Höhere Preise bei Intersport – aber nicht in der Schweiz
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Es ist eine imposante Zahl: Intersport International, die Dachgesellschaft aller Intersport-Ländergesellschaften mit Sitz in Bern, importiert pro Jahr rund 20 Millionen Textilartikel ihrer Eigenmarken aus Fernost. Noch nicht eingerechnet ist in dieser Zahl die Hardware, dazu zählen etwa Inlineskates und Zelte, die ebenfalls im fernen Osten produziert werden.
Intersport lässt wie die übrige Sportartikelindustrie grosse Mengen in China produzieren. Ob Rucksäcke von McKinley, Snowboards der Marke Firefly oder Sportbekleidung mit dem Pro-Touch-Logo: 75 Prozent der Intersport-Eigenmarken stammen aus dem Reich der Mitte.
Höhere Löhne in China
Mit diesem Klumpenrisiko ist es zu erklären, dass Intersport nun wie andere Sportartikelhersteller auch in einem Grossteil der weltweit 5200 Filialen die Preise der Sportwaren erhöht. «Die Produktionskosten in China steigen seit längerem kontinuierlich an», sagt Franz Julen, Chef der von Bern aus geführten Intersport-Gruppe. «Die Löhne der Fabrikarbeiter steigen, die Rohmaterialpreise ebenfalls. Diese höheren Kosten muss die Branche teilweise an die Kunden weitergeben.»
Bei einem Einzelhandelsumsatz von rund 13,5 Milliarden Franken im letzten Jahr – das sind 5 Prozent mehr als 2009 – drängt sich die Frage auf, weshalb die Intersport-Gruppe nicht kleinere Margen in Kauf nimmt und auf Preiserhöhungen verzichtet. Julen dazu: «Wir brauchen unsere Margen, um weiter zu expandieren und neue Märkte zu erschliessen. Das wiederum sichert uns die nötigen Erträge, um unsere Arbeitsplätze zu erhalten.» Durch eine gesteigerte Effizienz werde man aber versuchen, einen möglichst grossen Teil dieser Mehrkosten abzufedern.
Verlagerung nach Indien
Wie stark die Preise in den Intersport-Geschäften aufschlagen werden, das kann Julen noch nicht sagen. Nur so viel: «Wir versuchen, uns weniger stark von China abhängig zu machen und den dortigen Produktionsanteil auf unter 50 Prozent zu senken.» Die Produktion wolle Intersport teilweise in andere Länder wie Bangladesh oder Indien oder gar zurück nach Europa zu verlegen.
Auf dreierlei Art versucht Intersport, sicherzustellen, dass auch in den Billiglohnländern die internationalen Standards bezüglich Arbeitsbedingungen eingehalten werden. «Wir arbeiten eng mit der Business Social Compliance Initiative zusammen, die mit unabhängigen Spezialisten weltweit die Arbeitsbedingungen überprüft. Unser strenger Lieferantenvertrag und schliesslich unser Personal vor Ort machen die Kontrolle aus meiner Sicht komplett», sagt Julen.
Schweiz profitiert
Von den Preisaufschlägen bei Intersport dürfte die Schweiz in nächster Zeit noch verschont bleiben – dem Euro sei Dank. Die Schweizer Niederlassungen der Markenhersteller kaufen die meisten Waren in Euros ein und verkaufen diese in Schweizer Franken an Intersport Schweiz. Und weil der Euro im Vergleich zum Franken nach wie vor an Wert verliert, «erwarten wir von der Industrie tiefere Preise», fordert Julen. «Dieser Vorteil soll an die Kunden weitergegeben werden.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.01.2011, 07:41 Uhr
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