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Microsoft hält wenig von Googles Feldzug

Von Leon Philip Sanders. Aktualisiert am 14.01.2010

Microsoft-Chef Steve Ballmer relativiert die Angriffe auf die Mailkonten chinesischer Menschenrechtler, vielmehr spricht er von einem hausgemachten «Google-Problem».

1/5 Angriffe auf US-Unternehmen hatten ihren Ursprung in China: Googles Hauptquartier in Peking.
Bild: Keystone/Keystone

«China aufzugeben, bedeutet, die halbe Welt aufzugeben»

   
Kann die Reaktion von Google nicht verstehen: Microsoft-Chef Steve Ballmer.

Kann die Reaktion von Google nicht verstehen: Microsoft-Chef Steve Ballmer. (Bild: Reuters)

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Für die Drohung Googles, (GOOG 591.53 -2.01%) sich aus dem chinesischen Markt zurückzuziehen (Bernerzeitung.ch/Newsnet berichtete), haben andere IT-Konzerne kein Verständnis. Nachdem der Suchmaschinen-Riese am Dienstag verlauten liess, dass er die Zensur durch die chinesische Regierung nicht mehr akzeptieren könne, waren die Reaktionen von Menschenrechtlern durchwegs positiv.

Auch die US-Aussenministerin Clinton unterstütze, bis zu einem gewissen Grad, das Vorgehen Googles, als sie gestern «eine Erklärung» von der chinesischen Regierung forderte. Ein Sprecher von Präsident Obama sagte, die Regierung sei «zutiefst beunruhigt» über die Vorgänge in China.

Ballmer hält Angriffe für normal

Ganz anders verhalten sich die anderen grossen Technologiefirmen: Microsoft-Chef Steve Ballmer beschreibt die Vorgänge gegenüber dem «Wall Street Journal» als «das Google-Problem». «Jede grössere Einrichtung wird gehackt.» Er denke nicht, dass «sich das Sicherheitsumfeld im Internet fundamental verändert» habe.

Über die Möglichkeit ähnlicher Schritte (die Zensur der Microsoft-Suchmaschine Bing) wollte er nicht reden. Ballmer erwähnte jedoch, dass China eine grosse Geschäftschance darstelle – wenn man die Menschen überzeugen könne, Software zu kaufen anstatt illegale Kopien zu nutzen.

Auch Hewlett-Packard ( 22.33 2.57%) reagiert nicht

Der chinesische Markt ist mit 340 Millionen Internet-Nutzern der grösste Internet-Markt der Welt. Auch der Firmenchef von Hewlett-Packard, Marc Hurd, beschreibt den chinesischen Markt als «fantastischen Markt mit enormen Wachstumschancen».

Die starke Nachfrage der Chinesen war einer der Faktoren, welche die amerikanische Elektronikindustrie letztes Jahr stützte. So sagte Hurd auch, dass die Cyber-Attacke auf über 20 Firmen in China «nicht als Gefahr für die Entwicklung der IT-Branche gesehen werden darf».

Er stellt sich im «Wall Street Journal» auch die Frage, ob Google überhaupt auf den gigantischen chinesischen Markt verzichten kann. Tatsächlich könnten die Folgen eines kompletten Rückzugs schmerzlich sein. «Die Konsequenzen, nicht im chinesischen Markt mitzuspielen, dürften für jedes Unternehmen immens sein, besonders für eine Internetfirma, die ihre Umsätze mit Anzeigen macht», wird David B. Yoffie, Professor an der Harward Business School, in der der «New York Times» zitiert. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.01.2010, 15:37 Uhr

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