Lufthansa-Piloten verdienen so viel wie Kanzlerin Merkel
Aktualisiert am 23.02.2010 32 Kommentare
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Die Lufthansa-Piloten gehören zu den Spitzenverdienern ihrer Branche. Das geben sie unverhohlen zu. Trotzdem wollten sie mit dem gestrigen Streik mehr Lohn erzwingen, was ihnen ja jetzt auch zu gelingen scheint. Offiziell fordern die Piloten 6,4 Prozent mehr Gehalt.
Das Anfangsgehalt eines Piloten bei Lufthansa (LHA 8.479 0.09%) im Konzerntarifvertrag der Lufthansa liegt nach Angaben der Gesellschaft bei rund 91'000 Franken brutto im Jahr. Zum Vergleich: Ein Swiss-Regionalkapitän im fünften Dienstjahr verdient 90'000 Franken. So steht es im Gesamtarbeitsvertrag von 2007.
Blanker Hohn
Nach dem Aufstieg zum Kapitän können die Lufthansa-Piloten nach Angaben aus Luftverkehrskreisen mit einem Anfangsgehalt von 161'000 Franken rechnen, das bei einem erfolgreichen Berufsleben im Cockpit auf mehr als 366'000 Franken anwachsen kann. Das entspricht in etwa dem Lohn der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dazu gibt es noch einen Bonus, der vom Erfolg des Unternehmens abhängig ist und bis zu einem zusätzlichen Monatsgehalt betragen kann. Die Piloten haben zusätzlich Anspruch auf umfangreiche Sozialleistungen und eine Betriebsrente. Die Premium-Piloten der Lufthansa-Flotte verdienen deshalb so viel, weil sie dem Konzerntarifvertrag unterliegen.
Gegenüber Piloten anderer Lufthansa-Tochtergesellschaften wie der Swiss, AUA oder Air Bruxelles ist das blanker Hohn. Dort kämpfen so manche um ihre Existenz. Da tun sich innerhalb des Konzerns riesige Gräben auf. Gerade bei den Einstiegsgehältern sind die Unterschiede massiv. Aber auch absolut gesehen bleibt der Abstand bis zum Berufsende sehr gross.
Unterschied von 30 Prozent
Doch es ist nicht nur das Gehalt, es gibt gleich mehrere Punkte, die im Vergleich schlechter sind. Der Geschäftsführer der Schweizer Pilotenvereinigung Henning Hoffmann sagt in einem Interview mit «Focus»: «Wir müssen die Krankenversicherung komplett selbst bezahlen – in Deutschland übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte. Dann ist unsere Rentenversicherung nicht so gut. Wenn man alles zusammenzählt, kann man sicher von einem Unterschied von 30 Prozent sprechen.»
Die Lufthansa-Piloten betonen dann auch gerne, dass es ihnen beim Streik nicht primär um eine Lohnerhöhung, sondern hauptsächlich um eine Arbeitsplatzgarantie gehe. Sie befürchten, dass immer mehr Flüge von den günstigeren Konzerntöchtern übernommen werden.
Zeit für Verhandlungen
Gestern Abend hatten sich die Sozialpartner vor dem Frankfurter Arbeitsgericht auf einen Vergleich geeinigt. Der eigentlich bis Donnerstag geplante Streik wurde nach nur einem Tag bis zum 8. März ausgesetzt, so dass nun genug Raum für neue Verhandlungen ist.
Es soll über Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 4500 Piloten im Kernbereich des Konzern geredet werden. Die Lufthansa-Piloten dürfen sich wahrscheinlich über eine Lohnerhöhung freuen. (bru)
Erstellt: 23.02.2010, 11:00 Uhr
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32 Kommentare
@Meier: soeben habe ich mit meinem Flugsimulator eine A380 in Wellington NZ im Sturm sicher gelandet, auf Autopilot! Ich bin LKW Chauffeur (Post) verdiene 4000 netto und habe auch Verantwortung. Ok, die dritte Dimension fehlt,da Sie aber auch Bus/LKW fahren können, genauso wie ich Flugzeuge pilotiere und auch rechnen,bremsen sie mal 40t aus 50 km/h wenn ein Kind unvermittelt auf die Strasse rennt! Antworten
@ P. Dinichert: Ein Buschauffeur, mit Verlaub, kann den Bus jederzeit anhalten, wenn er ein Problem hat. Er arbeitet nicht in 3 Dimensionen. Zudem hat ein Pilot mathematische Leistungen während eines Fluges zu und davor sowie danach zu erbringen, welche die meisten "Normalbürger" nicht einmal ansatzweise verstehen würden. Busfahren kann jeder, fliegen eben nicht!! Antworten
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