Wirtschaft

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Krankenkassenprämien 2012: «Wir sind im Blindflug»

Von Brigitte Walser. Aktualisiert am 20.04.2011 1 Kommentar

Die Visana-Gruppe weist für das Geschäftsjahr 2010 erneut einen positiven Abschluss aus. Weil die Billigkassen Sana24 und Vivacare kostendeckende Prämien einführten, sprangen bei diesen Tochtergesellschaften Versicherte ab.

Albrecht Rychen, VR-Präsident der Visana, (links) und Peter Fischer, Direktionsvorsitzender, blicken auf das Geschäftsjahr 2010 zurück.

Albrecht Rychen, VR-Präsident der Visana, (links) und Peter Fischer, Direktionsvorsitzender, blicken auf das Geschäftsjahr 2010 zurück.
Bild: Keystone

Er werfe einen zufriedenen und einen unzufriedenen Blick auf das Jahr 2010, sagte am Dienstag Albrecht Rychen, Präsident des Visana-Verwaltungsrats, vor den Medien. Visana habe ein finanziell erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Das Ergebnis sei aber durch die Situation an den Kapitalmärkten sowie durch Blockaden in der Gesundheitspolitik getrübt worden. Das Geschäftsergebnis der Visana-Gruppe sank von 15,3 Millionen im Jahr 2009 auf 12,6 Millionen Franken. Für 2011 ist ebenfalls ein positives Ergebnis budgetiert.

Als unschön bezeichnete Rychen die Tatsache, dass im Privatkundengeschäft – im Gegensatz zum Firmenkundengeschäft – Versicherte auf Anfang dieses Jahres abgewandert sind. Diese Abgänge sind bei den Tochtergesellschaften Sana24 und Vivacare zu verzeichnen. Peter Fischer, Direktionsvorsitzender der Visana, zeigte die Gründe auf: Visana habe sich an die von Gesundheitsminister Didier Burkhalter und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) geäusserte Regel gehalten, wonach nur noch kostendeckende Prämien genehmigt würden. Die Folge war, dass die Billigkassen Sana24 und Vivacare ihre Prämien für 2011 stark erhöhten. Im Herbst 2010 habe man dann feststellen müssen, dass diese Regel offenbar wieder geändert worden sei. Fischer: «Wir standen vor der Wahl, entweder neue, tiefere und damit nicht kostendeckende Prämien einzugeben und weiterhin Quersubventionierungen vorzunehmen oder aber einen Wettbewerbsnachteil und damit einen Versichertenverlust hinzunehmen.»

Kostendeckende Prämien

Man habe sich bewusst für die kostendeckenden Prämien und damit für eine nachhaltige Entwicklung entschieden und dadurch Abgänge in Kauf genommen, so Fischer. Mit dem Rückgang der Versichertenzahl kann Visana zudem das Reserveproblem lösen. Bei Sana24 belief sich die Reservequote Ende 2010 auf 5,5 Prozent, bei Vivacare auf 13,4 Prozent, beide lagen damit unter den Anforderungen. Mit weniger Versicherten können sie die Auflagen wieder erfüllen.

Die Prämienpolitik des Innendepartements und des BAG habe ihn befremdet, sagte Fischer. Er erwarte, dass nun zumindest bei der kommenden Prämienrunde nur noch kostendeckende Prämien genehmigt und keine Quersubventionierungen mehr zugelassen würden, so Fischer.

Viele Unbekannte

Punkto Prämien 2012 befinde man sich allerdings völlig im Blindflug, sagte Fischer. «Die Kostenentwicklung dürfte sich in der Grössenordnung von 3 bis 4 Prozent bewegen», so der Visana-Chef. Die Neuregelung der Spitalfinanzierung auf 2012 habe aber ebenfalls Auswirkungen auf die Prämien, und hier stünden noch viele relevante Entscheide aus. Zudem seien die Auswirkungen des neuen Risikoausgleichs noch nicht bekannt.

Bei den Zusatzversicherungen hingegen stehen Entlastungen an. Mittelfristig werde es bei den Spitalzusatzversicherungen zu einer Prämienreduktion von gegen 50 Prozent kommen, so Fischer. Für das Jahr 2012 allerdings verspricht er erst, dass es bei den meisten Spitalzusatzversicherungen zu keinen Prämienerhöhungen kommt.

Situation in Bern

Für den Kanton Bern, wo Visana der grösste Krankenversicherer ist, fordert VR-Präsident Rychen mehr Wettbewerb und gleich lange Spiesse für öffentliche und private Spitäler. Anstatt Strukturerhaltung über die Spitalliste zu betreiben, müssten die Spitäler in die unternehmerische Freiheit entlassen werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.04.2011, 07:59 Uhr

1

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

1 Kommentar

Hans Abbühl

20.04.2011, 12:36 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Eigentlich einfach: Die Prämien müssen kostendeckend sein, hinken den Kosten nach und sind eine Quittung für "gehabte Freuden". Die Kosten dürfen ruhig 3 bis 4 Prozent im Jahr (dh. absolut etwa zwei bis zweieinhalb Milliarden Franken!) zunehmen. Das ist "normal" und stört offenbar niemanden gross. Warum? Weil im Gesundheitsunwesen seit viel zu langer Zeit viel zu Viele viel zu viel verdienen. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.