Millionenschwerer Geldsegen für die Jungfraubahn

Interlaken134 Millionen Franken: So hoch ist der Verkehrsertrag der Jungfraubahn Holding AG im letzten Jahr.

Touristenansturm auf die Jungfraubahn bei der Kleinen Scheidegg: Die Jungfraubahn-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen Verkehrsertrag von 134 Millionen Franken.

Touristenansturm auf die Jungfraubahn bei der Kleinen Scheidegg: Die Jungfraubahn-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen Verkehrsertrag von 134 Millionen Franken. Bild: Bruno Petroni

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Zwei Monate nach dem millionsten Fahrgast des Jahres 2015 auf dem Jungfraujoch berichtet die Jungfraubahn Holding AG von einem weiteren Rekordergebnis. Und zwar von der Zunahme beim Verkehrsertrag von 12,1 Prozent bei den sogenannten Erlebnisbergen gegenüber dem Vorjahr. Die Erlebnisberge umfassen den Ausflugsverkehr auf den Harder Kulm, nach First und Winteregg-Mürren. Hier registrierte die Jungfraubahn-Gruppe im Jahr 2015 durchwegs positive Ergebnisse, die da sind: Firstbahn plus 7,7 Prozent, Lauterbrunnen-Mürren plus 8,9 Prozent und die Harderbahn sogar eine Zunahme von 24 Prozent gegenüber 2014. Insgesamt erzielten diese drei Bahnen zusammen einen Verkehrsertrag von 11,2 Millionen Franken.

Top of Europe: Wieder top

Erstmals fuhren im letzten Jahr mehr als eine Million Personen zur höchsten Bahnstation Europas. Der millionste Gast – eine deutsche Touristin – traf am Morgen des 30. Dezember auf dem Jungfraujoch ein. «Der Ausflugsverkehr auf das Jungfraujoch profitierte 2015 weiterhin von der steigenden Nachfrage aus Asien», begründet Mediensprecherin Patrizia Bickel das Rekordergebnis von 1'007'000 Fahrgästen, das dem besten Ergebnis der Geschichte entspricht.

Beim Verkehrsertrag überschritt das Segment «Top of Europe» mit 107,6 Millionen Franken erstmals die Grenze von 100 Millionen; das ist eine Zunahme von 14,1 Prozent. «Es hat sich ausgezahlt, dass wir den asiatischen Markt intensiv bearbeiteten und die Marke Jungfrau - Top of Europe weiter stärkten», schreibt die Jungfraubahn Holding AG in ihrer gestrigen Pressemitteilung.

Winter: Erneut durchzogen

Rückläufig entwickelte sich das Geschäft im Wintersport: Hier ging der Verkehrsertrag um 600'000 Franken auf 21,6 Millionen zurück, was einem Minus von 2,5 Prozent entspricht. Patrizia Bickel: «Das Ergebnis für die Jungfrau-Skiregion fiel bereits von Jahresbeginn 2015 bis zum Saisonschluss unterdurchschnittlich aus. Trotz guter Pistenverhältnisse verzeichneten wir sowohl bei den Tages- wie auch bei den Feriengästen rückläufige Besucherzahlen.»

Wegen der anhaltend warmen Temperaturen und des wenigen Schnees habe sich auch der Start in die laufende Wintersaison wie bereits im Vorjahr schwierig gestaltet. «Dank leistungsfähiger Beschneiungsanlagen war es uns aber möglich, ab Anfang Dezember in den Teilgebieten Kleine Scheidegg und First dennoch zahlreiche Anlagen zu öffnen und gute Pistenverhältnisse anzubieten», so Bickel. Die Jungfrau-Skiregion ist ein Kooperationsprodukt, an welchem die Jungfraubahn-Gruppe mit über 60 Prozent beteiligt ist. Im Jahr 2015 wurden mit 971'000 Ersteintritten zum zweiten Mal in Folge weniger als eine Million «Skier ­Visits» (Skifahrerbesuche) verzeichnet.

Gedämpfter Start ins 2016

Wie für alle vom Tourismus lebenden Bereiche Europas spürten auch die Jungfraubahnen die Auswirkungen der Terroranschläge von Paris zum Jahresbeginn: Es kam zu einigen Gruppenannullationen.

Auch die Einführung des biometrischen Reisepasses für Gäste aus China ist mit verantwortlich dafür, dass in den ersten sechs Wochen des Jahres 2947 Fahrgäste weniger das Jungfraujoch besuchten als vor einem Jahr, ein Rückgang von 6,3 Prozent. Ausserdem sind in der laufenden Skisaison erwartungsgemäss die Folgen des tiefen Eurokurses spürbar.

Blick nach vorne

Gegen den Abwärtstrend im Wintersport und die schwierige Währungssituation wollen die Jungfraubahnen auf kontinuierliche Qualitätssteigerung setzen, wie dies Direktor Urs Kessler im Interview mit dieser Zeitung Anfang Jahr bereits angekündigt hat. «Mit dem geplanten Projekt V-Bahn sollen die Reisezeiten zudem massiv verkürzt sowie Anlagen von internationalem Standard geschaffen werden», sagt Mediensprecherin Patrizia Bickel. Das Ziel der Jungfraubahnen ist es, die neuen V-Bahnen bis zum Jahr 2019 zu realisieren.

«Für das kommende Sommergeschäft stimmen uns die Diversifikation und weiterhin intensive Bearbeitung der asiatischen Märkte zuversichtlich», teilen die Jungfraubahnen mit. So wird ab dem 14. Mai auf der Strecke Kleine Scheidegg zum Jungfraujoch die Einzelplatzreservation eingeführt.

Gleichzeitig bieten die Jungfraubahnen bis zum 4. September jeden Abend um 17, 18 und 18.30 Uhr eine zusätzliche Talfahrt ab Jungfraujoch an, womit die Tagesganglinie besser ausgedehnt werden soll. Und bereits in einem Monat wird der durchgehende Halbstundentaktfahrplan während des ganzen Jahres für die Wengernalpbahn auf Grindelwalder Seite und die Jungfraubahn eingeführt. ()

(Erstellt: 01.03.2016, 21:07 Uhr)

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