«Kundenvertrauen unter Druck»
Aktualisiert am 07.02.2012 7 Kommentare
(fib)
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Zusammenfassung
Die Schweizer Grossbank UBS hat wenige Tage nach dem Einstieg von Ex-Bundesbankchef Axel Weber einen Gewinnrückgang in Milliardenhöhe für das vergangene Jahr vermeldet. Unter dem Strich habe der Konzern 2011 4,2 Milliarden Schweizer Franken verdient. Im Jahr zuvor waren es noch mehr als sieben Milliarden Franken gewesen. Belastend hätten sich unter anderem die Schuldenkrise in der Eurozone sowie die Unsicherheit über die Entwicklung der Weltwirtschaft ausgewirkt. Dies werde das Geschäft 2012 auch weiter belasten.
Die UBS war in der weltweiten Finanzkrise massiv in Bedrängnis geraten. Nach Milliardenverlusten machte sie aber 2010 wieder Milliardengewinne wie in früheren Zeiten. Ab 2013 soll Ex-Bundesbankchef Weber das Institut als Präsident des Verwaltungsrates führen. Seine Berufung als Mitglied in das Gremium ist aber schon für diesen Mai vorgesehen. Bis dahin arbeitet Weber als Berater für das Institut. Die UBS hatte kürzlich mitgeteilt, dass ab Mai neben Weber auch die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro in den Verwaltungsrat einziehen soll. (sda) -
10:16
UBS schliesst kurzerhand die Live-Übertragung per Webcast um 10:15 Uhr. Journalistenfragen aus dem Publikum werden somit nicht übertragen.
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10:13
Der Kursrückgang der UBS-Aktie hat sich derweil bei minus einem Prozent eingependelt.
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10:11
Frage: Die EZB hat im Dezember die Liquidität erhöht. Hat sich das auf Ihr Geschäft ausgewirkt? Oder wird sich erst die nächste Liquiditätserhöhung im Februar auswirken?
Ermotti: Das Programm war sicherlich sehr erfolgerich, um aus dem Interbankenmarkt die Spannung herauszunehmen. Wir gehen davon aus, dass einige gestresste Banken ihre Finanzierung so gewährleisten konnten und wieder konkurrenzfähig werden. Das wird sich im Februar weiter verbessern. Die langfristigen Finanzierungen und Probleme einiger Banken in Europa sind damit aber nicht gelöst. Über unsere Töchter im Euroraum hätten wir Zugang zu diesem Geld, aber unsere Kapitalausstattung zwingt uns nicht dazu. -
10:04
Frage: Waren die Neufeldzuflüsse Wealth Creation oder haben Sie der Konkurrenz Geschäft weggeschnappt? Und: Kommt der Grossteil des Vermögens aus Asien?
Naratil: Aus Asien und von Ultra High Net Worth Individuals. Und: Es waren mehr Anteilsgewinne als Wealth Creation. -
10:01
Frage an Ermotti: Sehen Sie bei risikogewichtetebn Anlagen eine starke Volatilität aufgrund der geringen Kundenaktivität?
Antwort: Die Aktivitäten waren sehr tief und wir erwarten eine gewisse Erholung. Aber wir verändern unser Geschäftsmodell und erwarten keine grosse Veränderung bei diesem Geschäft.
Frage an Naratil: Wie hoch wird die Ausgabe des verlustabsorbierenden Kapitals sein?
Antwort: Im nächsten Quartal beginnen wir mit der Ausgabe diese nichtverwässernden Kapitalprogramms. Und zwar im Ausmass von einer Milliarde in US-Dollar. -
09:55
Ermotti mit einer globalen Aussage: bei den grossen Volkswirtschaften in Europa muss man sehr vorsichtig sein. Das sagen wir auch unseren Kunden. Wir bleiben aber weiter fokussiert auf unsere Kostenbasis und Kapitalkraft, um den negativen Auswikrungen entegegenzuwirken. Der Riskoapptetit der Privatkunden, institutionellen Anleger und Unternhemen wird volatil und ungewiss bleiben. Das sind aber Branchentrends und keine ausschliessliche Angelegenheit der UBS.
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09:47
Fragen an Ermotti: Wie ist die Zukunft für die Riskogewichtung? Und wie sieht es mit der Dividendenpolitik aus?
Antwort: Zu früh, um eine eindeutige Aussage zu treffen. Und zu früh, um Veränderungen in beiden Punkten seit November ankündigen zu können. -
09:46
Die Fragerunde ist eröffnet. Zuerst kommen die Analysten dran.
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09:46
Für das vierte Quartal spricht Naratil von einem bescheidenen Resultat in einem herausfordernden Umfeld. «Wir gehören zu den bestkapitalisierten Banken der Welt.»
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09:44
Die Ausstände der UBS in Frankreich belaufen sich auf fast zehn Milliarden Franken. Für Naratil kein Problem, der Finanzchef vertraut auf die solide französische Wirtschaft.
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09:40
Der Aufwand ist wegen geringeren Umstrukturierungskosten gesunken. Variable Entschädigungen wurden durch Währungseffekte ausgeglichen. Zu den Boni: minus 60 Prozent im Investmentbanking. Für 2011 sind 1.8 Milliarden Franken veranschlagt. Latente Boni von rund 700 Millionen sind darin aber noch nicht enthalten. Im Jahresvergleich sind die Boniaufwendigungen um 17 Prozent gesunken.
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09:35
Erste Reaktion an der Schweizer Börse seit Handelsöffnung: Der Aktienkurs der UBS taucht um 1.29 Prozent.
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09:34
Das Kreditgeschäft werde von Unsicherheiten dominiert. Das widerspiegle sich unter anderem in einer zurückgegangenen Liquidität. Um dem Rechnung zu tragen, wurden die Risiken weiter reduziert. In Asien und Lateinamerika sei die Lage besser, vor allem das Beratungsgeschäft habe profitiert.
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09:29
Zur Investmentbank: Der Verlust liegt bei 256 Millionen Franken. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen haben wir das Risiko gesenkt. Value at risk: 36 Millionen Franken, «so tief war das noch nie.» Der Milliardenverlust im Investmentbnaking, konkret im Handel, ist laut Naratil ein «unauthorisierter Handelsfall» gewesen.
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09:27
Die Bruttomarge im Private Banking ist insgesamt von 96 auf 92 Basispunkte gesunken. In den USA ist der Gewinn vom dritten auf das vierte Quartal von 152 auf 114 Millionen Franken gesunken.
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09:22
Die Assets in der Vermögensverwaltung belaufen sich auf rund 1.5 Billionen Franken. Davon entfallen 709 Milliarden auf die USA, 750 Milliarden auf Europa.
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09:18
Naratil: Ein Drittel unserer beabsichtigten Reduktion bei risikogweichtieten Anlagen haben wir bereits reduziert.
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09:15
«In der Investmentbank hatten wir im Makro- und Beratungsgeschäft ein starkes Geschäft. Die risikogewichteten Aktiva reduzieren wir weiter.» Zu den Verlusten im Handel vorerst nichts.
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09:13
Ermotti übergibt an Finanzchef Tom Naratil.
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09:11
1100 Jobs wurden im 4. Quartal abgebaut. Der Löwenanteil der Kosteneinsparung entfällt auf einen geschrumpften Bonus-Pool um 40 Prozent, und das im Vergleich zu einem Aufwand von 13 Prozent beim Betriebsaufwand. Das belege das Commitment der Grossbank. Für die Zukunft erwartet Ermotti weitere Problerme im Makroumfeld. Das reicht bei den Gegenmassnahmen bis hin zu weiteren Kostensenkungen. Die strategischen Weichenstellungen sind mit dem Konzernumbau unmittelbar verbunden. «Wir formen unser Geschäft völlig um. Die Renditen wollen wir erhöhen.»
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09:07
Kundengeschäft, Unternehmensfinanzierung und Vermögensveranlagung verzeichnen beachtliche Neugeldzuflüsse. «In der Schweiz haben wir mehr als fünf Milliarden Gewinn in allen drei Bereichen zusammen gemacht.»
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09:05
Ermotti: Trotz Stress im Makroumfeld ist unsere Liquiditätsposition solide. Wir sind auf Kurs, wenn es um die Risikoreduktion im Investmentbanking geht.
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09:02
Sergio Ermotti beginnt mit einem Eröffnungsstatement. 2011 war kein einfaches Jahr für die UBS. Das wirtschaftliche Umfeld habe das Vertrauen der Kunden unter Druck gesetzt.
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9:00
Die Pressekonferenz beginnt.
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Vorabbericht
Die Schweizer Grossbank UBS erzielte 2011 einen Gewinn von 4.23 Milliarden Franken. Im Ergebnis widerspiegeln sich die Flaute an den Kapitalmärkten und der Kostendruck in der Vermögensverwaltung. 2010 hatte die UBS unter dem Strich noch 7,53 Milliarden Franken verdient. Geld verdient hat die UBS hauptsächlich mit der Vermögensverwaltung.
Im vierten Quartal betrug der Vorsteuergewinn der Sparte - inklusive dem Schweizer Bankgeschäft – 882 Millionen Franken und war damit deutlich weniger als noch ein Quartal davor, als das Spartenergebnis sich noch auf über 1.5 Milliarden Franken belief. Die Vermögensverwaltung in Amerika trug 114 Millionen Franken zum Ergebnis bei, mit der Verwaltung von Vermögen institutioneller Anleger verdiente die UBS 118 Millionen Franken.
Im vierten Quartal erneut Geld verloren hat die UBS mit der Investmentbank. Der Vorsteuerverlust belief sich auf 256 Millionen Franken, wie aus dem Mediencommuniqué hervorgeht. Allerdings geniesst die UBS bei den Vermögenden offensichtlich wieder ein höheres Vertrauen: Insgesamt flossen der UBS 2011 neue Kundengelder von netto 42.4 Milliarden Franken zu. In den letzten drei Monaten des Jahres betrug der Nettoneugeldzufluss 6.4 Milliarden Franken. 2010 verzeichnete die UBS über das ganze Jahr gesehen noch einen Abfluss von Kundengeldern. Insgesamt verwaltete das Finanzinstitut Ende 2011 Kundenvermögen in Höhe von 2.17 Billionen Franken. Der Bonus-Pool sei um 40 Prozent herabgesetzt worden. (sda/fib)
Erstellt: 07.02.2012, 08:57 Uhr
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7 Kommentare
4200 millionen verdient...
grossbanken in anderen ländern schreiben verluste.
ich finde das resultat der ubs hervorragend u. die aktie wird bei freundlichem umfeld heute gar noch zulegen, im gegensatz zur swatch aktie, die nach dem superergebnis mit über -4% abgestraft wird. soll mir mal einer die logik erklären...
Antworten
UBS hat sehr viel Vertrauen verloren und Ihre eignen Banker sind an der heutigen Misere Mitschuld und haben das weltweite Investmentgeschäft sehr geschädigt und müssen jetzt auch nicht jammern.
Anstelle der hohen Bonuszahlungen an Ihre tollen Banker hätten sie besser eine Auschüttung an die Eigner der UBS sprich Aktionär vorgenommen.
Antworten
Wirtschaft
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

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