HP klagt gegen Ex-Chef

Aktualisiert am 07.09.2010

Der frühere Geschäftsführer der Computerfirma Mark Hurd wechselt zu Oracle. Jetzt klagt sein früherer Arbeitgeber wegen möglichen Geheimnisverrats.

Vor einem Monat bei HP zurückgetreten: Mark Hurd (Archivbild).

Vor einem Monat bei HP zurückgetreten: Mark Hurd (Archivbild).

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Der US-Computerbauer Hewlett-Packard ( 22.33 2.57%) hat nach dem Einstieg seines früheren Chefs Mark Hurd beim Softwareriesen Oracle ( 26.14 0.08%) eine Klage wegen möglichen Geheimnisverrats eingereicht. Durch seine Mitarbeit bei Oracle bringe Hurd wertvollste Handelsgeheimnisse und vertrauliche Konzerninformationen in Gefahr, heisst es in der am Dienstag am Obersten Gericht Kaliforniens vorgelegten Zivilklage. Hurd habe sich gegenüber HP zur Vertraulichkeit verpflichtet. Seine Aufgabe in seiner neuen Position bei Oracle könne er aber nicht erfüllen, ohne Firmengeheimnisse von HP offenzulegen.

Hurd wird nach dem Rücktritt von Charles Phillips einer der beiden Präsidenten des Konzerns. Die Oracle-Präsidenten führen massgeblich das Tagesgeschäft, aus dem sich Gründer und Konzernchef Larry Ellison weitgehend zurückgezogen hat. Ellison, der seit den 70er Jahren an der Spitze des Konzerns steht, erklärte, Hurd habe bei HP «brillante Arbeit» geleistet.

Rücktritt wegen Verhältnis mit Kollegin

Oracle baue zudem vor allem auf die Erfahrung seines neuen Top- Managers bei der Zusammenführung von Software- und Hardware- Lösungen. Diesem Feld will Oracle künftig eine Schlüsselstellung einräumen. Hurd habe hier Erfahrung vor allem während seiner Tätigkeit beim Automaten-Spezialisten NCR gesammelt. Dort hatte er 25 Jahre lang gearbeitet, bevor er 2005 zu Hewlett-Packard gewechselt war.

Der 53-jährige Hurd war vor einem Monat wegen des Verstosses gegen den HP-Verhaltenskodex zurückgetreten. Der Topmanager hatte nach Angaben des Unternehmens eine «enge private Beziehung» zu einer freien Mitarbeiterin des Konzerns unterhalten, diese aber nicht öffentlich gemacht. Zudem machte Hurd der Frau offenbar Geschenke, die er dann als Spesen abrechnete. Ursprünglich hatte die ehemalige Schauspielerin Hurd auch sexuelle Belästigung vorgeworfen. Eine firmeninterne Untersuchung hatte Hurd allerdings von diesen Vorwürfen entlastet.

(ske/afp)

Erstellt: 07.09.2010, 23:47 Uhr

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