Wirtschaft

Muss die UBS bis 2011 darben?

Die Abwanderung von Kundenberatern verunmögliche es der Grossbank noch für lange Zeit, netto Kundengelder anzuziehen. Das schreibt ein Analystenteam in einer Studie.

Kann nicht sagen, wann der Geldabfluss gestoppt wird: UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger

Kann nicht sagen, wann der Geldabfluss gestoppt wird: UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger
Bild: Keystone

Der Verwaltungsratspräsident der UBS, Kaspar Villiger, hat in einem heute veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift «Schweizer Arbeitgeber» erklärt, es sei der Bank nicht gelungen, den Abfluss von Kundengeldern zu stoppen. Wann das gelingen werde, könne er allerdings nicht sagen.

Dieser Frage nachgegangen sind die Analysten der US-Bank Citigroup. Sie gehen davon aus, dass das Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS noch einige Zeit leiden wird. In einer Studie kommen sie zum Schluss, dass bis ins Jahr 2011 die Kunden netto kein neues Geld zur Bank bringen werden. Weitere Abflüsse werde die Bank noch bis in die erste Hälfte des nächsten Jahres sehen. Die Finanzspezialisten beziehen sich dabei auch auf ein Treffen mit Jürg Zeltner, dem Chef des globalen Vermögensverwaltungsgeschäfts für Private («Wealth Management») bei der UBS. Als wichtigsten Grund nennt die Studie den Verlust an Beratern.

1440 Kundenberater sind selbst gegangen

In den Monaten bis zum Juni 2009 hat die UBS 2147 internationale Kundenberater im Bereich «Wealth Management» verloren. 1440 davon haben die Bank von sich aus verlassen. Über dieselbe Zeitdauer haben Kunden insgesamt 156,3 Milliarden Franken von der UBS abgezogen.

Mit einer weiteren Abnahme um 678 internationale Berater ist bis zum Jahresende 2009 zu rechnen. Ab dem nächsten Jahr soll sich der Personalbestand des Bereichs allerdings wieder erhöhen. Laut dem letzten Quartalsbericht der UBS waren Ende Juni 3593 Berater im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft tätig, die investierte Summe an Kundenvermögen belief sich dort auf 633 Milliarden. Insgesamt verwaltet die UBS Kundenvermögen von Privatpersonen im Umfang von 1756 Milliarden Franken.

Als weiteren Grund für die Probleme der Bank, neues Kundengelder anzuziehen, sehen die Analysten der Citigroup auch Reputationsprobleme. Sie gehen vor allem auf die Auseinandersetzung der UBS mit den US-Steuerbehörden zurück. UBS-CEO Oswald Grübel hat in einem internen Mail an seine Mitarbeiter ebenfalls erklärt, dass der Aufbau des Vertrauens bei den Kunden harte Arbeit erfordere und Zeit brauche. Auch mögliche Steueramnestien von Regierungen könnten zu einem weiteren Geldabfluss aus «Offhore»-Konten in der Schweiz führen, schreibt die Citigroup. Immerhin hat die UBS als weltweit tätige Bank und zweitgrösste Vermögensverwalterin (hinter der Bank of America) die Möglichkeit, die Gelder in den Ländern selbst «onshore» weiter zu betreuen.

Citigroup empfiehlt UBS-Aktie dennoch zum Kauf

Die Analysten sehen allerdings auch Lichtblicke für die UBS. Diesen messen sie sogar soviel Gewicht zu, dass sie die Aktie der Schweizer Grossbank weiterhin zum Kauf empfehlen. 60 Prozent der Geldabflüsse bei der UBS während der vergangenen 18 Monate gehen offenbar auf Kunden zurück, die noch immer ein Konto bei der Grossbank unterhalten. Die UBS hat daher intakte Chancen, Kunden wieder zurückzugewinnen.

Und bereits kann sie in Asien wieder Nettozuflüsse an Kundengeldern verzeichnen. Auch die Aussichten für das «Onshore»-Geschäft in Europa und der Schweiz selbst bleiben laut Citigroup erfreulich. Generell halten die Analysten das Vermögensverwaltungsgeschäft der Schweizer Banken für besser aufgestellt als allgemein angenommen werde. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.09.2009, 14:00 Uhr

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18 Kommentare

Rolf Glauser

11.09.2009, 16:14 Uhr
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Das Gejammer i/S. Geldabfluessen von Kaspar Villiger ist nicht mehr zum anhoeren. Mir sind etliche Geschaeftsleute bekannt, die ungute Erfahrungen mit der UBS (Bankgesellschaft) gemacht haben. werden sich viele zu Recht sagen. Geschaefte, die sich seit Jahren bemueht haben, Bankenunabhaengig zu sein, sind gut gefahren. Das bewaehrt sich! Antworten


johann stirni

11.09.2009, 11:08 Uhr
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die meisten kundenberater die abgesprungen sind, sind alte sbv-berater oder neu einsteiger in den letzten 10 jahren. stimmts herr grübel. ich habe sowieso bald genug von, rosig, gut, schlecht, besser. jetzt redet man schon wieder von leute einstellen, vielleicht besser zukaufen. was ist das für eine personal-kultur dieser bank. dem statement von herrn bosshard kann ich beipflichten. Antworten


Heinz Butz

11.09.2009, 09:45 Uhr
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Die UBS ist erst aus dem Schneider, wenn sie die 40 Milliarden, welche wir Steuerzahler für faule Papiere hingelegt haben (unfreiwillig¨!!!) wieder in der Staatskasse sind, zusammen mit einer anständigen Verzinsung. Bis dahin ist die UBS in der Pflicht der Schweiz und besonders schuldet sie das Geld den anständigen Steuerzahlern. Antworten


Thomas Bisang

11.09.2009, 09:13 Uhr
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Herr MEIER, die UBS wird ganz bestimmt nicht verschwinden und noch weniger aufgeteilt. Obschon viel Geld abgeflossen ist und einige Mitarbeiter die Bank verlassen haben, sind dennoch genug gute Leute an Bord, um dieses wieder flott zu kriegen. Nörgeleien, Schadenfreude und überzogene Untergangsszenarien sind völlig falsch. Antworten


Urs Boder

10.09.2009, 18:50 Uhr
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Wo soll Grübel gesagt haben, UBS wäre aus dem Schneider?! Das ist genau dieses Nebelkerzenwedeln, dass der UBS angelastet wurde, Herr Keller! Sinngemäss hat er nichts anderes gesagt, als dass die Talsohle erreicht sei. Aus dem Schneider wäre die UBS dann, wenn es wieder aufwärts geht. Ich bin zuversichtlich, dass es wieder aufwärts geht, ich hoffe das, für die verdammt gut arbeitenden UBSler. Antworten


Bosshard Yves

10.09.2009, 17:46 Uhr
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Als ehemaliger Kundenberater bin ich froh die UBS verlassen zu haben! Ethik und Moral sind und waren für das UBS Management ein Fremdwort! Lügen haben kurze Beine Hr.Villiger und Grübel! Jeder erhält früher oder später seine gerechte Strafe! Antworten


Urs Keller

10.09.2009, 17:10 Uhr
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Vor einigen Tagen hat Herr Grübel gesagt die UBS sei aus dem Schneider. Anscheinend wusste er selber nicht, dass der Kapitalabfluss noch immer nicht gestoppt ist und durch den Vertrauensschwund der UBS weiter zehrt. Die SNB hat abgelehnt die toxischen Papiere der UBS zurückzugeben wegen der Gefahr einer Überschuldung. Sind die UBS Manager blind und taub ? Antworten


Rene MEIER

10.09.2009, 16:24 Uhr
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Die Marke "UBS" ist nicht zu retten. Der Konzern wird aufgeteilt und in in Teilen verkauft werden, zumindest teilweise an ausländische Institute. So wird auch die arrogante FDP-Ideologie redimensioniert. Antworten


Hans Meier

10.09.2009, 14:30 Uhr
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Die Bank muss endlich lernen, das jeder Kunde der Bank, ob grosser Kunde oder kleiner Kunde, ein Kunde ist und dass er dem entsprechend hofiert und betreut wird. Die Bank buhlt schon lange, dass sie eigentlich nur noch das obere Kundensegment haben möchte und das Kleinvieh los werden möchte. Sicher eine falsche Strategie denn wie grösser der Kunde, desto kleiner der Ertrag! Antworten


Mark Schneider

10.09.2009, 14:14 Uhr
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Das Vertrauen der Kundschaft in unsere Grossbank wird erst wieder hergestellt sein, wenn das Institut mit seiner Vergangenheit aufgeräumt hat - dazu gehört unbequemerweise auch die Verurteilung der fehlbaren Akteure, namentlich M.Ospel, P.Kurer, Marcel Rohner ! Solange dies nicht geschieht, muss davon ausgegangen werden, dass der Filz weiterwuchert und man sich um die Verantwortung drückt Antworten


Gion Saram

10.09.2009, 14:10 Uhr
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Die UBS schrumpft auf ein volkswirtschaftliches erträglicheres Mass. Erst wenn sie so klein geworden ist, das sie nicht mehr "too big to fail" ist, sind wir am Endpunkt der Reise angelangt. Wo der ist, wird der freie Markt bestimmen. Das ganze ist bloss eine Verschiebung von Kundengeldern von einer unseriös geführten Bank zu seriöser geführten Banken, ein Nullsummenspiel. Antworten


Beat Keller

10.09.2009, 13:50 Uhr
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@Boris Radtke. auch Postfinance, notabene als staatlich abgesichertes Unternehmen belastet den Kleinkunden eine Gebühr. Gnädigerweise kann man allerdings sagen, dass man nur 7500 für den Sprung ins Nirwana braucht. Ich verstehe ohnehin nicht was Sie wollen. Es besteht doch kein Zwang, ein Konto bei der UBS zu haben. Also Leute lasst es doch einfach bleiben und diskutiert aktuellere Themen. Antworten


Rolf Glauser

10.09.2009, 13:49 Uhr
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ISind die Kunden für die UBS da, oder die UBS für die Kunden? - < In Würde sollst Du zu Grunde gehen >. Frage: Hat die UBS überhaupt noch eine < Würde > ? Für mich ist die UBS (früher Bankgesellschaft) seit Jahrzehnten abgeschrieben. Ich habe unsere Firma mit der damaligen SKA, heutigen CS gegründet und bin bestens gefahren. Die Arroganz der Bankgesellschaft war unerträglich. Antworten


Hans Saurenmann

10.09.2009, 13:49 Uhr
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Die Altlasten der Uebernahme des Bankvereins koennen nicht ueber Nacht repariert werden und Gesetzes-Anpassungen an EU Recht, sowie der "Steuern-Druck" von Seite der auslaendischen Steuerbehoerden erleichtern eine Erholung nicht gerade. Andere Bank-Plaetze kommen noch viel mehr ins schwitzen und die Caribik ist am austrocknen, die haben keine andere Industrie und werden kleinere Broetchen backen. Antworten


alfred bleuler

10.09.2009, 13:38 Uhr
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so ist recht, strafe muss sein a) für die überheblichkeit b) für das falschspiel c) für das als dumm verkaufen der kunden. auch ich war einmal UBS-kunde. ------ was eimal war, wird nimmer mehr. herr villiger,haben sie stil, wie damals als bundesrat ---- verlassen sie die UBS, sie ist ihrer qualitäten nicht würdig Antworten


Sibylle Weiss

10.09.2009, 13:37 Uhr
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Vermutlich sind für die Kunden der Abgang der Kundenberater das kleinere Problem als der Steuerstreit mit den USA, welche dem Löwenanteil entsprechen dürfte. Antworten


Boris Radtke

10.09.2009, 13:28 Uhr
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You and Us? lol, das ich nicht lache. Als erstes muss einmal diese "Kontoführungsgebühr" für Normalkunden abgeschafft werden. 10,000sfr lasse ich nämlich nicht in meinem Konto, solange das Vertrauen zur UBS wiederhergestellt ist. Da gibt es freundlichere, solidere und sichere Banken in der Schweiz. Und dann muessen die Spesen für Börsen-Trades MASSIV reduziert werden. Andernfalls läuft gar nichts Antworten


Rene Wetter

10.09.2009, 13:23 Uhr
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Anscheinend ist es in der Bankenbranche normal, dass die Kundenberater beim Austritt die Kundendaten abzügeln. Man könnte auch von Diebstahl sprechen. Wenn ein Verkäufer eines Industriebetriebs die Kundenkartei mitlaufen lässt kriegt er Probleme noch grössere Probleme hat ein Ingenieur der Daten abzügelt. Ich denke, man sollte da mal ansetzen und mit gesperrten Boni, die bei Vofällen verfallen. Antworten




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