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Jugend ohne Job

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 29.08.2011 66 Kommentare

Jeder zweite US-Amerikaner unter 25 Jahren hat in diesem Sommer keine Arbeit, dafür hohe Schulden. Das ist brandgefährlich.

1/7 Noch nie seit 1948 verbrachten so viele junge Menschen ihren Sommer ohne Job.

   

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Noch nie seit 1948 waren so viele junge US-Amerikaner ohne Job wie in diesem Juli. 51,2 Prozent aller 16–24-Jährigen verdienen diesen Sommer kein eigenes Geld, wie das Arbeitsstatistik-Amt der USA meldet. In den letzten Jahren lag die Zahl stets bei 35 bis 40 Prozent.

Dabei erfasst die Statistik langfristig Arbeitslose (18 Prozent aller Jugendlichen, 20 Prozent der Latinos, 31 Prozent der Schwarzen), frische Uni-Absolventen ohne Stelle sowie Studenten, die für mehrere Monate einen Job suchen. Der Wert spiegelt die Realität, mit der sich junge Menschen in diesem Sommer konfrontiert sehen: Ihr Talent und ihre Arbeitskraft ist im Markt nicht gefragt.

Auch in den USA wächst sie also heran: Die verlorene Generation, die Krisen-Jugend, selbst wenn der Anteil der beschäftigungslosen Jugendlichen tiefer liegt als in der EU (57 Prozent). Dabei belastet die Situation nicht nur die jungen Menschen selber, sondern auch die Wirtschaft. Viele der Absolventen haben Schulden von mehreren Zehntausend Dollar, die sie nicht zurückzahlen können. Dem Staat entgehen ihre Steuern, dem Handel ihre Konsumausgaben.

Die Arbeitslosigkeit wirkt lange nach

Die Kosten der Jugendarbeitslosigkeit seien hoch, hielt letztes Jahr ein Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO fest: «Die Gesellschaft verliert ihre Investitionen in die Ausbildung, sie vermisst die Sozialversicherungsbeiträge und sie muss Unterstützungshilfe zahlen.»

Das Gefährlichste daran: Wer als junger Mensch den Berufseintritt spät schafft, wird auf Jahre hinaus weniger verdienen als jene Abgänger, die sofort einen Job finden. Das haben zwei Ökonomen der Universität Yale nachgewiesen. Sie haben berechnet, dass in den USA eine sechsmonatige Arbeitslosigkeit nach Abschluss der Ausbildung mit 22 Jahren dazu führt, dass der Betroffene noch im Alter von 30 Jahren 1200 Dollar jährlich weniger verdient als Studienkollegen, die sofort einen Job fanden. «Es gibt Hinweise, dass die Folgen der Jugendarbeitslosigkeit nicht rein vorübergehend sind.» Wie es der Jugend gehe, sei essenziell für die Zukunft eines Landes, warnen Experten. «Die Jugend ist der Motor der ökonomischen Entwicklung», sagte ILO-Direktor Juan Somavia.

Die OECD hat deshalb 2010 eine umfassende Studie ausgearbeitet, die mögliche Massnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vorstellt. Zunächst müssten auch Studienabgänger ohne langjährige Berufserfahrung Arbeitslosengelder beziehen können, hält die Organisation fest – dies ist bislang in zwei Dritteln ihrer Mitgliedstaaten nicht der Fall. Ausserdem empfiehlt die OECD das Schweizer Modell: Es gelte, die Möglichkeit von Lehren statt Studien auszubauen und nach Möglichkeit staatlich zu fördern. Dies erleichtere den Berufseinstieg erheblich. Ausserdem dürften die bürokratischen Vorgaben für einen unbefristeten Vertrag nicht höher sein als für einen befristeten, was in vielen Ländern oft Realität sei.

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, hat gestern verkündet, dass er dem Parlament Steuererleichterungen für Firmen vorschlagen wolle, die neu einstellen. Der Bundesstaat ist in den USA am stärksten von Jugendarbeitslosigkeit betroffen.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.08.2011, 10:05 Uhr

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66 Kommentare

Andy Stettler

29.08.2011, 10:33 Uhr
Melden 89 Empfehlung

Wie schön. Die OECD empfiehlt das Schweizer Modell. In der Schweiz hingegen wird alles getan, dass die bewährte Berufsausbildung zu Lasten der (Fach)Hochschulen geschwächt wird... Antworten


Eugen Fischer

29.08.2011, 11:02 Uhr
Melden 32 Empfehlung

Und wie sieht es in der Schweiz aus, da ja die ALV nur von wenigen Jugendlichen sprechen. Doch die Ausgesteuerten die will man ja nicht bekannt geben. Welch eine Ohrfeige der Poltik gegenüber den Bevölkerung. Auch in der Schweiz ist Hangover angesagt, und wird mit Sicherheit Probleme bereiten, doch dies sieht die Politik mit Sicherheit nicht. Lieber jedem den Schwarzpeter zuschieben als Lösungen! Antworten



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