Wirtschaft
Maestro-Karte verweigert Geld bei leerem Konto
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 24.12.2008 7 Kommentare
Das KKG
Das Konsumkreditgesetz schreibt bei Konsumkrediten unter gewissen Umständen eine Meldung an die Informationsstelle für Konsumkredit IKO vor. Gemäss Artikel 25-27 des KKG gilt dies bei Konsumkrediten oder Leasingverträgen beim Vertragsabschluss sowie wenn mindestens 10 Prozent eines Konsumkredits oder mehr als drei Leasingraten offen sind.
Für Kreditkarten oder Maestro-Karten muss eine Meldung gemacht werden, wenn während drei Abrechnungsperioden mindestens 3000 Franken überzogen wurde.
Für insgesamt 1,8 Millionen Kunden der Raiffeisen-Gruppe und der ZKB kommt mit dem neuen Jahr ein neues Regime. Sie bekommen am Automaten kein Geld mehr, wenn ihr Konto leer ist. Auch die Migrosbank prüft die Massnahme. Das berichtete «10vor10» des Schweizer Fernsehens gestern Abend. Statt einer festen Limite können Kunden also immer genau das beziehen, was sie auch auf dem Konto haben.
Die Maestro-Karte sei keine Kreditkarte, begründet die ZKB den Schritt. «Wird sie regelmässig für Kontoüberzüge missbraucht, muss sie gesperrt werden, da sie ansonsten theoretisch dem Konsumkreditgesetz untersteht».
Grosser Aufwand für die Banken
Mit dem neuen Konsumkreditgesetz von 2001 ist der Aufwand bei Kontoüberzügen mit der Maestro-Karte für die Banken gross. Sie müssten verschuldete Kunden regelmässig bei der IKO, der schweizerischen Informationsstelle für Konsumkredit, melden, wie Franz Würth, Pressesprecher der Raiffeisen-Gruppe, sagt.
In erster Linie aber führe man die neue Regelung ein, weil sie für einen Grossteil der Kunden Verbesserungen bringe: Weil die Limite nicht starr ist, sondern vom Kontostand abhängig, sei sie «gegen oben flexibel».
Bei Banken Standard, bei der Postfinance nicht
Ausserdem, so Würth, sei diese Regelung inzwischen Banken-Standard. Tatsächlich hat sie die Credit Suisse bereits 2004 als erste Bank eingeführt. Auch bei der UBS spuckt der Automat kein Geld aus, wenn das Konto leer ist.
Die Postfinance behält vorerst die alte Regelung bei. Hier dürfen Kunden bis zu 1000 Franken im Monat überziehen. Das ist auch der Raum, den das Konsumkreditgesetz säumigen Schuldern und ihren Banken lässt: Eine Meldung an die IKO muss gemacht werden, sobald das Konto während drei Monaten mehr als 3000 Franken überzogen wird.
Mit leerer Karte an der vollen Kasse
Eine plötzlich gesperrte Maestro-Karte kann im Alltag – beispielsweise an der Kasse – Probleme bereiten. Darum fordert die Stiftung für Konsumentenschutz die Möglichkeit eines einmaligen Limitenüberzugs. Danach würde der Kunde gewarnt, dass die Karte ab jetzt nicht mehr funktioniert.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.12.2008, 07:57 Uhr
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7 Kommentare
Hr. MFB, meinen Sie den wirklich die machen das gratis.Meine verstorbene Mutter machte für meinen Sohn ein Jugendsparkonto UBS - 20 SFr., das sich innert 5 Jahren von den Gebühren aufgefressen hat-das war das nie so, dies nur so nota bene. Macht Euch mal Gedanken - was für eine Zeit wir werden nur noch abzockt mit versteckten Geschenken,gratis Eulenkässeli usw.das neue Jahrtausend,bim bam bum... Antworten
Wenn wir aus dieser Krise heraus kommen wollen, dann muss man endlich einmal aufhören, dass Leute sich verschulden und dann wirklich in Not geraten. Man sollte ganz einfach gesagt, lernen, erst etwas zu kaufen, wenn man es sich angespart hat. Natürlich gibt es Situationen, wo einmal so ein Kredit nötig ist, Dann kann man mit der Bank reden oder sogar einen Fachmann auf der Gemeinde beiziehen. Antworten
@Markus: Keine Angst, Überzüge sind ganz sicher vertraglich abgesichert und beschehren den Banken satte Gewinne dank hoher Zinsen. Die hätten sie aber lieber als grössere Darlehen mit noch höheren Zinsen oder als Kreditkarte mit nochmals höheren Zinsen und zusätzlichen Spesen. Reine Abzocke. Antworten
Ganz recht so - ich kann doch kein Geld ausgeben, das ich nicht besitze ! Im Geschäftsleben wäre das ein Kontokorrent, was in jedem Falle vertraglich, abgesichert werden müsste. Leider entstand im laufe der Zeit die Unart um auf diese Weise Bankkunden anzuwerben. Antworten
Das neue Regime ist begrüssenswert. Allerdings kommt es im völlig falschen Moment. Man muss die Leute nicht jahrelang mit Plakaten zu Schulden verführen, um in der Kriesensituation die Wirtschaft noch völlig abzuwürgen. Wir befinden uns aber in bester Gesellschaft. In den überhitzten 70er-Jahren machte unser Staat schon Riesenschulden. In der Rezession kann dies nicht abgebaut werden. Antworten







Markus Hauser
Scheint mir nicht die dümmste Idee zu sein. Antworten