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KMU-Verband schlägt Alarm: «Bis Ende Jahr 10'000 Firmen Konkurs»

Von Claudio Habicht. Aktualisiert am 07.05.2009

Gipser, Plättlileger, Maler: Immer mehr kleine Firmen kämpfen ums Überleben. Ihre Geldreserven schrumpfen, die Banken geben ihnen keine Kredite mehr.

KMU in der Krise: Arbeit ist da – doch das Geld fehlt.

KMU in der Krise: Arbeit ist da – doch das Geld fehlt.
Bild: Keystone

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Kleine und mittlere Unternehmen

Die kleinen und mittleren Unternehmen sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft: Sie machen 99,7 Prozent der 307'000 Firmen hierzulande aus und stellen 60 Prozent aller Arbeitsplätze. Drei von vier KMU sind Kleinstbetriebe – Firmen mit 1 bis 9 Angestellten. Sie bieten ein Viertel aller Arbeitsplätze in der Schweiz an.

Die Krise trifft das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft: «Bei den KMU schwinden die Geldreserven», sagt Roland Rupp, Vizepräsident des Schweizerischen KMU-Verbandes und Unternehmensberater, auf Anfrage von Bernerzeitung.ch/Newsnet. Er schätzt, dass bis Ende 2009 bis zu 10'000 kleine und mittlere Betriebe ihre Kredite nicht mehr bezahlen können und Konkurs gehen. Das sind rund 5 Prozent der insgesamt 300'000 Firmen, die höchstens 250 Mitarbeiter beschäftigen. «Am stärksten betroffen sind die Kleinstbetriebe.» Darunter fallen Einmannbetriebe und Firmen mit bis zu neun Angestellten – also die Mehrheit der KMU (siehe Box).

Viele KMU befinden sich in Teufelskreis

Viele dieser Betriebe befinden sich laut Rupp in einem Teufelskreis: Eigentlich sollten sie gerade in der Krise die Produktion aufrechterhalten, um über die Runden zu kommen. Doch oft fehlt ihnen das Geld für den Waren- oder Rohstoff-Einkauf. Grund: Sie bekommen keine neuen Kredite. Kommt dazu, dass die ausländischen Lieferanten – ebenfalls um zu überleben – nur noch grössere Mengen liefern und dazu noch höhere Vorauszahlungen fordern. «Normalerweise beträgt das Akonto 20 Prozent. Heute werden teilweise bis zu 50 Prozent verlangt», sagt Rupp. Was die finanzielle Lage zusätzlich verschärft: Die Lieferanten verlangen, dass ihre Rechnungen innerhalb von 20 Tagen gezahlt werden, statt der 30 bis 60 Tage, die sonst üblich sind.

Auch beim Schweizerischen Gewerbeverband macht man sich Sorgen. Vor allem die zurückhaltende Kreditvergabe verursacht Kopfzerbrechen. «Will ein Gipserbetrieb seinen Kredit um 30'000 Franken überziehen, um die Löhne zahlen zu können, spielen immer mehr Finanzinstitute nicht mehr mit», sagt Sprecher Patrick Lucca. «Die Banken haben die Schraube angezogen.» Das schlage sich auch auf gesunde Unternehmen nieder. Der Gewerbeverband stellt fest, dass einige Kantonalbanken – die wichtigsten Kreditgeber für KMU – ihre Konditionen für Darlehen verschärft haben. Aber auch die Grossbanken und die Raiffeisenbank seien vorsichtiger geworden, teilweise sogar bei langjährigen Kunden mit grossem Auftragsbestand.

Bauzulieferer betroffen

Besonders betroffen von der Verknappung der Kreditvergabe sind laut Lucca kleinere Bauzulieferer wie Gipserbetriebe, Plättlileger, Maler oder Schreiner – obwohl sie eigentlich genug Aufträge hätten. Der Gewerbeverband fordert deshalb, dass Kleinstbetriebe leichter Kredite bekommen sollen. «Namentlich die Banken mit grossen Geldzuflüssen sind aufgerufen, diese Mittel nicht zu horten, sondern in den Wirtschaftskreislauf einzuspeisen, um die Konjunktur anzukurbeln», heisst es im einem Positionspapier zur Wirtschaftspolitik. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.05.2009, 13:29 Uhr

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