaltungsratspräsident der UBS, Kaspar Villiger, hat in einem heute veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift «Schweizer Arbeitgeber» erklärt, es sei der Bank nicht gelungen, den Abfluss von Kundengeldern zu stoppen. Wann das gelingen werde, könne er allerdings nicht sagen.
Dieser Frage nachgegangen sind die Analysten der US-Bank Citigroup. Sie gehen davon aus, dass das Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS noch einige Zeit leiden wird. In einer Studie kommen sie zum Schluss, dass bis ins Jahr 2011 die Kunden netto kein neues Geld zur Bank bringen werden. Weitere Abflüsse werde die Bank noch bis in die erste Hälfte des nächsten Jahres sehen. Die Finanzspezialisten beziehen sich dabei auch auf ein Treffen mit Jürg Zeltner, dem Chef des globalen Vermögensverwaltungsgeschäfts für Private («Wealth Management») bei der UBS. Als wichtigsten Grund nennt die Studie den Verlust an Beratern.
1440 Kundenberater sind selbst gegangen
In den Monaten bis zum Juni 2009 hat die UBS 2147 internationale Kundenberater im Bereich «Wealth Management» verloren. 1440 davon haben die Bank von sich aus verlassen. Über dieselbe Zeitdauer haben Kunden insgesamt 156,3 Milliarden Franken von der UBS abgezogen.
Mit einer weiteren Abnahme um 678 internationale Berater ist bis zum Jahresende 2009 zu rechnen. Ab dem nächsten Jahr soll sich der Personalbestand des Bereichs allerdings wieder erhöhen. Laut dem letzten Quartalsbericht der UBS waren Ende Juni 3593 Berater im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft tätig, die investierte Summe an Kundenvermögen belief sich dort auf 633 Milliarden. Insgesamt verwaltet die UBS Kundenvermögen von Privatpersonen im Umfang von 1756 Milliarden Franken.
Als weiteren Grund für die Probleme der Bank, neues Kundengelder anzuziehen, sehen die Analysten der Citigroup auch Reputationsprobleme. Sie gehen vor allem auf die Auseinandersetzung der UBS mit den US-Steuerbehörden zurück. UBS-CEO Oswald Grübel hat in einem internen Mail an seine Mitarbeiter ebenfalls erklärt, dass der Aufbau des Vertrauens bei den Kunden harte Arbeit erfordere und Zeit brauche. Auch mögliche Steueramnestien von Regierungen könnten zu einem weiteren Geldabfluss aus «Offhore»-Konten in der Schweiz führen, schreibt die Citigroup. Immerhin hat die UBS als weltweit tätige Bank und zweitgrösste Vermögensverwalterin (hinter der Bank of America) die Möglichkeit, die Gelder in den Ländern selbst «onshore» weiter zu betreuen.
Citigroup empfiehlt UBS-Aktie dennoch zum Kauf
Die Analysten sehen allerdings auch Lichtblicke für die UBS. Diesen messen sie sogar soviel Gewicht zu, dass sie die Aktie der Schweizer Grossbank weiterhin zum Kauf empfehlen. 60 Prozent der Geldabflüsse bei der UBS während der vergangenen 18 Monate gehen offenbar auf Kunden zurück, die noch immer ein Konto bei der Grossbank unterhalten. Die UBS hat daher intakte Chancen, Kunden wieder zurückzugewinnen.
Und bereits kann sie in Asien wieder Nettozuflüsse an Kundengeldern verzeichnen. Auch die Aussichten für das «Onshore»-Geschäft in Europa und der Schweiz selbst bleiben laut Citigroup erfreulich. Generell halten die Analysten das Vermögensverwaltungsgeschäft der Schweizer Banken für besser aufgestellt als allgemein angenommen werde. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.09.2009, 14:00 Uhr
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18 Kommentare
so ist recht, strafe muss sein a) für die überheblichkeit b) für das falschspiel c) für das als dumm verkaufen der kunden. auch ich war einmal UBS-kunde. ------ was eimal war, wird nimmer mehr. herr villiger,haben sie stil, wie damals als bundesrat ---- verlassen sie die UBS, sie ist ihrer qualitäten nicht würdig Antworten
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