Hildebrand will Universalbanken-System beibehalten

Aktualisiert am 16.01.2010

Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand hat sich gegen eine Trennung von Investmentbanking und Vermögensverwaltung der beiden Grossbanken ausgesprochen.

«Wir führen einen durchaus konstruktiven Dialog mit den beiden Chefs der Grossbanken»: Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand.

«Wir führen einen durchaus konstruktiven Dialog mit den beiden Chefs der Grossbanken»: Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand.
Bild: Keystone

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Dennoch müsse die Regulierung in der Schweiz vielleicht weiter gehen als im Ausland, sagte er in einem Interview der Zeitung «Le Temps» (Samstagausgabe). Hildebrand trat dem Eindruck entgegen, die Schweizerische Nationalbank (SNB) stehe mit ihren Forderungen zur Begrenzung der Risiken der Grossbanken UBS und Credit Suisse isoliert da. Auch die beiden Banken selber hätten anerkannt, dass das Problem ihres überdimensionierten Gewichts erörtert werden müsse.

«Wir führen einen durchaus konstruktiven Dialog mit den beiden Chefs der Grossbanken, Oswald Grübel und Brady Dougan», sagte Hildebrand. Auch wenn die Probleme erkannt seien, gebe es aber keine einfachen Lösungen. Das beste Wettbewerbsargument für die Schweizer Banken sei, wenn sie sagen könnten, dass sie sich auf einen stabilen Finanzplatz stützen könnten. Hier treffen sich laut Hildebrand die Interessen von Behörden und Banken. Denn die Basis des Finanzplatzes werde die Vermögensverwaltung bleiben, für die das Vertrauen eine wesentliche Rolle spiele.

Eine Aufgabe des Universalbankensystems wäre gemäss dem SNB-Präsidenten aus zwei Gründen keine gute Lösung. Einerseits bedeute das jetzige Modell eine gewisse Diversifikation der Risiken. Hildebrand erinnerte an die wichtige Rolle der beiden Grossbanken bei der Bewältigung der Immobilienkrise in der Schweiz Ende der 1980-er Jahre. Sie sei dank der damaligen Gewinne im Investmentbanking möglich geworden.

Anderseits müsse ein weltweit führender Vermögensverwalter seinen Kunden auch Dienstleistungen im Investmentbanking anbieten können. Eine Trennung von Vermögensverwaltung und Investmentbanking mache für die Schweiz deshalb wenig Sinn. Unerlässlich sei aber, dass gewisse Hochrisiko-Tätigkeiten innerhalb des Universalbankenmodells, namentlich der Eigenhandel, nicht bis zu einem Grad erlaubt seien, der die Stabilität des Finanzsystems gefährden könne.

Auf die Pläne zur Einführung einer Sonderabgabe für die mit staatlicher Hilfe geretteten Banken angesprochen, sagte Hildebrand, vom Gesichtspunkt der Finanzstabilität aus gelte es vor allem zu vermeiden, dass die dank der Intervention der Notenbanken ermöglichten neuen Gewinne in Bonuszahlungen, Dividenden oder Aktienrückkäufen verschwänden. Praktisch alle Aufsichtsbehörden wie auch die Finma in der Schweiz könnten bei der Dividendenpolitik der Banken intervenieren, sagte der Notenbankchef. (tan/ddp)

Erstellt: 16.01.2010, 08:03 Uhr

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