Mit 1200 Flaschen Bier gegen Goliath Heineken

Zum Jahrestag der Übernahme des Luzerner Biers Eichhof durch Heineken hat ein Engelberger Verein ein Bier lanciert – dessen Namen prompt einen Eklat auslöst.

Gibts vorerst nicht zu trinken: Keineken-Bier.

Gibts vorerst nicht zu trinken: Keineken-Bier.
Bild: PD

Es ist ein Kampf wie David gegen Goliath: Der Engelberger Verein Keineken gegen den Bier-Giganten Heineken. Noch bevor das neu kreierte Bier am Samstag in Engelberg offiziell angezapft werden konnte, hatte die Polizei alle 80 Harassen – 1200 Flaschen – konfisziert. Conrad Engler, Präsident des Vereins Keineken, bestätigte am Montag entsprechende Medienberichte.

Und zwar, weil Heineken am Freitag, kurz nachdem der Verein die Lancierung des neuen Biers via Medien angekündigt hatte, mit juristischen Mitteln reagierte. Ein renommierter Luzerner Anwalt forderte den Verein auf, das Markeneintragungsgesuch für ihr Bier zurückzuziehen. «Darauf stiegen wir nicht ein», so Engler.

«Verletzung des Markenrechts»

Wenige Stunden später tauchte die Polizei auf mit einer superprovisorischen Verfügung von Heineken international und Heineken Schweiz. Diese beinhaltete das Verwendungsverbot der Marke Keineken. Somit zog die Polizei alle vorhandenen 1200 Flaschen und die 100 mit Keineken beschriftete Gläser ein.

«Dieser Name ist eine Verletzung des Markenrechts», sagte Heineken-Sprecher Urs Knapp auf Anfrage. Und das Obwaldner Kantonsgericht habe diese Haltung von Heineken gestützt. «Für uns ist der Fall klar: Der Verein wird den Namen Keineken nicht mehr verwenden dürfen», sagte Knapp.

Nicht einfach aufgeben

Der Verein aber gibt sich nicht so schnell geschlagen. Er will erst die Antwort des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum (IGE) abwarten. Er hat den Namen «Keineken» beim IGE am 18. August formell eingereicht. «Wir sehen das IGE als Schiedsgericht im Markenstreit», sagte Engler.

Bei Keineken rechnet man sich grosse Chancen aus, diesen Streit zu gewinnen. Das Logo des Keineken-Biers sei unmöglich mit dem Heineken-Logo zu verwechseln. Es zeigt den Hausberg Hahnen, die Brunni-Sonne und zwei kämpferische Teufelshörner.

Vorläufiger Verzicht

Vorläufig nun, bis der Rechtsstreit beendet ist, wird der Verein auf den Verkauf des Biers verzichten. Nicht aber für immer. «Wir sind bereit, durch alle Instanzen zu gehen», sagte Engler.

Denn nun wittert der Verein, dass sich der Name Keineken durch den grossen Medienrummel vergolden lässt. Ursprünglich nämlich war das Ziel der Initianten, ein eigenständiges Engelberger Klosterbräu zu realisieren.

Eigene Brauerei

Das Keineken-Bier sollte nur den Startschuss geben für den «Spiessrutenlauf auf dem Weg zum neuen, eigenständigen Engelberger Klosterbräu mit Engelberger Quellwasser», sagt Engler. Bis 2012 wollen die Initianten sogar eine eigene Brauerei in Engelberg bauen. (cpm/sda)

Erstellt: 31.08.2009, 17:01 Uhr

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