Wirtschaft
Media Markt feilt an neuem Onlineshop
Von David Vonplon. Aktualisiert am 11.03.2010
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Verlagerung in den Onlinehandel
Rund 3 Milliarden Franken Umsatz macht der Online-Detailhandel in der Schweiz im Jahr. Dies schätzt der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV). 2008 ist der Onlinehandel um rund 17 Prozent gewachsen. Für 2009 werden die Zahlen in zwei Wochen publiziert. Klar ist bereits heute, dass die Verlagerung ins Internet weiter voranschreitet: Der Onlinehandel sei auch im letzten Jahr stärker gewachsen als der stationäre Detailhandel, erklärte der VSV unlängst.
Der Onlinehandel gräbt den traditionellen Elektronikhändlern immer mehr das Wasser ab. Weil viele Produkte in Onlineshops günstiger sind als im Fachmarkt, bestellen immer mehr Konsumenten übers Internet. Dabei hat ausgerechnet die Elektronikmarkt-Kette Media Markt bisher das Internet sträflich vernachlässigt. Noch immer begnügt sich der Elektronikgigant damit, im Internet Werbung für seine Produkte zu schalten. Käufer müssen den Weg in einen Fachmarkt auf sich nehmen.
Doch das will der deutsche Mutterkonzern nun ändern. Im kleinen Kreis ausgewählter Analysten hat Media-Saturn-Chef Roland Wiese sich auf einen Zeitplan für den Onlinestart von Media Markt und Saturn geeinigt. In Österreich und Holland werden die bestehenden Websites in den nächsten Monaten zu vollwertigen Onlineshops aufgerüstet. Bereits im zweiten Quartal soll den Planungen zufolge das deutsche Webangebot starten.
Media Markt Schweiz will Tests im Ausland abwarten
Auch in der Schweiz feilt Media Markt an der Onlinestrategie. «Wir sind dran, wollen aber erst abwarten, wie sich die Pilotshops in Österreich und den Niederlanden entwickeln», sagt Manuela Tröndle, Sprecherin von Media Saturn in der Schweiz auf Anfrage von Bernerzeitung.ch/Newsnet. Sind diese Tests erfolgreich, würden die Pläne ausgerollt. «In diesem Jahr gibt es aber noch keinen Onlineshop von Mediamarkt in der Schweiz», so Tröndle. Einen Startzeitpunkt oder Details, welche die Sortimente betreffen, wollte die Sprecherin nicht nennen.
In den Niederlanden und Österreich können Internetkunden von Media Saturn demnächst nicht nur Musikdateien, sondern auch Notebooks, Digitalkameras und rund 1500 andere Hardware-Bestseller kaufen. In Deutschland soll das Web-Angebot auch zusätzliche Entertainment-Angebote, wie Film-DVDs und Computerspiele umfassen.
«Keine grosse Internet-Hexerei»
Die Wirtschaftspresse zeigt sich eher enttäuscht über die Online-Pläne von Media Saturn. «Das alles klingt solide, aber nicht nach grosser Internet-Hexerei», schreibt die deutsche «Wirtschaftswoche». Dass sich der Konzern so schwer tut mit dem Onlinehandel, hat laut Marktbeobachtern mit der dezentralen Struktur des Unternehmens zu tun.
So sind die Geschäftsführer der einzelnen Märkte jeweils mit zehn Prozent an ihren Märkten beteiligt und könnten ihre Preise und das Sortiment selber gestalten. Nicht ohne Grund befürchten sie, dass ein erfolgreiches Web-Angebot in ihren eigenen Häusern einen Umsatzrückgang bewirken könnte. Media Saturn will dieses Problem lösen, indem es die Geschäftsführer der Filialen am Gewinn des Onlineshops beteiligt.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.03.2010, 13:07 Uhr
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