Jetzt erst recht: Die Schweiz wird zur Steueroase
Von Ralph Pöhner. Aktualisiert am 27.04.2009 30 Kommentare
Steuerlich sehr interessant für die Schweiz: Hugh Osmond, Brite, knapp eine halbe Milliarde Franken schwer.
Artikel zum Thema
Die Londoner «Times» beurteilte das Projekt ganz trocken: «Es ist ein gutes Budget – für die Schweiz». Gemeint war das britische Staatsbudget, das Schatzkanzler Alistair Darling letzte Woche dem Parlament vorlegte. Der Plan sieht für 2010 nicht nur ein Rekorddefizit vor, sondern auch Spitzensteuern. Wer über 150'000 Pfund verdient – also rund eine Viertelmillion Franken -, soll künftig mehr als 50 Prozent an Steuern abliefern. Und auch die Abgaben für Gutverdiener über 100'000 Pfund werden drastisch erhöht.
Seither kündigen Englands Reiche via Medien reihenweise eine Konsequenz an: Wir wandern aus – und zwar am liebsten in die Schweiz.
Dies meldete zum Beispiel Hugh Osmond, Financier, Gründer der grössten Pizzakette im Land, Besitzer der grössten Pub-Kette und 230-millionenfacher Pfundmillionär. «Viele Leute gehen weg», sagte Osmond der «Sunday Times». «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Grossbritannien mein Wohnsitz bleibt. Es ist genauso einfach, woanders zu arbeiten – zum Beispiel in der Schweiz.»
«Ich könnte in die Schweiz oder nach Zypern»
Ähnliches sagte Robert Pfeiffer, Partner des Consulting-Unternehmens Compass Advisers: Er und die anderen Partner der Firma prüften einen Wechsel nach Genf. «Möchten wir den Aufwand des Umzugs? Wohl kaum. Aber es gibt einen Punkt, wo ein Verbleib ökonomisch schwer zu rechtfertigen ist», sagte er der «Times». Und über die Agentur Bloomberg verkündigte Hedge-Fund-Manager Demetris Efstathiou: «Es gibt andere attraktive Länder. Ich könnte in die Schweiz oder nach Zypern. Ich könnte sogar nach Asien. Wenn man in England bleibt, gibt man der Regierung am Ende mehr als man behält.»
Die Regierung von Gordon Brown muss ernsthaft befürchten, dass dies keine Einzelfälle bleiben. Das Centre for Economics and Business Research, ein Londoner Think Tank, gab soeben eine erste Schätzung heraus: Rund 25'000 Steuerzahler der obersten Klasse dürften wegen des neuen Steuerregimes den Wohnsitz wechseln – und ein Hauptziel der Flüchtlinge sei die Schweiz.
«Sie werden diese Pläne jetzt ausführen»
Hier tut sich eine Kehrseite des grossen Steuerstreits auf: Auf der einen Seite machen Wirtschaftsnationen wie Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und auch die USA Druck gegen die so genannten Steueroasen; auf der anderen Seite fordern sie mehr Geld von Reichen in ihrem Land. Viele von diesen wiederum sind nun versucht, ihre Steuern völlig legal zu optimieren: per Wohnsitzwechsel.
«Es wird erfolgreiche Unternehmer geben, welche sich nun entschliessen, in die Schweiz oder nach Irland zu ziehen», sagt auch Stanley Fink, ehemaliger CEO des Hedge-Fund-Konglomerats Man. «Ich kenne selber einige Personen, die aktiv Pläne zum Auszug machten, als die Labour-Regierung eine 45-prozentige Spitzensteuer ankündigte. Und sie werden diese Pläne jetzt ausführen.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2009, 21:42 Uhr
Kommentar schreiben
30 Kommentare
Da es hier um Spitzenverdiener gehen soll so ab ca. 150.000Pfund frage ich mich wo die hier einen Job bekommen sollen. Unternehmer welche jedoch hier nur wohnen wollen event mit Pauschalbesteuerung sollte man vermeiden, die bringen nur ärger und sehr wenig Steuereinnhamen in unsere Kassen. Desweiteren sollte man langsam daran denken wie gross kann die Schweiz noch werden um lebenswert zu bleiben? Antworten
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.




