Haltiner will nach Zürich
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 06.01.2010
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Wie Alain Bichsel, Sprecher der Finanzmarktaufsicht (Finma), bestätigt, evaluiert sie gegenwärtig die Eröffnung einer Filiale in Zürich. Das Projekt ist bereits so weit gediehen, dass Büroräume gesucht werden. Im Gespräch ist die Finma unter anderem mit der Schweizer Börse. Der Verwaltungsrat entscheidet voraussichtlich im Februar.
Treibende Kraft hinter der Verlagerung eines Teils der Behörde ist Finma-Präsident Eugen Haltiner. Er sorgte bereits für Schlagzeilen, als er kurz nach Amtsantritt im Jahr 2006 ein Büro in der Zürcher Niederlassung der Nationalbank bezog. Kurz darauf sprach er in einem Interview von einer geplanten Dépendance in Zürich. Dagegen formierte sich allerdings politischer Widerstand.
Hauptsitz bleibt in Bern
Nun soll die Filiale doch noch Tatsache werden. Wie viele Arbeitsplätze die Finma von Bern nach Zürich verlegen wird, ist noch nicht klar. Bichsel sagt lediglich: «Der Hauptsitz der Finma ist und bleibt Bern. Das ist im Gesetz so vorgesehen. Dementsprechend verbleibt auch die grösste Zahl der Mitarbeitenden in Bern.» Mindestens eine bis zwei Abteilungen dürften es laut Insidern aber werden; eine Abteilung hat 50 bis 60 Leute. «Es wäre sinnvoll, in Zürich präsent zu sein, denn die meisten Aktivitäten des Finanzmarkts finden nun einmal dort statt», sagt Bichsel.
Haltiner selber begründet die geplante Niederlassung zusätzlich damit, dass es leichter sei, in Zürich qualifizierte Leute zu rekrutieren als in Bern. Und die braucht die Finma. Denn bis Ende Jahr will sie die Belegschaft von heute 350 auf 380 ausbauen, nächstes Jahr sollen es knapp 400 werden. Teilweise konkurrenziert die Finma in diesem Bereich mit dem Finanzdepartement, das ebenfalls Spezialisten im Banken- und Börsenbereich sucht. Rund ein Drittel der Finma-Mitarbeitenden pendelt bereits heute von Zürich, Basel oder Genf nach Bern. In ihrem Bericht zur Finanzkrise sprach die Behörde denn auch explizit vom «Standortnachteil Bern, gerade für erfahrene Personen aus dem Finanzsektor». (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.01.2010, 06:28 Uhr
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